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4. IGS: Standort nennen oder nicht?

11.01.2012, 20:53 Uhr
Der am meisten diskutierte Punkt der Schulausschuss-Sitzung vom Dienstag, 10. Januar, in der Mensa der Oberschule Osternburg stand fast ganz unten auf der Tagesordnung: die Frage der Gründung einer vierten IGS und die damit verbundene Standortfrage.

Zuvor ließen die Ausschussmitglieder sich den Teilhaushalt Jugend und Schule für das kommende Jahr erläutern. Wie nicht anders zu erwarten steigen die Kosten für den Schulbetrieb, darüber hinaus sind Sanierungsmaßnahmen in der IGS Flötenteich und der Grundschule Kreyenbrück fällig und die Grundschule Nadorst wird zur Ganztagsschule ausgebaut. Insgesamt steigen die Kosten um mehr als 2,7 Mio. Euro, die größten Posten sind dabei höhere Leistungsentgelte (+1,4 Mio), Ausbau der Ganztagsgrundschulen (+300.000), Mehraufwendungen für Schülerbeförderung (+150.000) und Abschreibungen (+530.000).

Weil die Verwaltung zu Beginn des laufenden Schuljahres einen Engpass an den Gymnasien festgestellt hat und etwas ähnliches zum Schuljahr 2012/13 vermeiden möchte, wurde der an der Entwicklung der Oldenburger Bildungslandschaft entscheidend beteiligte Dr. Klaus-Jürgen Tillmann von der Universität Biefeld beauftragt, die Schülerzahlenentwicklung der Eingangsklassen zu analysieren, (»ohne zusätzliche Kosten«, wie Jugendamtsleiter Dr. Frank Lammerding betonte). In Abstimmung mit den Schulleitern der Gymnasien, so Lammerding weiter, sei dann eine praktikable Lösung zur Unterbringung der Schülerinnen und Schüler erarbeitet worden: Das Gymnasium Eversten soll demnach im Sommer 5 statt 4 und das Neue Gymnasium 6 statt 4 neue Klassen aufnehmen.

Anschließend ging es dann endlich um die mögliche vierte IGS, genauer gesagt um einen Antrag der Ratsfraktionen  von SPD und Grünen, eine solche einzurichten. Der Oldenburger SPD-Vorsitzende Jürgen Krogmann begründete diesen mit dem offensichtlichen Bedarf, der an den Anmeldezahlen der letzten Jahre abzulesen sei. Rita Schilling (Grüne) ergänzte, dass bei aller Sorgfalt Eile geboten sei, »wenn wir den Elternwillen ernst nehmen«.

Jonas Höpken (Linke), der Christine Arndt vertrat, sicherte nicht nur Unterstützung zu, sondern schlug auch mit dem Schulzentrum Ofenerdiek gleich einen Standort vor. Das war gleichsam das Stichwort für die Vertreter der CDU-Fraktion, namentlich Esther Niewerth-Baumann. Der Standort müsse so früh wie möglich bekannt sein und in die Elternbefragung mit eingehen, »weil die Eltern wissen müssen, welche Schule geschlossen wird«. Auch Hans-Richard Schwartz (Fraktion FDP/WFO) zielte in die gleiche Richtung und sprach sich für einen Standort aus, an dem bereits ein gymnasiales Angebot vorhanden sei, also etwa Eversten oder Alexanderstraße. 

Der Festlegung auf einen geeigneten Standort müssten erst entsprechende Untersuchungen vorangehen, entgegnete Krogmann, außerdem sollten erst die Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr abgewartet werden. Dem schloss sich Rita Schilling an und betonte, es seien Fragen zu klären, um nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg zu entscheiden. »Wir haben uns noch nicht für einen Standort entschieden, wir wollen wissen: Was geht an welchem Standort?«

Hier endete an diesem Abend die Diskussion, aber das war mit Sicherheit erst der Anfang. Eine vierte IGS ist im günstigsten Fall sicher frühestens zum Schuljahr 2013/14 möglich, wahrscheinlich ist das aber kaum. Bis dahin wird es noch viel zu untersuchen und zu besprechen geben.
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