Marschweg
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08.11.2022, 18:58 Uhr
Anpfiff für Modernisierung des Marschwegstadions
Stadtrat bringt einstimmig Investitionen auf den Weg
Anpfiff für einen Ausbau des Marschwegstadions: Um den Anforderungen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gerecht zu werden, hat der Rat der Stadt Oldenburg in seiner Sitzung am Montag, 7. November, einstimmig grünes Licht dafür gegeben, die technische Infrastruktur zu verbessern. Damit unverzüglich Planungs- und Bauleistungen ausgeschrieben und beauftragt werden können, hat der Rat einer außerplanmäßigen Verpflichtungsermächtigung über 3,85 Millionen Euro zugestimmt. Im Wirtschaftsplan des städtischen Eigenbetriebs Gebäudewirtschaft und Hochbau sind die Investitionen für 2023 berücksichtigt. Die Maßnahmen sollen bis zum Start der Saison 2023/2024 realisiert werden, um sicherzustellen, dass der VfB Oldenburg im Falle des Klassenerhalts das Stadion weiterhin als Heimspielstätte in der Dritten Fußball-Liga nutzen kann. 

Zentrale Maßnahme ist die Errichtung einer Flutlichtanlage, die für eine Beleuchtungsstärke von 1.000 Lux an jeder Stelle des Spielfeldes ausgelegt sein soll. Für die voraussichtlich aus vier Masten bestehende Anlage sind 2,5 Millionen Euro kalkuliert – darin enthalten sind Kosten für die aufwendige Gründung, eine neue Mittelspannungsschaltanlage (Trafo), eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (Notstromdiesel) sowie gegebenenfalls auch eine Sichtschutzwand zur A28.

Zudem muss in die Allgemein- und Sicherheitsbeleuchtung investiert werden. Derzeit sind auch kleinere Abendveranstaltungen außerhalb des Fußballbetriebes im Stadion nicht möglich. Die Kosten dafür betragen einschließlich der notwendigen Tiefbauarbeiten und baulichen Maßnahmen zur Unterbringung der unterbrechungsfreien Stromversorgung und Schaltanlagen 586.000 Euro.

Der DFB schreibt darüber hinaus eine Videoüberwachungsanlage vor, die einen Blick auf den Platz vor den Tribünen, die Zuschauerwege und die Zuschauerplätze erlaubt. Die Anlage muss von der Befehlsstelle der Polizei zu bedienen und an die Polizeimonitore angeschlossen sein und die Möglichkeit der Standbildaufnahme zur Identifikation von Personen bieten. Neben der Installation der Anlage ist voraussichtlich eine Erweiterung der „Sicherheitszentrale“ auf der Tribüne erforderlich. Die Kosten betragen 367.000 Euro.

Auch die im Stadion auf der Haupttribüne vorhandenen Sitzreihen mit Einzelplatznummerierung entsprechen nicht den DFB-Richtlinien. Danach sind Einzelsitze mit einer mindestens 30 Zentimeter hohen Rückenlehne vorzuhalten. Nach einer Umrüstung wird sich die Kapazität der Haupttribüne von aktuell 4.150 auf circa 4.000 Plätze reduzieren. Die Kosten dafür werden auf rund 400.?000 Euro geschätzt.

Zum Thema Rasenheizung möchte die Stadt noch einmal in einen Dialog mit dem DFB treten. Vor dem Hintergrund der Klima- und Energiekrise und angesichts der Tatsache, dass der Stadion-Rasen erst 2019 erneuert worden ist und sich in einem sehr guten Zustand befindet, wird diese Investition für verzichtbar gehalten.
05.08.2022, 15:32 Uhr
Am Marschweg kann unter Flutlicht gespielt werden
Gutachten liegt vor – Mobile Anlage wird am 8. August geliefert – Premiere gegen Elversberg
Der VfB Oldenburg wird am Dienstag, 9. August, seine Drittliga-Partie gegen den SV Elversberg im Marschwegstadion unter Flutlicht austragen können. Zu diesem Ergebnis kommt ein von der Stadt Oldenburg in Auftrag gegebenes Lichtimmissionsgutachten. Demnach sind bis zur Winterpause, die in dieser Saison bereits Mitte November beginnt, Flutlicht-Spiele im Marschwegstadion zu bestimmten Tageszeiten möglich. Damit wird am 9. August zum ersten Mal in der Geschichte der 1951 eröffneten städtischen Sportstätte mit künstlichem Licht gespielt. Anpfiff ist um 18.30 Uhr.

Auch die für die A28 zuständige Autobahn GmbH hat ihr Okay gegeben. Die Zustimmung gilt zunächst für die bereits terminierten Spieltage bis einschließlich zum 17. September. Für die danach folgenden Spieltage sollen weitere Abstimmungen und Überprüfungen vorgenommen werden.

„1:0 für den Fußballsport in Oldenburg! Ich freue mich, dass es so schnell gelungen ist, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass der VfB möglichst viele Spiele im heimischen Stadion bestreiten und Oldenburg in TV-Übertragungen präsent sein kann. Hier haben das Sportbüro und unser Eigenbetrieb für Gebäudewirtschaft und Hochbau erstklassige Arbeit geleistet“, lobt Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. „Die Euphorie-Welle nach Aufstieg und gutem Saisonstart kann weitergehen. Es zeigt sich aber auch, dass immenser Aufwand nötig ist, um die infrastrukturellen Nachteile des Standortes Marschwegstadion auszugleichen“, gibt Krogmann zu bedenken. VfB-Geschäftsführer Michael Weinberg sagt: „Wir sind stolz und froh zugleich. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung haben wir innerhalb kürzester Zeit einen Meilenstein für den VfB Oldenburg erreichen können. Vielen Dank an alle Beteiligten! Die Zuschauerinnen und Zuschauer können sich auf spannende Heimspiele im Marschwegstadion freuen.“

Der VfB, der ansonsten in die als Ausweichstadion benannte Bundesliga-Arena von Hannover 96 umziehen müsste, benötigt für die 3. Fußball-Liga im Marschwegstadion an Spieltagen Flutlicht, um die anspruchsvollen Lizenzauflagen des Deutschen Fußball-Bundes zu erfüllen. Diese Anforderung gilt für jeden Spieltag, unabhängig von Anstoß- und Jahreszeiten. Dass am 1. Spieltag gegen den SV Meppen noch ohne künstliche Ausleuchtung gespielt werden konnte, war einer einmaligen Ausnahmegenehmigung des DFB zu verdanken.

Für den 3. Spieltag gegen Elversberg liefert nun die Firma Musco Lighting Germany GmbH die aus zwei Masten bestehende mobile Flutlichtanlage. Die Kosten dafür trägt der VfB. Der Transport wird am Montag, 8. August, in den frühen Nachmittagsstunden in Oldenburg erwartet. Die Masten werden auf beiden Seiten der Haupttribüne platziert. Die Lichtpunkthöhe der Strahler beträgt auf der südlichen Seite 32 Meter, auf der nördlichen Seite sind es 30 Meter. Jeweils 30 Leuchten sorgen für fernsehtaugliches Licht. Die DFB-Vorgaben verlangen mittlere Beleuchtungsstärken von 800 Lux. Diesen Anforderungen soll das mobile Flutlicht gerecht werden.

Das von der Stadt beauftragte Ingenieurbüro hat in einer Modellrechnung, die auf den Angaben der Betreiberfirma basiert, untersucht, welche Auswirkungen die Flutlichtanlage für die Anwohnerschaft im Bereich des Stadions sowie für den Verkehr auf den benachbarten Straßen und der A28 haben wird. Die Gutachter haben für drei Heim-Spieltage mit unterschiedlichen Spielzeiten Einzelfallbetrachtungen vorgenommen. Demnach können am 9. August (Anpfiff 18.30 Uhr) und an den folgenden Spieltagen bis einschließlich zum 17. September (9. Spieltag, Anstoß 14 Uhr) bei der Bewertung der Blendgefahren die Grenzwerte auf allen Fahrwegen eingehalten werden. Mit Blick auf die Lichtimmissionen für Wohngebäude wird die künstliche Raumaufhellung als unbedenklich eingestuft.

Für den 17. Spieltag, der vom 11. bis 14. November stattfindet und der letzte im Marschwegstadion vor der Winterpause sein wird, empfehlen die Gutachter, das Flutlicht nur bis 16.15 Uhr zu betreiben, damit die Grenzwerte auf der A28 eingehalten werden können. Auch die für die Raumaufhellung geltenden Immissionsrichtwerte würden dann nicht überschritten werden. Gleichwohl gibt es bei allen drei Konstellationen aber Stellen in der Stadionumgebung, an denen die Leuchten als blendend wahrgenommen werden – berechnet wurden Werte für insgesamt 18 ausgewählte Immissionsorte. Die Gutachter raten dazu, nach der Errichtung der Flutlichtanlage in einigen Bereichen lichttechnisch nachzumessen, um die Berechnungen zu verifizieren. Die Kontrollmessungen sind für den 20. August geplant. Ein erster Probelauf für die Flutlichtanlage ist am kommenden Montagabend vorgesehen.