ganz-oldenburg.de –
DAS Stadtmagazin im Internet
 
ganz-oldenburg.de – DAS Stadtmagazin im Internet
»Berichte
»Kurzmeldungen
»Weitere Meldungen für 'Kreyenbrück'

IGS Kreyenbrück ist »Schule ohne Rassismus«

14.10.2015, 20:50 Uhr

Einbindung auch von Eltern im Gespräch

von Carsten Lienemann

Seit dem 13. Oktober 2015, Schlag 15:30 Uhr, darf sich auch die IGS Kreyenbrück als vierte Schule in Oldenburg als »Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage« bezeichnen. Das war der Moment, als Ulf Koller, der als Lehrer die vorbereitende AG geleitet hatte, stellvertretend für die Schule aus den Händen von Peter Kaufmann von der Landeskoordination die Urkunde entgegennahm. 

Die beiden Schülervertreter Rezan und Arin erklärten in einem anschaulichen Rollenspiel, was Schüler und Schule tun müssen und welche Verpflichtungen sie eingehen, wenn sie dem Projekt beitreten wollen. 

Schulleiter Jens Kazmirek freute sich, dass Kollegium und Schülerschaft sich mit sehr großer Mehrheit zu dieser Selbstverpflichtung entschlossen und die geforderten 70% weit übertroffen hätten. »Als Schulleiter wünscht man sich immer etwas Einzigartiges für seine Schule, ein Alleinstellungsmerkmal. Aber an diesem Projekt sollte sich eigentlich jede Schule beteiligen.«

»1886 Schulen bundesweit haben sich diesem Projekt verschrieben«, sagte Peter Kaufmann, »in Niedersachsen ist die IGS Kreyenbrück die Nr. 223«. Das bedeute, dass rund eine Million Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrerinnen und Lehrer sich für »Schule mit Courage« engagieren; es sei damit das größte Projekt gegen Rassismus in Deutschland, so Kaufmann. »Wir Menschen sind alle gleich, aber auch alle verschieden. Diese beiden Dinge zusammenzubringen, ist Aufgabe dieses Projektes«, sagte Kaufmann zur anstehenden Herausforderung. 

AG-Leiter Ulf Koller nahm Bezug zu dem aktuellen Animationsfilm »Alles steht Kopf«, in dem Gefühle hinter der Stirn der Hauptperson zu Figuren werden. Er malte sich aus, was passieren könnte, »wenn Wut und Angst Nachwuchs bekommen, nämlich das kleine Vorurteil«. Und dieses kleine Vorurteil legt Menschen schnell in Schubladen ab, je weniger es über einen Menschen weiß, desto schneller. Niemand sei davor sicher, so Koller, weder Schüler noch Lehrer, aber man könne etwas dagegen tun, wenn man sich bemühe, Menschen als Individuen zu betrachten.

Als Patinnen, die die Schülerinnen und Schüler nicht nur am Tag der Titelübergabe, sondern dauerhaft in ihrem Engagement unterstützen, konnte die IGS Kreyenbrück die Bundesliga-Frauen des VfL Oldenburg gewinnen. Trainer Leszek Krowicki höchstpersönlich enthüllte das Schild an der Gebäudefassade.

»Nicht wegschauen, sondern etwas dagegen unternehmen, wenn man diskriminierende oder rassistische Handlungen wahrnimmt«, war auch Julia Renners Ratschlag. Als Referendarin an der IGS und Bundesliga-Torhüterin vertrat sie Schule und Paten zugleich. »Es ist ein tolles Projekt, weil Ihr aus Eigeninitiative daran teilnehmt«, sagte sie an die Schülerinnen und Schüler gewandt. »Wir sind verschiedene Menschen, wir können voneinander lernen und von den verschiedenen Eigenschaften und Eigenheiten gemeinsam profitieren, im Handball wie auch in der Schule.«

Einen Schritt über das Konzept hinaus möchte Ulrich Hartig vom Internationalen Fluchtmuseum anregen, der auf Einladung von Ulf Koller gekommen war. Hartig möchte die Eltern mit ins Boot holen und die »Schule ohne Rassismus« damit zusätzlich zu unterstützen, die Antidiskriminierung auf eine breitere Basis zu stellen und damit von der Schule in das allgemeine Gesellschaftsleben auszuweiten. »Auch an den anderen Oldenburger ›Schulen ohne Rassismus‹ habe ich das bereits ins Gespräch gebracht. Vielleicht kommen wir auf diese Weise schneller dem Ziel nahe, alle Oldenburger Schulen einzubinden«, sagt Hartig. 

Zur Bildergalerie

nach oben