Rubrik Kultur
Seiteninhalt
22.11.2022, 18:53 Uhr
Im Gespräch mit den Filmstars
Schüler*innen präsentieren eigene Kinoveranstaltung im Rahmen des Erinnerungsgangs
Im Rahmen des Erinnerungsgangs 2022 haben sich Schüler*innen der Helene-Lange-Schule in Kooperation mit dem Medienbüro intensiv mit dem Thema Antisemitismus und Film auseinandergesetzt.
Entstanden sind drei Kinoveranstaltungen im Cine k Kino zum Film "Ein nasser Hund" mit Filmgesprächen und Besuch von drei Schauspieler*innen und dem Regisseur. 

"Ein nasser Hund" ist die Verfilmung der gleichnamigen Autobiografie von Arye Sharuz Shalicar (u.a. NWZ-Kolumnist). Darin beschreibt der Deutsch-Iraner seine schwierige Jugend zwischen muslimischen Gangs, Hip-Hop- und Graffiti-Kultur und jüdischer Identität. 

Die beiden Schüler*innen Amelie Zachariah und Mila von Ahrens freuen sich schon auf die Filmgespräche mit den Stars des Films: Von der Flyergestaltung über Filmsichtung und -Analyse bis hin zur Vorbereitung der Filmgespräche - die Schüler*innen haben viel Energie in die Veranstaltung gesteckt und sind stolz, den Film nun in Oldenburg zu präsentieren. 

Neben zwei schulinternen Veranstaltungen am 25. November mit Besuch der Schauspieler*innen laden die Schüler*innen auch zu einer öffentlichen Veranstaltung inklusive Gespräch mit Regisseur Damir Luka?evi? am Dienstag, 29. November um 18:00 Uhr ins Cine k Kino ein.

Die Veranstaltung ist Teil des Rahmenprogramms zum Erinnerungsgang 2022.

Mehr Infos und Tickets zur öffentlichen Veranstaltung finden Sie unter: https://www.cine-k.de/programm/film/ein-nasser-hund.
22.11.2022, 18:18 Uhr
Erfolgreiche Buchpatenschaft
Rotary-Club Oldenburg-Ammerland spendet 800 Euro für Restaurierung
Ein Buch ist gerettet: Im Rahmen der Aktion „Buch in Not“ der Landesbibliothek Oldenburg hat der Rotary-Club Oldenburg-Ammerland 800 Euro für die Restaurierung eines 1518 erschienenen Drucks aus der Werkstatt des venezianischen Verlegers Aldus Manutius gespendet. Das Buch enthält einen grundlegenden Text des Pazifismus, die „Pacis Querela – Klage des Friedens“ des berühmten Humanisten Erasmus von Rotterdam. Der Titel des Buches spricht für sich: „Aus aktuellem Anlass haben wir uns bei unserer Buchpatenschaft für die Schrift von Erasmus von Rotterdam entschieden“, erklärt Dr. Matthias Hengelbrock, Pastpräsident des Rotary-Clubs Oldenburg-Ammerland.

Der Zahn der Zeit hatte zahlreiche Spuren hinterlassen: Der Pergament-Einband war aufgeplatzt, die Benutzung nicht mehr möglich. Dank der Buchpatenschaft des Clubs ist das Einbandmaterial bei einem Restaurator regeneriert und partiell ergänzt worden, Buchrücken und Deckel wurden stabilisiert. Die „Klage des Friedens“ hat neue Bindebänder und eine schützende Behausung in Form eines Schubers erhalten und kann jetzt auch wieder gelesen und erforscht werden.

Bei einer Führung durch die Ausstellung weiterer Bücher aus der Werkstatt von Aldus Manutius bestaunen die Mitglieder des Rotary-Clubs das Resultat der Restaurierung. „2004 haben wir die Buch-in-Not-Aktion initiiert“, erklärte Corinna Roeder, Direktorin der Landesbibliothek Oldenburg, und bedankt sich bei Matthias Hengelbrock. „Der Rotary-Club hat uns von Anfang an unterstützt und seitdem schon mehrere Buchpatenschaften übernommen“, so Roeder.

Wer ebenfalls Buchpate werden möchte, kann sich auf der Homepage der Landesbibliothek Oldenburg über die Aktion „Buch in Not“ informieren. Ansprechpersonen sind Corinna Roeder (Direktorin) unter Telefon 0441-505018-11 und E-Mail roeder@lb-oldenburg.de sowie Mario Kotzur (Bereich Bucherhaltung) unter Telefon 0441-505018-45 und E-Mail kotzur@lb-oldenburg.de.
11.11.2022, 12:13 Uhr
„Jede Geschichte zählt“
Stadt ruft mit Empfang und Erinnerungszeichen Schicksal von jüdischen Familien ins Gedächtnis
Es waren fünf Menschen unter den sechs Millionen Opfern des Holocaust: Lilli und Georg Gerson, ihr Sohn Paul Gerson sowie Lilli Gersons Eltern Klara und Philipp Cohen – umgekommen in den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten. Ihre Namen zieren jetzt eine Wandtafel an der Fassade des Hauses an der Bremer Straße 32 in Oldenburg. Hier hatte die jüdische Familie bis 1935 gewohnt. Zu ihnen gehörte auch der zweite Sohn Peter, der als einziges Familienmitglied die Torturen der Nazis überlebt hatte. Eingeweiht wurde das „Erinnerungszeichen“ am Mittwochmittag. Zuvor fand im Alten Rathaus ein Empfang statt. Dazu begrüßten Oberbürgermeister Jürgen Krogmann und der Initiator der Oldenburger Erinnerungszeichen und Vorsitzende der Oldenburger Bürgerstiftung, Dietmar Schütz, Gäste aus Israel: Gideon und Jonathan Gerzon. Die beiden mit ihren Familien angereisten Brüder sind Peter Gersons Söhne.

Das Schicksal der Familie Gerson, die ihren Namen im neuen Staate Israel in Gerzon änderte, stand am Mittwoch stellvertretend für weitere jüdische Opfer von NS-Verbrechen. An den einstigen Wohnorten dieser Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet worden sind, wurden bisher auf Initiative der Bürgerstiftung zehn sogenannte Erinnerungszeichen installiert. Weitere folgen nun in den nächsten Wochen – insgesamt 32 sollen es werden. Die Erinnerungszeichen stehen gut sichtbar – entweder als Stele auf öffentlichem Grund oder als Wandtafel an der Hausfassade – und enthalten Namen, Lebensdaten, Angaben zum Schicksal sowie Bilder der Opfer. Der neue Ansatz: Im Gegensatz zu den bekannten Stolpersteinen sind die Erinnerungszeichen bewusst auf Augenhöhe angebracht. „Die Erinnerungszeichen zeigen, dass jede einzelne Geschichte zählt – und dass jede einzelne auf ihre Weise ein Dokument für die Unmenschlichkeit des NS-Staates ist“, sagte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. „Es ist wichtig, dass wir unser Wissen an die jüngere Generation weitergeben, damit sich Geschichte nicht wiederholt.“

In Oldenburg werden die Erinnerungszeichen von der Stadt und der Oldenburger Bürgerstiftung in enger Zusammenarbeit mit dem Verein Werkstattfilm installiert. Oldenburg orientiert sich dabei am Vorbild von München und Ingolstadt, die diese Form der Erinnerungskultur und des öffentlichen Gedenkens als erste Städte etabliert haben. Den Kontakt nach München hatte die Bürgerstiftung geknüpft. Sie finanziert die Anfertigung der Erinnerungszeichen durch Spenden der Oldenburgerinnen und Oldenburger. „Die Erinnerungszeichen bringen die Namen und Biografien der Frauen, Männer und Kinder, die in der NS-Zeit ums Leben gekommen sind und hier in Oldenburg Freunde, Bekannte und Nachbarn gehabt haben, in das Gedächtnis der Stadt zurück. Ohne Gedächtnis und Erinnerung kann keine Gesellschaft funktionieren. Sie geben Identität und Orientierung“, betonte Dietmar Schütz, Vorsitzender der Bürgerstiftung und Oberbürgermeister a.D. In seiner Ansprache hob Schütz auch das Engagement von Jörg Witte hervor. Der ehemalige Lehrer des Alten Gymnasiums Oldenburg habe in besonderer Weise dazu beigetragen, das Schicksal der Familie Gerson zu recherchieren und die Erinnerung wach zu halten.

Der 1925 in Oldenburg geborene Peter Gerson ist 2014 in Israel verstorben. Die 1938 in die Niederlande emigrierte Familie wurde von den Nazis in Vernichtungslager deportiert. Sein Bruder Paul und seine Mutter Lilli wurden in Auschwitz ermordet. Peter Gerson und sein Vater Georg wurden nach Kaufering, einem Außenlager des KZ Dachau gebracht. Während Georg Gerson die Qualen der Zwangsarbeit nicht überlebte, glückte Peter im April 1945 die Flucht bei einem Zugtransport. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelang ihm die Einreise nach Palästina. Er kämpfte im neugegründeten Staat Israel als Soldat an der syrischen und libanesischen Grenze, arbeitete nach dem Ende des Unabhängigkeitskrieges als Elektriker und ließ sich später als Kraftwerksingenieur mit seiner Familie in Ashdod nieder.

Sein Sohn Gideon Gerzon zeigte sich am Mittwoch im Rahmen des Rathaus-Empfanges tief beeindruckt vom Oldenburger Engagement und dankte der Stadt und der Bürgerstiftung: „Dass meine Familie auf diese Weise geehrt wird, hat eine besondere Bedeutung für uns.“
08.11.2022, 18:55 Uhr
Carl-von-Ossietzky-Preis: Festakt am 9. Dezember
Shelly Kupferberg hält Laudatio auf Igor Levit – Anmeldungen bis 25. November
Die Journalistin und Moderatorin Shelly Kupferberg wird die Laudatio auf den Carl-von-Ossietzky-Preisträger des Jahres 2022 Igor Levit halten. Der weltweit bekannte Pianist, Aktivist und bekennende Europäer Levit erhält die Auszeichnung der Stadt Oldenburg am Freitag, 9. Dezember, für seinen Einsatz „gegen Rassismus, Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit und die Verrohung der Sprache. Mit seiner Stimme als Musiker und als politisch denkender, sprechender und handelnder Mensch sensibilisiert er für die Dringlichkeit zivilgesellschaftlichen Engagements“, schreibt die Jury in ihrer Begründung. Die musikalische Gestaltung des Festaktes obliegt dem französischen Komponisten Étienne Haan, dessen eigens zu diesem Anlass erstellte Auftragskomposition „Auf der Weltbühne“ uraufgeführt wird. Ein musikalischer Beitrag von Igor Levit ist nicht vorgesehen.

Shelly Kupferberg, 1974 in Tel Aviv geboren, hat in Berlin Theater- und Musikwissenschaften sowie Publizistik studiert. Seit vielen Jahren arbeitet sie für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und ist als freie Redakteurin und Moderatorin für Deutschlandfunk Kultur und RBB Kultur tätig. Beim internationalen Literaturfestival Berlin ilb, den deutsch-israelischen Literaturtagen von Goethe-Institut und Heinrich-Böll-Stiftung und der Leipziger und Frankfurter Buchmesse ist sie ebenso wie bei der Berlinale und Gesprächskonzerten als Moderatorin zu erleben. Mit ihrem in diesem Sommer im Diogenes Verlag erschienenen Debüt „Isidor“ über ihren Urgroßonkel aus Galizien hat sie sich auch als Autorin einen Namen gemacht. Das Buch stand auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.

Die Preisverleihung findet am Freitag, 9. Dezember, um 18 Uhr im Kulturzentrum PFL, Peterstraße 3, statt. Der Festakt ist sowohl für geladene Gäste als auch für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich. Eine Anmeldung ist bis Freitag, 25. November, erforderlich: per E-Mail an ossietzky-preis@stadt-oldenburg.de oder unter Telefon 0441 235-3193. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt. Die Vergabe erfolgt nach Eingang der Anmeldung. Zudem wird der Festakt live im Internet zu sehen sein, unter www.ossietzky-preis.de.

Der Carl-von-Ossietzky-Preis für Zeitgeschichte und Politik wird bereits seit 1984 jeweils alle zwei Jahre in Erinnerung an den Namenspatron von der Stadt Oldenburg verliehen. Ausgezeichnet werden Personen, einzelne Arbeiten oder Gesamtwerke, die sich mit Leben und Werk Ossietzkys oder die sich mit dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus auseinandersetzen. Der Preis kann auch für Arbeiten oder Personen zuerkannt werden, die sich im Geiste Carl von Ossietzkys mit der demokratischen Tradition und Gegenwart in Deutschland oder mit Themen der Politik und Zeitgeschichte befassen.

Die Vergabe erfolgt aufgrund des Votums einer unabhängigen Jury, der die Historikerin Professorin Dr. Dagmar Freist (Universität Oldenburg), der Journalist und frühere Direktor des NDR-Landesfunkhauses Schleswig-Holstein Friedrich-Wilhelm Kramer (Hamburg), der Journalist und ehemalige Tagesthemen-Moderator Thomas Roth (Berlin) sowie der Historiker Professor Dr. Martin Sabrow (Potsdam, Senior Fellow am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung) angehören.

Informationen zum Preis mit Angaben zum Preisträger, zur Jury und ihrer Begründung, zur Laudatorin sowie zum Komponisten gibt es im Internet unter www.ossietzky-preis.de. Etwaige Hygieneauflagen sind dort ebenfalls zu finden und müssen beachtet werden.
08.11.2022, 18:49 Uhr
Infocontainer an der Baustelle des Stadtmuseums
SMO informiert über Neubau und Arbeit hinter den Kulissen
Mit einem Kran und vereinten Kräften wurde heute ein leuchtend orangefarbener Container vor der Baustelle des Stadtmuseums an der Lappankreuzung positioniert und eingerichtet. In dem kleinen Seecontainer mit großformatigem SMO-Logo informiert das Stadtmuseum zukünftig über das Geschehen hinter dem Bauzaun und die Arbeit des Museums. Christiane Cordes, Amtsleiterin für Kultur, Museen und Sport und Museumsleiter Dr. Steffen Wiegmann weihten den Container heute zusammen mit den beteiligten Mitarbeitenden ein. „Der Neubau und die Neuausrichtung des Stadtmuseums sind bedeutende Entwicklungen für Oldenburg. Deshalb war es uns von Anfang an wichtig, die Bürgerinnen und Bürger an dem Vorhaben zu beteiligen“, sagt Christiane Cordes. „Ich freue mich, dass die Arbeit des Museums trotz Bauzaun und verschlossenen Türen im Stadtraum präsent bleibt und so möglichst viele Menschen für das Projekt begeistert und zur weiteren Beteiligung anregt.“ 
 
Transparenz auf dem Weg zum neuen Museum

Im Container geben kurze Filme spannende Einblicke in das Projekt „Neues Stadtmuseum“. In regelmäßigen Abständen ergänzen neue Clips über aktuelle Themen das Repertoire. Produziert werden diese von der Firma Schwarzseher, die das Museumsteam auf dem Weg zum neuen SMO begleitet. „Der Container und die Filme sind für uns eine Möglichkeit, die Entwicklungen im Projekt ‚Neues Stadtmuseum‘ transparent zu machen – und das für alle, die hier an der Baustelle vorbei kommen“, erläutert Museumsleiter Dr. Steffen Wiegmann die Idee hinter dem Container. „Es ist uns wichtig, den Menschen zu vermitteln, was hinter den Kulissen passiert, denn das Museum, das hier entsteht, soll ein Ort mit persönlicher Bedeutung für alle Oldenburgerinnen und Oldenburger werden.“

Filme mit Museumsteam und Menschen aus Oldenburg

Die gezeigten Filme werfen Schlaglichter auf interessante Teilaspekte des Bauprozesses und der Arbeit im Museum. So war das Filmteam zum Beispiel hautnah beim Abriss der Neuen Galerie dabei und konnte in diesem Zusammenhang spektakuläre Bilder einfangen. Ergänzt werden sie durch Interviews mit Mitgliedern des Museumsteams, die eigene Gedanken, Erinnerungen und Visionen vom neuen SMO vermitteln. Und auch Oldenburgerinnen und Oldenburger kommen zu Wort! Auf einem orangefarbenen Sofa wurden zum Auftakt fünf Menschen aus der Stadt zu ihren Wünschen und Ideen für das neue Stadtmuseum befragt. So auch der Oldenburger Bernd Munderloh, der heute ebenfalls an der Einweihung teilnahm und dort die Filme zum ersten Mal sah. Das Sofa-Format soll auch zukünftig an wechselnden Orten weitere Stimmen und Meinungen zum entstehenden Museum einfangen.

Der Container wird voraussichtlich während der gesamten Bauzeit an der Lappankreuzung verbleiben und nur für einige wenige besondere Ausstellungsprojekte an andere Orte in Oldenburg umziehen.

Weitere Informationen gibt es auf der Website zur Schließzeit-Kampagne „Museum findet Stadt“. Unter www.museum-findet-stadt.de gibt es aktuelle Bilder der Baustelle, Events, der Podcast des Stadtmuseums, die Stadtausstellung und vieles mehr zu entdecken.
04.11.2022, 13:36 Uhr
Comic-KIBUM startet am 12. November
Eröffnung mit Comic-Autor Jeff Kinney – Lesetempel und Veranstaltungszentrum im PFL
„Mehr als krach & bumm! KIBUM, Comics und Graphic Novels“ – so lautet das Motto der diesjährigen Oldenburger Kinder- und Jugendbuchmesse, die Stadt und Universität vom 12. bis 22. November veranstalten. Prominenter Schirmherr und zu Gast in Oldenburg ist der internationale Star der Kinder-Comicliteratur Jeff Kinney. Die KIBUM sei ein Leuchtturm der Leseförderung, schreiben Oberbürgermeister Jürgen Krogmann und Universitätspräsident Prof. Dr. Ralph Bruder in ihrem gemeinsamen Grußwort, mit einem Programm voller Höhepunkte, das – mit aller gebotenen Vorsicht – wieder in Gänze stattfinden kann: Lesungen für Schulen und Kitas, beliebte Autorinnen und Autoren im Gespräch, eine Tagung für Fachkräfte und jederzeit zugängliche Online-Formate.

Comic-Autor Jeff Kinney eröffnet die KIBUM am Samstag, 12. November, um 15 Uhr in der Kulturetage – im Gepäck hat er das druckfrische „Gregs Tagebuch 17 – Voll aufgedreht!“. Sein Comic-Credo lautet: „Eine Geschichte nicht nur mit Worten, sondern auch über Zeichnungen zu erleben, macht gleich doppelt Spaß.“ Das sehen auch seine Fans so, denn „Gregs Tagebücher“ wurden mehr als 250 Millionen Mal verkauft und in 56 Sprachen übersetzt. Kostenfreie Karten für die von Katrin Hörnlein moderierte Eröffnung gibt es ab Freitag, 4. November, 15 Uhr, in der Kulturetage und der Kinderbibliothek Oldenburg (solange der Vorrat reicht). Sie wird auch als Live-Stream unter www.kibum.de übertragen.

Nach zweijähriger Pause wird das Kulturzentrum PFL wieder zu einem Lesetempel für alle KIBUM-Fans. Mehr als 2.000 Neuerscheinungen aus knapp 250Verlagen hat das Team des Bibliotheks- und Informationssystems der Universität Oldenburg eingeworben: darunter mehr als 800 Bilderbücher, mehr als 600 Titel für Kinder ab sechs Jahren und über 300 Titel für die Altersgruppe ab zehn Jahren. Für Jugendliche konnten 185 Titel eingeworben werden. Comics und Graphic Novels sind mit 159 Neuerscheinungen vertreten (Stand 1. November). Zusätzlich gibt es wieder eine digitale Buchmesse für alle, die sich nicht auf den Weg in den Nordwesten machen können: Buchtrailer oder Leseproben ergänzen die Online-Präsenz der aktuellsten Kinder- und Jugendbücher unter www.kibum.de.

Auch das von der Stadtbibliothek Oldenburg organisierte Rahmenprogramm der KIBUM kann sich mit über 250 Veranstaltungen sehen lassen: 25 Autorinnen und Autoren aus Deutschland, Spanien und Österreich kommen nach Oldenburg und haben ihre neuesten Bücher im Gepäck, darunter Flix, Mawil, Zapf oder Alice Pantermüller mit Daniela Kohl. Die Veranstaltungen an den Wochenenden werden kostenlos gestreamt. Während sich weiterführende Schulen und Kitas über Besuche von Autorinnen und Autoren freuen können, werden für Grundschulklassen Lesungen im Casablanca-Kino, Forum St. Peter und Wilhelm13 organisiert. Die Resonanz von Kitas, Schulen und weiteren Gruppen ist bislang groß. Freie Kapazitäten für den Besuch von Messe und – nur noch ausschließlich für Grundschulklassen – Veranstaltungen können per E-Mail erfragt werden unter stadtbibliothek@stadt-oldenburg.de.

Das begleitende Online-Rahmenprogramm gibt unter anderem spannende Einblicke in die Ateliers beliebter Comic-Autorinnen und -Autoren wie Flix oder Mawil. Die zehn- und elfjährigen Oldenburger Luca und Felix blicken in ihrem Instagram-Kanal „bookbrothers_ol“ hinter die Kulissen der KIBUM und geben Lesetipps, während auch die Reihe der „Booktubes“ mit Jugendlichen des Neuen Gymnasiums fortgesetzt wird.

Die Oldenburger Forschungsstelle für Kinder- und Jugendliteratur (OlFoKi) der Universität Oldenburg bietet neben einer wissenschaftlichen Tagung auch in diesem Jahr das Online-Format „Wissenschaft in zehn Minuten“ an. Die Beiträge stellen aktuelle und historische Kinder- und Jugendliteratur unter anderem aus didaktischer Sicht vor. Die Tagung „Kindheit medial. Kindheits- und Jugendkonstruktionen im aktuellen Comic“ vom 14. bis 15. November richtet sich an ein interessiertes Fachpublikum und wird von einem öffentlichen Abendvortrag von Andreas Platthaus – Chef des Literatur-Ressorts der Frankfurter Allgemeinen Zeitung – am Montag, 14. November, begleitet.

Das 40. Oldenburger Kinderfilmfestival des Casablanca Programmkinos bietet im Rahmen der KIBUM darüber hinaus ein spannendes, kostenpflichtiges Kinoprogramm für Kinder, Jugendliche und Familien an.

„Mehr als krach & bumm! KIBUM, Comics und Graphic Novels“ wird gefördert von der OLB-Stiftung und der EWE Stiftung als Hauptförderer sowie von CEWE. Das vollständige Programm sowie Öffnungszeiten und Hinweise auf eventuelle kurzfristige Einschränkungen durch das Corona-Infektionsgeschehen gibt es unter www.kibum.de.
28.10.2022, 10:51 Uhr
Magazin des Stadtmuseums informiert über Neuausrichtung
Erstausgabe jetzt kostenlos an ausgewählten Orten erhältlich
„Anfangen“ ist das Titelthema des neu erschienenen Magazins des Stadtmuseums. Seit gestern ist es kostenlos im PFL und in den Stadtteilbibliotheken Eversten, Kreyenbrück und Ofenerdiek, sowie im Core und der Tourist-Information erhältlich. „Unser SMO-Magazin soll bis zur Neueröffnung im Mai 2025 ein- bis zweimal jährlich erscheinen“, sagt Museumsleiter Dr. Steffen Wiegmann. „Mit thematischen Schwerpunkten, die unseren Weg zum neuen Stadtmuseum begleiten, wollen wir allen Interessierten einen tieferen Blick auf uns und unsere Arbeit bieten.“ So erscheinen kommende Ausgaben zum Beispiel zu Themen wie „sammeln“ oder „bauen“.

Informativ und Unterhaltsam

Der Leitartikel der ersten Ausgabe befasst sich mit den vielen kleinen und großen Anfängen, die das Stadtmuseum seit seiner Gründung vor über 100 Jahren durchlebte. Museumsleiter Wiegmann beschreibt darin anschaulich den jahrzehntelangen Prozess, der der Neuausrichtung und dem Neubau voranging und blickt auf die Neuanfänge, die noch vor dem Museum liegen. Außerdem erwarten interessierte Leserinnen und Leser ein Interview mit den beiden wissenschaftlichen Volontären des SMO, verschiedene spannende Artikel zur aktuellen Arbeit des Museumsteams und eine unterhaltsame Rubrik, in der besondere Fundstücke aus der Sammlung verbunden mit dem Leitthema „anfangen“ vorgestellt werden. „Passenderweise ziert das leere Baufeld das Cover unserer Erstausgabe“, erläutert Wiegmann. „Es ist eine Leerstelle, die es nicht nur mit einem neuen Gebäude, sondern vor allem mit Leben zu füllen gilt!“

Wer zukünftig ein Magazin per Post erhalten möchte, kann sich mit einer Mail an stadtmuseum@stadt-oldenburg.de für den Versand des nächsten Magazins anmelden. 
28.10.2022, 10:32 Uhr
Erinnerungsgang: Schüler*innen stellen gemeinsam mit Kino Filmprogramm auf die Beine
Ein Zeichen setzen, um an die Machenschaften des 09./10. November 1938 zu erinnern.  Seit 2005 übernimmt jedes Jahr eine andere Schule die Gestaltung des Erinnerungsgangs. Das Medienbüro Oldenburg begleitet die verantwortliche Schule und den Erinnerungsgang seit Jahren mit einem Filmprogramm.

Dieses Jahr haben Schüler*innen der Helene-Lange-Schule gemeinsam mit dem Medienbüro das Filmprogramm entwickelt.
Im Cine k zu sehen sind vier öffentliche Filme (s.u.) und ein individuell buchbares Schulprogramm.


Programm für Schulklassen
Vom 01.11.2022 – 22.12.2022 können Schulklassen aus dem Schulklassenprogramm zum Erinnerungsgang Filme wählen.

Eine Anmeldung ist jederzeit unter filmvermittlung@cine-k.de möglich.

Das Medienbüro präsentiert vier öffentliche Veranstaltungen im Cine k (s.u.). Eine der Veranstaltungen (Ein nasser Hund am ) wird inklusive Regiegespräch von zwei Schüler*innen der Helene-Lange-Schule selbst durchgeführt. 

Alle öffentlichen Veranstaltungen:
"Der Letzte der Ungerechten" von Claude Lanzmann (So, 6.11 um 15:30 Uhr) mit Einführung von Dr. Klaus Thörner
"Der Passfälscher" (Do, 10.11 um 20:00 Uhr) mit Regiegespräch
"Nelly und Nadine" (Sa, 26.11 um 18:00 Uhr)
"Ein nasser Hund" (Di, 28.11 um 18:00 Uhr) mit Regiegespräch von den Schüler*innen der Helene-Lange-Schule 


Das komplette Programm finden Sie unter www.cine-k.de/go/erinnerungsgang2022
25.10.2022, 14:19 Uhr
Ein Hölderlin für die Landesbibliothek Oldenburg
Oldenburger Sammler entdeckt Originalradierung des jüdischen Künstlers Arno Nadel
Verfolgt vom NS-Regime, im Konzentrationslager Auschwitz ermordet: Arno Nadel (1878–1943) war Maler, Schriftsteller und Musikwissenschaftler. Seine Werke: zu großen Teilen zerstört.

Nun schenkte der Oldenburger Literaturwissenschaftler und Sammler Christoph Prignitz der Landesbibliothek Oldenburg eine Originalradierung des jüdischen Künstlers: ein bisher weitgehend unbekanntes expressionistisches Porträt Friedrich Hölderlins (1770–1843), das in einem Pressendruck von 1923 enthalten ist.

Bislang besaßen in Deutschland nur das Jüdische Museum in Berlin und die Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar diesen Pressendruck – nun auch die Landesbibliothek Oldenburg.

Nadel arbeitete als Musikwissenschaftler zu jüdischen Volksliedern und zur Synagogenmusik und besaß eine große Sammlung von Musikalien. Bevor er und seine Frau nach Auschwitz deportiert wurden, überließ er seine Sammlung und Teile seiner eigenen Werke der bekannten Künstlerin Käthe Kollwitz. Sie wurden zusammen mit ihrem Atelier während des Krieges in Berlin zerstört.

„Ganz zufällig habe ich in einem Berliner Antiquariat das Porträt entdeckt“, erzählt Christoph Prignitz, „der Name Arno Nadel war mir natürlich auch völlig unbekannt.“ Er erkundigte sich beim Jüdischen Museum in Berlin und beschäftigte sich genauer mit Nadels Werk.

Daraus ist eine Publikation entstanden, die den Pressendruck in das Werk Arno Nadels einordnet. Die expressionistische Originalradierung von 1923 verfremde das bekannte Porträt des jungen Hölderlins von Franz Carl Hiemer, erklärt Prignitz – die Gesichtszüge seien viel dunkler und illustrieren damit die im Pressendruck enthaltenen „Gedichte aus der Wahnsinnszeit“. Eine weitere Zeichnung mit dem Namen „Hölderlin-Insel“ verarbeite den zunehmenden Kulturverlust in der NS-Zeit, so Prignitz.

Ausstellung im Rahmen des Erinnerungsgangs im November
Der Sammler möchte der Landesbibliothek noch weitere erhaltene Werke von Arno Nadel überlassen. Die Landesbibliothek Oldenburg erhält auf diese Weise eine kleine Spezialsammlung, die die jüdische Gemeinde in Oldenburg und die überregionale Wissenschaft interessieren dürfte.

Anlässlich des diesjährigen Erinnerungsgangs am 10. November wird die Spezialsammlung zeitgleich mit der Ausstellung „Das geht auch mich an!“ in der Landesbibliothek Oldenburg präsentiert. Die von Schülerinnen und Schülern der IGS Helene-Lange-Schule entwickelte Ausstellung ist vom 7. bis 19. November zu sehen. Nähere Informationen folgen in Kürze.
14.10.2022, 12:51 Uhr
Cine k für herausragendes Programm mit Kinopreis des Bundes ausgezeichnet
Wolfgang Bruch und Marion Fittje, Geschäftsführer*innen des Cine k Kinos, sind in Feierstimmung. Am 13.10.2022 durften sie in Berlin zwei Kinoprogrammpreise für ihr Kino entgegennehmen.

Ausgezeichnet wurde das Cine k für sein herausragendes Jahresfilmprogramm mit einem Preisgeld in Höhe von 7.500 Euro und für sein herausragendes Dokumentarfilmprogramm mit einem Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro.

Der Kinoprogrammpreis des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien ist eine jährlich vergebene Auszeichnung für Kinos mit einem kulturell herausragenden Jahresfilmprogramm in Deutschland.

"Wir freuen uns sehr, dieses Jahr wieder für unser besonderes Programm ausgezeichnet zu werden", berichten Wolfgang Bruch und Marion Fittje. Auf die Programmkuration lege das Kino traditionell viel wert. Bruch, der für das Programm zuständig ist, betont, dass in Zeiten von Streaming-Diensten dem kuratierten Kino-Programm eine ganz besondere Bedeutung zukomme: "Unsere Besucher*innen können sich sicher sein, dass sie bei uns ein gutes und durchdachtes Programm finden, das sich nicht an Streaming-Dienst-Algorithmen orientiert. So schaut man bei uns auch mal über den Tellerrand der eigenen Algorithmus-Blase hinaus."
16.09.2022, 15:17 Uhr
Generation Beatclub singt und groovt
Rockchor 55+ trifft sich weiter einmal im Monat
Gute Nachrichten für die Generation Beatclub: Die Workshopreihe „Oldenburger Rockchor“ in der Jugendherberge Oldenburg, Straßburger Straße 6, wird fortgesetzt. Bis Ende 2022 finden monatliche Treffen statt, im Dezember gibt es ein Weihnachtsspezial. Die nächsten Termine sind am 18. September, am 30. Oktober, am 27. November und am 11. Dezember 2022, jeweils von 15.30 bis 17 Uhr. Ein Einstieg ist jederzeit möglich. Die musikalische Leitung der Workshops haben Claudia und Heinz Fröhling vom Oldenburger Trio „Heart of Gold“. Das Kulturbüro der Stadt Oldenburg unterstützt die Workshopreihe.

Workshop-Anmeldungen werden unter Telefon 0441 87135 oder per E-Mail an oldenburg@jugendherberge.de entgegengenommen. Die Teilnahme kostet pro Termin 12,50 Euro inklusive Getränke.
09.09.2022, 13:53 Uhr
„Dürer, Pirckheimer, Manutius und die Liebe zum Buch.“
Landesbibliothek Oldenburg stellt erstmals zwei Buchmalereien gegenüber, die Albrecht Dürer zugeschrieben werden
Vor kurzem wurde in der Landesbibliothek Oldenburg ein Buch mit einer Miniatur entdeckt, die höchstwahrscheinlich von Albrecht Dürer (1471-1528) eigenhändig gemalt wurde. Der spektakuläre Fund sorgte international für Aufsehen. Die Miniatur gehört zu einer kleinen Gruppe von Buchmalereien, die Dürer für seinen Freund, den Humanisten Willibald Pirckheimer (1470-1515), gestaltete. Die Oldenburger Miniatur ist vom 16.9. bis zum 29.10.22 in der Tresorvitrine der Landesbibliothek zu sehen - gemeinsam mit einer zweiten Miniatur Dürers aus der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek Hannover. Besucher haben so erstmals die Chance, die beiden Buchmalereien unmittelbar im Original zu vergleichen. Alle anderen bekannten Dürer-Miniaturen befinden sich im europäischen Ausland und in den USA.

Rund um diese beiden Spitzenwerke präsentiert die Landesbibliothek Oldenburg bis Ende Oktober ein hochkarätiges Vortragsprogramm unter dem Titel „Albrecht Dürer, Willibald Pirckheimer, Aldus Manutius und die Liebe zum Buch“. Experten verschiedener Fachrichtungen beleuchten die Beziehungen der drei großen Renaissance-Persönlichkeiten und ihre Leidenschaft für Bücher. Zu sehen ist auch die Kabinettausstellung „Bücherschätze der venezianischen Renaissance aus der Offizin des Aldus Manutius“.

Den Eröffnungsvortrag „SCHÖNER LESEN. Albrecht Dürer und das Buch als Kunstwerk“ am Donnerstag, dem 15.9.22, um 19 Uhr hält Dr. Christof Metzger. Er ist Chef-Kurator der Albertina Wien, einer der größten und bedeutendsten Grafischen Sammlungen der Welt, und international anerkannter Dürer-Experte.

„Die jüngst in der Landesbibliothek Oldenburg entdeckte Buchrarität, das 1502 in Venedig gedruckte Onomastikón des Polydeukes, ist ein (kunst)historisches Dokument von allererstem Rang“, so Metzger. Auf dem ersten Blatt finden sich in delikater Deckfarbenmalerei auf Delphinen balancierende Putten, die das Wappen eines der wichtigsten deutschen Büchersammler des Humanismus begleiten: Willibald Pirckheimer. Es fügt sich in eine Gruppe von 19 ähnlich opulent ausgestatteten Klassikerausgaben, als deren Gestalter Pirckheimers Freund und Vertrauter Albrecht Dürer in der Diskussion steht. Der Vortrag beleuchtet den historischen Hintergrund dieses hochbedeutenden bibliophilen Projekts und versucht auf die Frage aller Fragen – „Hat Dürer es selbst gemalt?“ – die Antwort zu geben.
06.09.2022, 17:27 Uhr
Die Nacht der Museen im Sonderformat
Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause ist sie zurück: Die Nacht der Museen! Am Samstag, 24. September, öffnen das Horst-Janssen-Museum, die historischen Villen des Stadtmuseums Oldenburg, das Edith-Russ-Haus für Medienkunst, der Oldenburger Kunstverein, das Computermuseum und der Pulverturm ihre Türen für einen nächtlichen Museumsbesuch mit abwechslungsreichem Programm. Eine Besonderheit in diesem Jahr: Das Programm in den Villen des Stadtmuseums startet schon um 14 Uhr und auch alle anderen Häuser haben bereits am Nachmittag geöffnet. Neben den vielfältigen Ausstellungen der Häuser stehen auch spannende Führungen, kreative Workshops und Mitmachaktionen, Musik unterschiedlicher Stilrichtungen und leckere Getränke und Snacks auf dem Programm. Der Eintritt in diesem Jahr ist frei.

Das gesamte Angebot der „Nacht der Museen“ ist unter www.oldenburg.de/nachtdermuseen zu finden. 
30.08.2022, 16:50 Uhr
„Island Begegnungen“ starten im Herbst
Mehr als 30 Veranstaltungen zur Kultur und Gesellschaft der Vulkaninsel im Nordatlantik
Ein kreatives Hoch über Island wird im Herbst 2022 nach Oldenburg ziehen und der Huntestadt ein kulturell nordatlantisches Klima bescheren. 19 Institutionen, zahlreiche Künstlerinnen und Künstler sowie Personen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik sowohl aus Oldenburg und der Region als auch aus Island beteiligen sich an den „Island Begegnungen“, die federführend vom Kulturbüro der Stadt veranstaltet werden. Am heutigen Dienstag, 30. August, wurde das Programm mit mehr als 30 Veranstaltungen und Projekten in einer Pressekonferenz im Alten Rathaus vorgestellt. Die seit 2010 als Biennale durchgeführte Projektreihe findet ab dem 20. September für etwa acht Wochen statt, nachdem sie 2021 Corona-bedingt ausgefallen war.

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann merkte dazu an: „Wir freuen uns, allen Island-Interessierten mit unterschiedlichen Formaten wie Ausstellungen, Filmen, Konzerten, Lesungen, Video-Blogs und Workshops die spannende Vulkaninsel und ihre Menschen näher zu bringen. Das Kulturbüro hat gemeinsam mit allen Projektpartnerinnen und -partnern auch mit diesen ‚Begegnungen‘ wieder ganze Arbeit geleistet und ein hochkarätiges Programm auf die Beine gestellt, das zwei Monate lang einer unserer kulturellen Höhepunkte in der Stadt sein wird.“

Spannende Gäste werden in Oldenburg erwartet: Unter anderem der Künstler und ehemalige Bürgermeister Reykjaviks, Jón Gnarr, dessen Theaterstück „Hotel Volkswagen“ vom Kulturbüro und dem Staatstheater unter Anwesenheit des Autors präsentiert wird. Ebenso der Schriftsteller Arthúr Bollason, der dem Publikum in der VHS Oldenburg etwa die Isländersagas näherbringt oder auch Guðmundur G. Þórarinsson, Organisator der legendären Schach-WM 1972 in Reykjavik, bei der es zum Showdown zwischen dem schillernden Bobby Fischer und Boris Spassky kam.

Die Fotoausstellung „IceAGE“, entstanden während einer Expedition des Instituts Senckenberg am Meer, taucht ab in die phantastische Unterwasserwelt vor Island. Aber auch kritisch hinterfragt wird der Begriff der Natur – bei einer szenischen Lesung durch die Kulturetage, basierend auf einem schriftlichen Gedankenaustausch zwischen Björk und dem Philosophen der Stunde, Timothy Morton.

Und im Rahmen eines „Island-Abends“ ist neben dem Schauspieler Tobias Schormann vom Oldenburgischen Staatstheater der isländische Rockstar und ehemalige Gesundheitsminister Óttarr Proppé zu erleben. Beide werden durch einen bunten Abend voller Musik, Theater, Poesie und isländischen Impressionen führen.
02.08.2022, 17:40 Uhr
Großer Flohmarkt der Stadtbibliothek Oldenburg
Kinder-, Jugend- und Erwachsenenmedien zu günstigen Preisen
Der Freundeskreis der Stadtbibliothek Oldenburg e.V. organisiert einen großen Bücherflohmarkt. Am Samstag, 6. August, von 11 bis 14 Uhr findet auf dem Freigelände zwischen der Stadtbibliothek im PFL, Peterstraße 3, und der Kinderbibliothek am PFL, Peterstraße 1, ein Bücherflohmarkt mit Kinder-, Jugend- und Erwachsenenmedien zu günstigen Preisen statt. Zusätzlich werden kostenlose Bilderbuchkinos und Bastelaktionen für die kleinen Gäste angeboten.

Weitere Informationen sind unter www.stadtbibliothek-oldenburg.de zu finden.
26.07.2022, 22:42 Uhr
Freundeskreis der Stadtbibliothek Oldenburg e.V. mit neuem Vorstand
Erste Aktion: Großer Open Air-Bücherflohmarkt am 6. August
Der Freundeskreis der Stadtbibliothek Oldenburg e.V. hat einen neuen Vorstand gewählt. Die Vorstandsmitglieder sind Susanne Helms (Schriftführerin), Gunnar Helms (Kassenwart) und Katja Nolting-Möhlenbrock (1. Vorsitzende). „Wir freuen uns über die neuen Aufgaben, die auf uns zukommen, um die Stadtbibliothek auch in den nächsten Jahren tatkräftig zu unterstützen. Bedanken möchten wir uns beim bisherigen Vorstand für die engagierte Vereinsarbeit in den vergangenen Jahren“, so Katja Nolting-Möhlenbrock zu ihrer neuen Position.

Als erstes organisiert der Freundeskreis einen großen Bücherflohmarkt: Am Samstag, 6. August, gibt es von 11 bis 14 Uhr auf dem Freigelände zwischen der Stadtbibliothek im PFL (Peterstraße 3) und der Kinderbibliothek am PFL (Peterstraße 1) Kinder-, Jugend- und Erwachsenenmedien zu günstigen Preisen. Zusätzlich werden kostenlose Bilderbuchkinos und Bastelaktionen für die kleinen Gäste angeboten.

Der Freundeskreis unterstützt die Stadtbibliothek Oldenburg unter anderem mit Bücherflohmärkten, Lesesaktionen und Sachspenden. Interessierte können sich jederzeit an die 1. Vorsitzende Katja Nolting-Möhlenbrock per E-Mail unter katja-nolting@t-online.de wenden.

Weitere Informationen sind unter www.stadtbibliothek-oldenburg.de zu finden.
19.07.2022, 17:28 Uhr
Analog statt digital: Elf Freunde im kulturellen Austausch
Ausstellung zeigt künstlerischen Briefwechsel zwischen Oldenburgs Partnerstädten
Oldenburg und seine zehn Partnerstädte – ein kultureller Briefwechsel zwischen diesen elf ist die Grundlage einer neuen Ausstellung im Foyer der Kinderbibliothek in der Peterstraße 1. Am Mittwoch, 20. Juli, um 17 Uhr wird die Ausstellung des Projektteams um Jinke Fanselau und Ulrich Bohmann eröffnet. Beteiligt sind zehn Oldenburger Künstlerinnen und Künstler sowie zehn Kulturschaffende aus den einzelnen Partnerstädten. In jeweils einem Brief und einem Kunstwerk haben sie ihre persönlichen Erfahrungen mit der Pandemie-Zeit festgehalten und diese an je eine Kollegin oder einen Kollegen der Partnerstädte verschickt.

„Die Idee, einen Austausch über einen analogen Künstlerbrief zu initiieren, war schnell geboren, als Projektmittel über das MACH|WERK beworben wurden. Wie spannend wäre es, Brieffreundschaften auf einer künstlerischen Ebene zu ermöglichen, die eine Reflexion zum Umgang mit dem eigenen Schaffen und dem Einfluss auf die Arbeit bietet“, beschreiben Jinke Fanselau und Ulrich Bohmann die Entstehung des Projekts. Durch die Einschränkungen der Pandemie hat sich so vieles in die digitale Welt verlagert – durch das Projekt „11 Freunde im kulturellen Austausch“ wird diesem Trend bewusst durch die klassische Form des Briefwechsels etwas Analoges, Greifbares entgegengesetzt.

„Wir sind sehr dankbar, dass sich recht zügig zehn grandiose Oldenburger Künstlerinnen und Künstler finden ließen, die in Text und Bild einen Einblick in die Künstlerseele gewähren“, sagen Fanselau und Bohmann. Aus Oldenburg beteiligt sind Jael A Benar, Gabriele Blöchl, Bettina Hauke, Kathrin Heitbeder, Petra Jaschinski, Laura Keppel, Beate Lama, Dörte Putensen, Stephanie Ritterhoff und Anna Taube. Als Gegen- beziehungsweise Mitspieler boten sich die Partnerstädte Oldenburgs geradezu an.

Themenbezogen arbeiten die Kunstschaffenden in verschiedenen Techniken, was ein großes Spektrum der Ausstellungsstücke erzeugt. So sind Zeichnungen, Bilder und Collagen entstanden, die nun bis zum 17. August ausgestellt sind. „Nehmen Sie die Eindrücke der Ausstellung mit nach Hause und – schreiben Sie uns gerne einen Brief“, so der Aufruf des Projektteams an die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung.

Das Projekt „11 Freunde im kulturellen Austausch“ wurde im Rahmen des Förderprogramms MACH|WERK vom Kulturbüro gefördert sowie unterstützt vom Team Internationale Zusammenarbeit im Büro des Oberbürgermeisters, von der Kinderbibliothek und der Stadtbibliothek Oldenburg.
08.07.2022, 21:41 Uhr
Stadtmuseum bringt Podcast heraus
„Museum findet Stadt“ jetzt auch zum Hören
„Museum findet Stadt“ ist nicht nur der Name für die Schließzeitkampagne des Stadtmuseums. Jetzt gibt es auch einen Podcast, der Einblicke hinter die Kulissen des Museums gewährt. Interessierte können sich jeden Monat über eine neue Folge freuen, die auf Spotify, Apple Podcasts und in der Podcastmediathek auf www.museum-findet-stadt.de zu hören ist.
 
Volontär Claudius Mertins trifft sich jeden Monat mit einem neuen Mitglied des Stadtmuseumsteams zu einer Kaffeepause und unterhält sich mit ihnen über aktuelle Arbeitsschwerpunkte, Projekte und die Herausforderungen, die mit der Neuausrichtung des Museums einhergehen. „Seit Beginn meines Volontariats finde ich es beeindruckend, wie viele Menschen am neuen Stadtmuseum mitwirken und wie unterschiedlich ihre Arbeitsbereiche sind“, erklärt Claudius Mertins die Idee hinter dem Format. „Im Podcast will ich diese Inhalte in lockerer Atmosphäre für alle Interessierten zugänglich machen. Daher auch die Idee, die Gespräche in einer Kaffeepause zu führen.“

In der ersten Folge spricht Volontär Claudius mit Museumsleiter Dr. Steffen Wiegmann über seinen Start in Oldenburg, seine Vision für das neue Stadtmuseum und den besonderen Stellenwert, den gerade Stadtmuseen in einer Stadtgesellschaft von heute einnehmen können.

Zusätzlich zum Format „Kaffeepause“ gibt es alle drei Monate noch ein besonderes Extra: In den „Stadtgeschichte(n)“ erzählen unterschiedliche Menschen aus Oldenburg ihre Geschichten und geben Einblick in ihre Perspektiven auf das Leben in der Stadt. Anfang August wird die erste Folge des Formats veröffentlicht. Im Interview erzählt der sprachbegeisterte Jameel Juratly seine Geschichte. Er lebt seit 2015 in Oldenburg. Vor einigen Jahren musste er das gesamte Leben seiner Familie in Homs in Syrien in ein paar Koffer packen. Seine Alltagsbeobachtungen beschreibt er regelmäßig in Texten und befasst sich darüber hinaus mit den Besonderheiten der deutschen Sprache. Im Gespräch mit Produzent Christian Gude erzählt er seine Geschichte vom Ankommen in Oldenburg, davon, wie schwierig es sein kann, seine Nachbarn kennenzulernen und welche Tricks man anwenden kann, um dann doch mit ihnen in Kontakt zu kommen. 
28.06.2022, 17:30 Uhr
Erlebte Geschichten
Das Blauschimmel Atelier sucht ältere Menschen, die Lust haben, von ihrem Leben zu erzählen.

Mit offenen Ohren und viel Wertschätzung möchte das Blauschimmel Atelier ältere Menschen nach ihrem Leben befragen. Durch Fotoalben blätternd werden vergangene Erlebnisse wieder lebendig. Im Anschluss daran wird der ganz persönliche Blickwinkel auf Geschichte gemeinsam künstlerisch gestaltet und präsentiert. Interessierte können sich bei Jörg Scheel unter joerg.scheel@blauschimmel-atelier.de oder 0441-2480999 melden.

„Erlebte Geschichten“ ist Teil des Projekts ÜberLebensKünstler*innen. In dem Projekt widmet sich das Blauschimmel Atelier drei Jahre lang den Geschichten und Lebenserfahrungen von Menschen aus unterschiedlichen Generationen. Mit Hilfe künstlerischer Methoden aus der Malerei, der Fotografie, der materiellen Kultur und der Biographiearbeit werden diese kreativ bearbeitet und in Bildern, Filmen, Plakaten und Ausstellungen der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Teilnahme an dem Projekt ist kostenlos. Weitere Informationen gibt es unter www.blauschimmel-atelier.de. Das Projekt wird gefördert von der Aktion Mensch und der OLB-Stiftung.
28.06.2022, 17:25 Uhr
„Geheime“ Kulturräume in Szene setzen
Kulturbüro ruft zum Ideenwettbewerb auf
Ungewöhnliche Orte für Kultur, geheime Orte, Escape-Rooms vom öffentlichen Trubel – all das können Zuschauerinnen und Zuschauer, Hörerinnen und Hörer erleben beim Projekt „KammerKultur in geheimen Räumen“ auf der zugehörigen Website www.kammerkultur.de. Das Projekt versteht sich als „Anstiftung zur Kulturarbeit“. Dabei können neue Kulturräume entdeckt und eröffnet werden. Das Kulturbüro der Stadt Oldenburg lobt nun einen öffentlichen Ideenwettbewerb zum Thema aus. Alle Interessierten, egal welchen Alters, sind aufgerufen, eigene „Geheime Räume“ in Oldenburg zu entdecken.

Was würden die Entdeckerinnen und Entdecker in ihren eigenen „Geheimen Räumen“ inszenieren? Eine Lesung? Musik? Tanz? Eine Sprayer-Aktion? Wozu inspiriert sie ihr besonderer Raum? Was ist das Spannende, Geheimnisvolle daran? „Inszeniere Deine Idee, lass den Raum wirken, zusammen mit Dir oder Euch darin“, ruft Christiane Maaß vom Kulturbüro zur Teilnahme am Ideenwettbewerb auf. Nicht nur Einzelpersonen, auch Schulklassen oder andere Gruppen können mitmachen.

Die Gewinneridee wird als 360-Grad-Video umgesetzt. „Allerdings steht klar die Interaktion in und mit dem Raum und nicht die Technik im Vordergrund“, betonen Sebastian Netta und Yvonne Franke von der „KammerKultur“. Alternativ können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihren „Geheimen Raum“ auch selber inszenieren und ein eigenes Video mit einer geeigneten App aufnehmen.

Bewerbungsschluss für den Ideenwettbewerb ist der 18. August 2022. Eingereicht werden sollten ein kleines Konzept von maximal einer DIN A4-Seite sowie ein oder zwei Fotos vom Raum. Eigene Videos sollen auf YouTube hochgeladen und der Link dazu eingereicht werden. Nähere Infos und Kontakt gibt es per Telefon 0441 235-2319 oder E-Mail an kulturellebildung@stadt-oldenburg.de.
23.06.2022, 15:29 Uhr
Zeit für neue MACH|WERKE
Ausschreibung für innovative Kulturprojekte startet – Erneut hohes Fördervolumen
Experimentieren, ausprobieren, improvisieren: die Lust aufs Unbekannte und Ungewohnte gehört zu den Wesensmerkmalen der jungen Kultur. Seit 2018 unterstützt das Kulturbüro der Stadt Oldenburg diese positive Neugier mit MACH|WERK – Oldenburgs Fonds für innovative Kulturprojekte. Nun geht er in die fünfte Runde.

Nach einem erfolgreichen Durchgang im vergangenen Jahr bleibt es beim erhöhten Fördervolumen von 80.000 Euro. Der Ansatz war 2021 verdoppelt worden, nachdem stets viele gute Projektideen der jungen Szene unberücksichtigt bleiben mussten. Diese Situation wurde nun deutlich entschärft.

Dennoch ist die Konkurrenz der Ideen groß. Mit 19 Einreichungen war die Resonanz bei der vierten Auflage zwar etwas geringer als im starken Vorjahr, dafür stellte das Antragsvolumen von 246.000 Euro einen neuen Rekord dar. Bei vielen Projekten war der Mut zu spüren, etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen, um möglichst gute Ergebnisse zu erzielen.

MACH|WERK ist als Probier- und Experimentierformat für (tendenziell) junge Akteure inzwischen fest etabliert und ergänzt Oldenburg um bisher unbekannte Facetten. „Mit MACH|WERK nehmen wir die Zukunft in den Blick“, erläutert Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. „Wir schaffen Perspektiven für die nächste Kultur-Generation.“

Rund zwei Monate sind nun Zeit, um neue Ideen zu entwickeln, kreative Projekte zu planen oder innovative Formate zu konzipieren. Bis zum 31. August 2022 sollten diese ausschließlich digital beim Kulturbüro der Stadt Oldenburg eingereicht werden. Die Entscheidungen fällt der Kulturausschuss in seiner September-Sitzung. Die Realisierung der Projekte kann anschließend vom Oktober 2022 bis zum September 2023 erfolgen. Also: her mit den Ideen, Oldenburg braucht neue MACH|WERKE!

Mehr Informationen gibt es online unter http://www.machwerk-ol.de.
23.06.2022, 15:15 Uhr
„Island Begegnungen“ der Stadt Oldenburg starten im Herbst
Hochkarätiges Programm zur Kultur und Gesellschaft der Vulkaninsel im Nordatlantik
Ein kreatives Hoch über Island wird in diesem Herbst nach Oldenburg ziehen und der Huntestadt ein kulturell nordatlantisches Klima bescheren. 19 Institutionen, zahlreiche Künstlerinnen und Künstler sowie Personen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik sowohl aus Oldenburg und der Region als auch aus Island beteiligen sich an den „Island Begegnungen“, die federführend vom Kulturbüro der Stadt veranstaltet werden. „Island beeindruckt“, sagt Bernd Hubl, Projektleiter der „Begegnungen“. „Mit seinen umwerfenden Landschaften selbstverständlich, aber insbesondere mit seiner Dichte an Kulturschaffenden und Kreativen, ebenso wie mit seinem Mut zu tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen“.

Die seit 2010 als Biennale durchgeführte Projektreihe findet zwischen dem 20. September und 20. November statt, nachdem sie 2021 Corona-bedingt ausgefallen war. In 37 Veranstaltungen und Projekten aus den Bereichen Musik, Literatur, Theater, Fotografie, Film, Wirtschaft und Wissenschaft können die Besucherinnen und Besucher die Kultur und Gesellschaft der Vulkaninsel näher kennenlernen.

Spannende Gäste werden in Oldenburg erwartet: unter anderem der Künstler und ehemalige Bürgermeister Reykjaviks, Jón Gnarr, dessen Theaterstück „Hotel Volkswagen“ vom Kulturbüro und dem Staatstheater präsentiert wird. Ebenso der Schriftsteller Arthúr Bolasson, der dem Publikum in der VHS Oldenburg etwa die Island-Sagas näherbringt oder auch die Nachhaltigkeitswissenschaftlerin Kristín Vala Ragnarsdóttir, die Islands Ansatz der Umstellung der Wirtschaft hin zur Wellbeing Economy auf dem Wirtschaftstag Island erläutert. Im Edith-Ruß-Haus für Medienkunst setzt sich das Werk „Satan is real“ des Künstlers Ragnar Kjartansson mit der Kraft durch Wiederholung auseinander. Und bei einem Gedankenaustausch zwischen Björk und dem Philosophen der Stunde, Timothy Morton, wird der Begriff der Natur kritisch hinterfragt – inszeniert als szenische Lesung in der Kulturetage.

Einen Vorgeschmack bietet bereits der Kultursommer. Als „Begegnungen vorab“ steht der Isländische Pop-Star Dadi Freyr, der spätestens durch seinen Auftritt mit dem Song „Think About Things“ beim ESC 2020 der breiten Öffentlichkeit bekannt wurde, am Dienstag, 26. Juli, auf der Bühne des Schlossplatzes.

Das Gesamtprogramm der „Island Begegnungen“ wird Ende August veröffentlicht.
23.06.2022, 15:10 Uhr
Buchmalerei von Albrecht Dürer entdeckt
Spektakulärer Fundin der Landesbibliothek Oldenburg
Die fantasievolle, farbige Miniatur mit zwei Putten auf delfinartigen Meerestieren und einem Wappen in der Mitte ist nur knapp 16 cm breit und 6,5 cm hoch – und doch eine Entdeckung von außergewöhnlicher Größenordnung. Das Kunstwerk stammt von keinem Geringeren als dem bedeutendsten deutschen Künstler der Hochrenaissance: Albrecht Dürer. Ein spektakulärer Fund, der über 230 Jahre unerkannt im Bestand der Landesbibliothek Oldenburg schlummerte. Die Miniatur ziert die erste Seite eines griechischen Textes, der 1502 von Aldus Manutius (1449-1515) in Venedig gedruckt wurde. Im Rahmen eines Forschungsprojekts zur Aldinen-Sammlung der Landesbibliothek Oldenburg konnte das Buch jetzt anhand des Wappens der Büchersammlung des berühmten Nürnberger Humanisten Willibald Pirckheimer (1470-1530) zugeordnet werden. Mehr noch: Es gelang, den Oldenburger Band zweifelsfrei als eines von 14 kostbaren Büchern zu identifizieren, die 1634 von den Erben Pirckheimers an einen holländischen Sammler verkauft wurden. Der Preis war hoch, denn alle diese Bücher enthielten auf der Titelseite eine eigenhändige Buchmalerei von Albrecht Dürer (1471-1528). Nur sechs waren bisher bekannt. Die Oldenburger Buchmalerei ist in der historischen Quelle von 1634 exakt beschrieben und damit die siebte Dürer-Miniatur aus dieser Reihe, die wiederentdeckt wurde. Auch über die Geschichte des Buches nach 1634 gibt es Erkenntnisse der beteiligten Wissenschaftler Sven Behnke M.A., Dr. Matthias Bley, Dr. Matthias Bollmeyer und Prof. Dr. Detlef Haberland.

Die Dürer-Miniatur und weitere Forschungsergebnisse wurden heute vom niedersächsischen Wissenschaftsminister Minister Björn Thümler und von Projektleiter Prof. Dr. Detlef Haberland der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Buch mit der Dürer-Miniatur ist noch bis zum 16. Juli in der Landesbibliothek Oldenburg zu sehen.

 

„Der sensationelle Fund der Dürer-Miniatur in der Landesbibliothek Oldenburg beweist, dass wir in Niedersachsen außerordentlich hochkarätige Sammlungen beherbergen und zeigt, welche unentdeckten Schätze in unseren Bibliotheken schlummern. Hier liegt noch viel Potenzial beispielsweise für Forschungskooperationen von Bibliotheken und Hochschulen“, so Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler. „Mit dem Programm Pro*Niedersachsen – Kulturelles Erbe – Sammlungen und Objekte fördert das Land gezielt die Erforschung der Kulturschätze Niedersachsens. Das Aldinen-Projekt belegt anschaulich, dass wir mit dem Forschungsprogramm auf dem richtigen Weg sind und neue Impulse geben, um unsere kulturellen Überlieferungen in Niedersachsen zu erschließen, zu erforschen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.“

Im Rahmen des Pro*Niedersachsen-Projekts »Antiken-Rezeption und späthumanistisch aufgeklärte Kennerschaft: Georg Friedrich Brandes als Sammler von Drucken der Offizin des Venezianers Aldus Manutius« werden seit Oktober 2020 erstmals sämtliche 263 Aldinen der Landesbibliothek Oldenburg systematisch erschlossen und wissenschaftlich beschrieben. Die meisten von ihnen stammen aus der Büchersammlung des hannoverschen Beamten Georg Friedrich Brandes (1719 – 1791), die Herzog Peter Friedrich Ludwig 1790 für Oldenburg ankaufte. „Aldus Manutius war hochgebildet und führte in seinem Verlag humanistische Gelehrsamkeit und Innovation mit handwerklichen und ästhetischen Spitzenleistungen zusammen. Daher wurden seine Drucke schon von Zeitgenossen aus wissenschaftlichen und bibliophilen Interessen sehr geschätzt“, sagt Projektleiter Prof. Dr. Detlef Haberland. „Da sich Pirckheimer zwischen 1502 und 1505 der Übersetzung einer Reihe von griechischen Texten ins Lateinische widmete, hat er vermutlich in dieser Zeit auch den griechischen Druck aus der Offizin von Aldus Manutius erworben“, so Haberland.

Die Miniatur kann erst nach 1504, dem Todesjahr von Pirckheimers Ehefrau, in das Buch gemalt worden sein, weil ihr Wappen dort fehlt. Dass die Buchmalerei tatsächlich eigenhändig von Dürer ausgeführt wurde, sei aufgrund seiner persönlichen Freundschaft mit Pirckheimer, der glaubwürdigen historischen Quelle und der bisherigen Forschungen zu den Miniaturen in den Büchern der Pirckheimer-Sammlung sehr wahrscheinlich. Eine vergleichende kunsthistorische Untersuchung stehe aber noch aus, wie Sven Behnke M.A. und Dr. Matthias Bollmeyer betonen.

 

Das Schicksal der Oldenburger Dürer-Aldine nach dem Verkauf aus der Pirckheimerschen Sammlung 1634 ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht lückenlos erforscht. In der Mitte des 18. Jahrhunderts befand sie sich nach Recherchen von Dr. Matthias Bley in der Bibliothek von Hieronymus de Wilhem, einem Geistlichen aus einer sehr wohlhabenden Amsterdamer Kaufmannsfamilie, und erhielt wohl in seinem Auftrag zwischen 1747 und 1752 in der Leidener Necklace-Bindery einen prächtigen Einband aus rotem Maroquinleder mit Goldprägungen. 1769 ersteigerte Georg Friedrich Brandes den Band auf einer großen Buchauktion in Den Haag für 9 Gulden und 10 Stuiver. Zusammen mit seiner gesamten Bibliothek kam das Buch dann nach seinem Tod 1791 nach Oldenburg und wurde Teil der 1792 eröffneten Herzoglichen öffentlichen Bibliothek, der heutigen Landesbibliothek. Dort blieb die besondere Herkunft bis 2021 unerkannt. Bereits vor der Mitte des 18. Jahrhunderts waren das Wissen über Albrecht Dürer als Künstler der Miniatur und über die Zugehörigkeit zur Bibliothek von Willibald Pirckheimer verloren gegangen.

Öffentlich zu sehen ist die Dürer-Miniatur im Rahmen der Ausstellung:
Buchschätze der venezianischen Renaissance aus der Offizin des Aldus Manutius 
Kabinettausstellung, 22.06. – 16.07.2022  und 15.09. – 15.10.2022, Landesbibliothek Oldenburg 
21.06.2022, 18:03 Uhr
Digitaltag 2022: Technik und Digitales zum Ausprobieren
Von nützlichen Apps bis zum 3D-Drucker: Stadtbibliothek mit umfangreichem Programm
Die Digitalisierung verändert den Alltag und das Berufsleben zunehmend, und in den vergangenen Jahren machte die digitale Entwicklung rasante Fortschritte. Um über die vielseitigen Aspekte digitaler Medien und Technik zu informieren, wurde der bundesweite Digitaltag ins Leben gerufen, der am 24. Juni stattfindet. Zu diesem Anlass lädt die Stadtbibliothek im PFL, Peterstraße 3, am kommenden Freitag von 15 bis 18 Uhr zum Ausprobieren aktueller Technik und digitaler Medien ein.

An verschiedenen Stationen können Interessierte die vielfältige Technik- und Medienwelt entdecken: Von der Videospielkonsole mit Bewegungssteuerung, einem Greenscreen für erstaunliche Fotos, iPads mit nützlichen Apps für den Alltag und einem 3D-Drucker bis hin zu Virtual Reality-Brillen, die in andere Welten versetzen können – es wird ein breites und einsteigerfreundliches Programm geboten. Zusätzlich stehen an allen Stationen Ansprechpersonen zur Verfügung, damit keine Berührungsängste aufkommen und Fragen gestellt werden können.

Weitere Informationen sind unter www.stadtbibliothek-oldenburg.de zu finden.
17.06.2022, 20:53 Uhr
Ein zukunftsfähiges, lebenswertes Oldenburg für alle
Nachhaltigkeitsleitbild der Stadt Oldenburg beschlossen – Kompass für gemeinsame Richtung
Was haben 17 bunte Kästchen und ein Kompass mit der Stadt Oldenburg zu tun? Am Montag, 30. Mai, beschloss der Rat der Stadt Oldenburg das städtische Nachhaltigkeitsleitbild, das die Stadtverwaltung der Lokalpolitik im März 2022 vorgelegt hatte. Eine Grundlage des Leitbildes sind die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen, dargestellt durch 17 bunte Kacheln. Und es wird der Stadt Oldenburg künftig als Kompass dienen, um das eigene Handeln nachhaltig auszurichten und Oldenburg zu einem zukunftsfähigen, lebenswerten Ort für alle zu machen.

„Oldenburg ist bei der nachhaltigen Entwicklung auf dem richtigen Weg“, so Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. „Klimaneutralität bis 2035, Natur- und Umweltschutz, Inklusion und Integration, Quartiersmanagement, Abfallwirtschaft und vieles Weitere. Nun haben wir eine gemeinsame Richtung für unser Nachhaltigkeitsengagement.“ Ein Nachhaltigkeitsleitbild also, das Nachhaltigkeit umfassend betrachtet und eine Orientierung gibt. Denn für eine nachhaltige Entwicklung gibt es nicht den einen vorgefertigten Weg, Ziel- und Interessenskonflikte sind unvermeidlich. Wichtig ist es, in die richtige Richtung zu gehen. Ein gemeinsames Verständnis von Nachhaltigkeit, vier Querschnittsansätze und Leitmotive und Ziele in zehn Handlungsfeldern werden der Stadt dabei künftig helfen.

Das Leitbild wurde in einem knapp einjährigen verwaltungsinternen Prozess erarbeitet, koordiniert durch das Büro des Oberbürgermeisters und mit Unterstützung durch eine externe Beratung. Über 50 Mitarbeitende aus den verschiedenen Fachbereichen der Verwaltung sowie eine Handvoll externer Fachleute waren in den Prozess involviert. Im Mai 2022 lag das Nachhaltigkeitsleitbild schließlich allen 13 Fach- und Betriebsausschüssen der Stadt zur Beratung vor, bevor es am 30. Mai mehrheitlich durch den Rat beschlossen wurde.

„Über den Beschluss freuen wir uns sehr!“, bekräftigt Jannika Mumme, Koordinatorin kommunaler Entwicklungspolitik der Stadt und Projektleitung im Leitbildprozess. „Uns ist aber auch klar, dass die eigentliche Arbeit jetzt erst losgeht.“ Das Leitbild ist ein Kompass, keine Landkarte und kein Schrittzähler. Welche konkreten Maßnahmen ergriffen werden sollen und müssen, gilt es nun festzulegen.

Zudem sei es Anspruch der Stadtverwaltung gewesen, das Leitbild auf ein starkes wissenschaftliches Fundament zu stützen und die Inhalte an dem festzumachen, was die Stadt auch tatsächlich selbst umsetzen oder beeinflussen kann, so Jannika Mumme weiter: „Wir wollen unserer eigenen Verantwortung gerecht werden, bevor wir das von anderen verlangen. Aber natürlich schaffen wir ein nachhaltiges Oldenburg nicht alleine, dafür brauchen wir alle – die Oldenburgerinnen und Oldenburger, die lokale Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Kulturlandschaft, auch das Umland.“

Das Nachhaltigkeitsleitbild soll auch eine Strahlkraft in die Stadtgesellschaft entwickeln und zum Mitmachen und selbst Gestalten motivieren. Entsprechende Möglichkeiten der Einbindung und des Austauschs werden daher neben einem Umsetzungsprozess durch die Verwaltung derzeit entwickelt.

Weitere Informationen und das Leitbild zum Download finden Sie unter www.oldenburg.de/nachhaltigkeit.

Gefördert wurde das Projekt zur Erarbeitung des Nachhaltigkeitsleitbildes durch Engagement Global gGmbH im Rahmen des „Servicestelle Kommunen in der Einen Welt“-Programms und mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).
03.06.2022, 18:55 Uhr
Neues Digitalisierungszentrum und Erweiterungsbau
Wissenschaftsminister Thümler setzt Meilensteine für den Ausbau der Landesbibliothek Oldenburg
Am 2. Juni 2022 eröffnete Wissenschaftsminister Björn Thümler das neue Digitalisierungszentrum der Landesbibliothek Oldenburg. Um für die Digitalisierung Räume zu schaffen, war die Dachterrasse auf dem jetzigen Magazingebäude in den letzten Monaten überbaut worden. Zudem erhält die Bibliothek vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur einen neuen Scanner für die Zeitungsdigitalisierung. Das Digitalisierungszentrum ist gleichzeitig der erste Meilenstein für den weiteren Ausbau der Landesbibliothek Oldenburg in den kommenden Jahren. Das Land will bis 2027 für einen großen Erweiterungsbau rund 21 Mio. Euro investieren, denn es fehlen der Landesbibliothek dringend Flächen für Büchermagazine und Werkstätten. Im Neubau soll auch der wertvolle Altbestand besser untergebracht und gesichert werden. Im Rahmen der Pressekonferenz informierten Minister Björn Thümler, Bibliotheksleiterin Corinna Roeder und Florian Steinhoff vom Staatlichen Baumanagement Region Nord-West über die Hintergründe und den aktuellen Stand der Vorbereitungen für den Erweiterungsbau.

Digitalisierung des schriftlichen Kulturguts auf der einen Seite, Restaurierung und Archivierung der handschriftlichen und gedruckten Bücher im Original auf der anderen Seite – dies sind heute zentrale Aufgaben der niedersächsischen Landesbibliotheken. „Für die Erfüllung dieser wichtigen Aufgaben und die strategische Verzahnung von Digitalisierung, Archivierung und Bestandserhaltung benötigt die Landesbibliothek Oldenburg eine zukunftsfähige räumliche und technische Infrastruktur“, so Minister Thümler. „Das neue Digitalisierungszentrum ist dabei ein wichtiger Baustein für die geplante Erweiterung der Landesbibliothek.“

„Mit den neuen Räumen und dem Hochleistungsscanner für die Zeitungsdigitalisierung bekommt die Landesbibliothek Rückenwind für die Fortsetzung ihrer erfolgreichen Digitalisierungsstrategie und gute Chancen, um neue Drittmittelprojekte einzuwerben“, freute sich Direktorin Corinna Roeder. Durch den Dachausbau würden zudem Räume im Bestandsgebäude frei, die für eine Übergangsphase als zusätzliche Magazinflächen genutzt werden könnten, erläuterte Roeder. 

„Im Material der Fassade und bei den Fenstern haben wir Elemente des Bestandsgebäudes aufgegriffen und zeitgemäß interpretiert“, erläutert Gerke Locher von BraunLocher Architekten die äußere Gestaltung des Dachausbaus. Im Inneren stehe die Funktionalität im Vordergrund. Dabei sei auch bereits der künftige Anschluss des Digitalisierungszentrums an den geplanten Neubau vorgesehen worden, so Locher.

Bis zum Jahr 2027 wird auf dem Gelände hinter der Landesbibliothek, direkt im Anschluss an das bestehende Magazin ein zweites großes Büchermagazin mit Werkstätten für die Bestandserhaltung fertiggestellt werden. Der Niedersächsische Landtag hat diese große Baumaßnahme auf Antrag des MWK in den Haushalt 2022/2023 eingestellt und in die mittelfristige Finanzplanung des Landes aufgenommen. Der Erweiterungsbau wird nach dem Ergebnis der baufachlichen Beratung durch das Niedersächsische Landesamt für Bau und Liegenschaften (NLBL) eine Nettonutzfläche von rund 2.200 m² aufweisen (ca. 3.000 m² Grundfläche insgesamt) und etwa 21 Mio. Euro kosten. Die Vorbereitungen für den Erweiterungsbau sind beim Staatlichen Baumanagement Region Nord-West bereits in vollem Gange. „Die ersten Projektphasen sind sehr zügig umgesetzt worden“, berichtete Florina Steinhoff (stellv. Regionsleitung des SB RNW). „Derzeit läuft das Vergabeverfahren für Architekten und Fachplaner, das in diesem Sommer abgeschlossen sein soll. Ziel ist es, die Haushaltsunterlage-Bau bis Ende 2023 fertig zu stellen und noch 2024 mit den Bauarbeiten zu beginnen“, so Steinhoff.   

„Der Erweiterungsbau ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Landesbibliothek“, betonte Roeder. „Wir sind Herrn Minister Thümler und allen, die sich dafür engagiert haben, zutiefst dankbar!“ Die Landesbibliothek kämpft bereits seit Jahren für einen Erweiterungsbau, denn die letzten Raumreserven sind fast erschöpft. Das Bibliotheksgebäude am Pferdemarkt, das 1987 umgebaut und für 570.000 Bände ausgelegt wurde, beherbergt aktuell schon über 740.000 gedruckte Medien. In einem Außenmagazin sind weitere 78.000 Bände untergebracht. Durch den jährlichen Zugang an neuer Literatur fehlen bis 2047 Magazinflächen für 335.000 Bände. Die im Keller liegende Buchbinderei verfügt über keine ausreichenden Räumlichkeiten. Bis Mai 2022 war auch die Digitalisierungswerksatt provisorisch in der ehemaligen Hausmeisterwohnung untergebracht.

In dem neuen Magazinbau kann der wertvolle Altbestand der Landesbibliothek (rund 142.000 Bände) erstmals klimatisiert und unter modernen Brandschutzbedingungen untergebracht werden. Zukünftig erhält die Landesbibliothek neben der Buchbinderei auch Räume für eine Restaurierungswerksatt. Der Neubau bietet außerdem Platz für die Archivierung des Neuzugangs an Büchern für die nächsten drei Jahrzehnte. Nach Fertigstellung des Erweiterungsbaus können das Außenmagazin aufgelöst und die Kosten für Miete und Bewirtschaftung eingespart werden.

Hintergrund:
Die Landesbibliothek Oldenburg versorgt als wissenschaftliche Gebrauchsbibliothek in Kooperation mit den Oldenburger Hochschulbibliotheken die Bevölkerung der Region mit aktueller wissenschaftlicher Literatur in digitaler und gedruckter Form. Als Regionalbibliothek sammelt, erschließt und archiviert sie das Schrifttum über Nordwestniedersachsen. Außerdem erhält, erforscht und digitalisiert die Landesbibliothek Oldenburg ihre umfangreichen historischen Buchbestände, Handschriften und Sondersammlungen. Sie ist die viertgrößte Altbestandbibliothek in Niedersachsen. Aktuell verfügt die Landesbibliothek Oldenburg insgesamt über einen Bestand von 958.000 Medien, davon über 818.000 Druckschriften. Im Jahr 2021 wurden 409.000 Ausleihvorgänge registriert.

Bereits seit 2009 hat die Landesbibliothek Oldenburg mit Unterstützung des MWK schrittweise eine technische Infrastruktur für die Digitalisierung von schriftlichem Kulturgut wie Handschriften, alten Büchern, historischen Karten, Zeitschriften und Zeitungen aufgebaut. Mittlerweile sind in den Digitalen Sammlungen der Landesbibliothek unter der Adresse https://digital.lb-oldenburg.de über 1 Mio. digitalisierte Seiten kostenlos weltweit zugänglich.
01.06.2022, 14:30 Uhr
Vorhang auf für die dritte Auflage der „Strukturbrücke Kultur“
Kulturschaffende können Unterstützung beantragen
Auch im dritten Jahr der Corona-Pandemie benötigt die Oldenburger Kultur weiterhin Unterstützung. Viele der Kulturinstitutionen haben ihren Betrieb zwar wieder aufgenommen, und auch die Solo-Selbständigen können weitestgehend wieder tätig werden. Doch viele Bürgerinnen und Bürger geben sich noch verhalten, wollen abwarten, wie sich die Pandemie entwickelt und nehmen kulturelle Angebote nur zögerlich wahr.

Um das breite Kulturangebot für die Zukunft zu sichern und attraktiv zu halten, hat der Rat der Stadt Oldenburg am 30. Mai 2022 zum dritten Mal in Folge die „Strukturbrücke für die Kultur“ beschlossen. Der Gesamtetat des Förderfonds beträgt 263.000 Euro.

„Gerade im Kulturbereich sind die negativen Folgen der Corona-Pandemie noch immer deutlich spürbar“, so Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. „Die Stadt will der Kultur auch in diesem Jahr mit Hilfe der Strukturbrücke wieder zur Seite stehen und unterstützen, wo es notwendig ist.“

Die institutionell geförderten Einrichtungen erhalten eine einmalige, nicht rückzahlbare Förderung in Höhe von maximal acht Prozent ihrer jeweiligen städtischen Jahresförderung. Freie Kulturschaffende sowie Solokünstlerinnen und Solokünstler können eine einmalige Projektförderung in Höhe von maximal 3.500 Euro beantragen. „Das Antragsverfahren für die Strukturbrücke ist sehr einfach gehalten“, sagt Kulturamtsleiterin Christiane Cordes. „Damit haben wir in den beiden vergangenen Jahren gute Erfahrungen gemacht.“

Die entsprechenden Anträge sind bis zum 15. Juli 2022 an das Kulturbüro (Peterstraße 3) zu stellen. Informationen zur Förderrichtlinie und zu den Antragsformularen gibt es unter www.oldenburg.de/strukturbruecke.
20.05.2022, 09:33 Uhr
Igor Levit erhält Carl-von-Ossietzky-Preis 2022
Pianist und Aktivist für vielfältiges gesellschaftspolitisches Engagement ausgezeichnet
Igor Levit erhält den Carl-von-Ossietzky-Preis der Stadt Oldenburg für Zeitgeschichte und Politik des Jahres 2022. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wird dem in Berlin lebenden Pianisten und Aktivisten von Oberbürgermeister Jürgen Krogmann im Rahmen eines Festaktes im Kulturzentrum PFL überreicht. Die Zuerkennung erfolgt aufgrund des einstimmigen Votums einer unabhängigen Jury und wird alle zwei Jahre in Erinnerung an den Friedensnobelpreisträger Carl von Ossietzky verliehen. Aus terminlichen Gründen findet die Ehrung in diesem Jahr am 9. Dezember statt.

 „‚Die Zeit, in der man passiv sein konnte, ist vorbei‘, so begründet Igor Levit sein vielfältiges politisches Engagement als bekennender Europäer und international gefeierter Pianist für den Klimaschutz und für die uneingeschränkte Achtung der Menschenwürde. Ganz im Sinne Carl von Ossietzkys spürt und analysiert Levit nicht nur die Brüche der Gesellschaft, in der er lebt, sondern er positioniert sich konsequent gegen Rassismus, Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit und die Verrohung der Sprache. Mit seiner Stimme als Musiker und als politisch denkender, sprechender und handelnder Mensch erreicht Igor Levit Menschen verschiedener Generationen und sensibilisiert für die Dringlichkeit mutigen zivilgesellschaftlichen Engagements. Deshalb zeichnen wir Igor Levit mit dem Carl-von-Ossietzky-Preis 2022 der Stadt Oldenburg aus“, schreibt die Jury für die Vergabe des Carl-von-Ossietzky-Preises in ihrer Begründung.

Der Jury gehören an die Historikerin Professorin Dr. Dagmar Freist (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg), der Journalist und frühere Direktor des NDR-Landesfunkhauses Schleswig-Holstein Friedrich-Wilhelm Kramer (Hamburg), der Journalist und ehemalige Tagesthemen-Moderator Thomas Roth (Berlin) sowie der Historiker Professor Dr. Martin Sabrow (Potsdam), Senior Fellow am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung.

Igor Levit wurde 1987 in Nizhni Nowgorod in der damaligen Sowjetunion als Sohn jüdischer Eltern geboren. Bereits seit seinem dritten Lebensjahr erhielt er Klavierunterricht bei seiner Mutter, der Opernkorrepetitorin und Musikpädagogin Elena Levit. Im Alter von acht Jahren siedelte die Familie als Kontingentflüchtlinge nach Hannover über, wo Levit seine musikalische Ausbildung intensivierte. Ab 1999 folgte ein Studium am Mozarteum in Salzburg, das er anschließend an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover fortführte. 2010 legte er dort sein Examen mit höchster je vergebener Punktzahl ab. Bereits während seines Studiums konzertierte Levit im In- und Ausland, nahm an renommierten Wettbewerben teil und wurde mit Stipendien und Preisen geehrt. Inzwischen ist er in den größten Musikhäusern der Welt zu Gast. Sein breites Repertoire umfasst neben Bach und Beethoven auch Komponisten der klassischen Moderne wie Schostakowitsch, Reger, Hindemith sowie zeitgenössische Musik. Besondere Bedeutung hat für ihn auch der 2021 verstorbene Pianist und Komponist Frederic Rzewski, dessen Werke häufig einen politischen Bezug aufweisen. Seit 2019 ist Levit Professor für Klavier an der Musikhochschule Hannover.

Für den überzeugten Europäer ist gesellschaftspolitisches Engagement eine staatsbürgerliche Pflicht, wenn wissenschaftliche Fakten geleugnet, Menschen ausgegrenzt, demokratische Prinzipien gefährdet und Menschenrechte verletzt werden. So haben unter anderem die Griechenland-Krise 2008, der Syrien-Krieg und die Flüchtlingsströme 2015, das weltweite Erstarken von Rechtspopulismus, Extremismus und Antisemitismus sowie der Klimawandel wesentlich zu seinem politischen Engagement beigetragen.

Levit, der 2020 durch seine Corona-Hauskonzerte auf Twitter auch jenseits der internationalen Konzertbühnen einem großen Publikum bekannt geworden ist, positioniert sich nicht nur in unzähligen politischen Statements in den sozialen Medien, sondern auch mit musikalischen Open-Air-Auftritten gegen rechts wie 2020 in Potsdam und 2021 in Jamel bei Wismar. Musikalische Aktionen am Klavier für mehr Klimaschutz führten ihn unter anderem 2019 im Rahmen eines Klimastreiks in die Oldenburger Fußgängerzone und 2020 im Zuge der Baumrodungen für die A 49 in den Dannenröder Forst. Anlässlich des aktuellen Kriegsgeschehens bezieht Levit Stellung, indem er seine Solidarität mit der Ukraine zum Ausdruck bringt. Ein Twitter-Hauskonzert mit russischen und ukrainischen Künstlern sowie ein Benefizabend im Berliner Ensemble zugunsten des Aktionsbündnisses Katastrophenhilfe wurden von ihm spontan initiiert.

Für seine künstlerische Arbeit wurde Levit, der bereits 2005 als jüngster Teilnehmer des Arthur Rubinstein Wettbewerbs die Silbermedaille gewann, mit vielen Stipendien, nationalen und internationalen Preisen wie dem Gilmore Artist Award ausgezeichnet. Auch für sein politisches Engagement wurde Levit mehrfach geehrt. 2019 wurde ihm der 5. Internationale Beethovenpreis für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion zuerkannt. Im Januar 2020 zeichnete ihn das Internationale Auschwitz-Komitee mit der Gabe der Erinnerung, der Statue B, aus. Im Herbst des gleichen Jahres folgte die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes für seine allabendlichen Hauskonzerte in Pandemie-Zeiten und seinen Einsatz gegen Antisemitismus. Im Oktober 2020 ehrte ihn das Jüdische Museum Berlin gemeinsam mit den Freunden des Jüdischen Museums Berlin mit dem Preis für Verständigung und Toleranz, 2021 folgten der Niedersächsische Staatspreis für das Jahr 2020 und der ifa-Preis für den Dialog der Kulturen des Instituts für Auslandsbeziehungen.

Der Carl-von-Ossietzky-Preis für Zeitgeschichte und Politik wird seit 1984 alle zwei Jahre am 4. Mai, dem Todestag des Namenspatrons, oder in zeitlichem Zusammenhang zu seinem Sterbedatum von der Stadt Oldenburg verliehen. Ausgezeichnet werden Personen, einzelne Arbeiten oder Gesamtwerke, die sich mit Leben und Werk Ossietzkys oder die sich mit dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus auseinandersetzen. Der Preis kann auch für Arbeiten oder Personen zuerkannt werden, die sich im Geiste Carl von Ossietzkys mit der demokratischen Tradition und Gegenwart in Deutschland oder mit Themen der Politik und Zeitgeschichte befassen. Der Preis 2020 wurde der Philosophin und Publizistin Dr. Carolin Emcke zuerkannt, konnte aber aufgrund der Corona-Pandemie erst im Folgejahr unter Ausschluss der Öffentlichkeit überreicht werden.

Die ausführliche Fassung der Jury-Begründung sowie weitere Informationen zum Preis gibt es im Internet unter www.ossietzky-preis.de.
13.05.2022, 21:31 Uhr
Oldenburg Stadtgärten 2022
Vorratskammer Garten
Am 14. Mai beginnt in Oldenburg die alljährliche Saison der Stadtgärten. Bereits zum 17. Mal erfreuen an mehreren Standorten die temporären Naturoasen die Menschen mit grüner und blühender Vielfalt. Die diesjährigen Stadtgärten widmen sich vom 14. Mai bis 14. August dem Motto „Vorratskammer Garten“ und sind unter der Federführung der Oldenburg Tourismus und Marketing GmbH (OTM) entstanden. Finanziert wird das Projekt von der Stadt Oldenburg, vom StadtMarketing Oldenburg und weiteren Sponsoren wie der GSG OLDENBURG Bau- und Wohngesellschaft mbH.

„Gemüse und Obst selbst anzubauen, liegt im Trend. Im eigenen Garten haben Verbraucher die Behandlung ihrer Lebensmittel selbst in der Hand und umgehen lange Transportwege. Grund genug für uns, diesen Trend im Rahmen der Stadtgärten 2022 aufzugreifen und wertvolle Tipps zu geben für mehr Selbstverantwortung in Sachen Ernährung“, erklärt Silke Fennemann, Geschäftsführerin der Oldenburg Tourismus und Marketing GmbH (OTM), die 2020 das Marketing und die Initiierung und Organisation von Veranstaltungen vom CMO übernommen hat. 

Ralph Wilken, Leiter der Wirtschaftsförderung Stadt Oldenburg unterstreicht die Bedeutung der Stadtgärten für die weitere Entwicklung der Innenstadt: „Mit den Stadtgärten schaffen wir Jahr für Jahr spannende grüne Oasen an verschiedenen Orten in der Innenstadt, die zum Verweilen und Genießen einladen. In einer ansonsten dicht bebauten Umgebung setzen die Gärten besondere Akzente und eröffnen temporär neue Räume für Natur und Mensch im Herzen der Stadt. Das macht unsere City noch attraktiver und schafft mehr Anreize für den Besuch unserer zentralen Einkaufsmeile.“

„Mit dieser Veranstaltung wollen wir Gelegenheiten zum Verweilen bieten, die Freude am Entdecken wecken und Inspiration für den eigenen Garten geben. Erstmals erblühen in diesem Jahr an 19 Standorten insgesamt 21 Gärten in der City und in den Stadtteilen. Mit viel Liebe zum Detail und originellen Ideen wurde unser Motto durch engagierte Institutionen und Gemeinschaften sowie die Bürgervereine gärtnerisch umgesetzt“, freut sich Friederike Töbelmann vom City-Management Oldenburg (CMO).

Um das zu ermöglichen, wird nicht nur seit einigen Monaten geplant, sondern nun auch seit Tagen eifrig gebaut, gepflanzt und konstruiert. Auch die Jugendwerkstatt der Volkshochschule Oldenburg war erneut beteiligt und hat mit Unterstützung des Fachdienstes Stadtgrün – Planung und Neubau der Stadt Oldenburg einige Aufgaben rund um die Gestaltung und den Aufbau umgesetzt. „Unser Fachdienst und ich persönlich begleiten die Stadtgärten seit der ersten Stunde,“ erläutert Thorsten Logemann vom Fachdienst Stadtgrün – Planung und Neubau. “Was damals als einmalige Veranstaltung geplant war, ist im Laufe der letzten 18 Jahre zu einer festen Institution in der Stadt und darüber hinaus geworden. Wenn ich bei Google nach ‘Stadtgärten’ gucke und an erster Stelle Bilder und Beiträge aus Oldenburg erscheinen, macht mich das schon ein wenig stolz.“

Am Eröffnungswochenende, den 14. und 15. Mai, sind am Samstag thematisch passende Walk Acts in der Fußgängerzone unterwegs. Ergänzend werden informative und unterhaltsame Aktionen für die ganze Familie in ausgewählten Gärten in der City und am Sonntag auch in den Stadtteilen angeboten. Unter www.oldenburg-tourismus.de/stadtgaerten gibt es alle Informationen.

Eine Fahrradroute verbindet insbesondere die Gärten in den Stadtteilen zu einer Radtour. Die komplette Route ist circa 53 km lang, die Nordroute etwa 26 km und die Südroute etwa 32 km lang. Alle drei Touren können in der Broschüre über einen QR-Code aufgerufen oder über die Internetseite www.oldenburg-tourismus.de/stadtgaerten als PDF-Dokument heruntergeladen werden. Insgesamt informieren 21 Tafeln an den Standorten über den jeweiligen Garten. Hier finden Interessenten auch einen QR-Code, der sich scannen lässt. So gelangen Sie direkt zu den Audiodateien des Textes. Ergänzend ist eine kostenfreie Broschüre erhältlich. Diese liegt in der Oldenburg-Info im Lappan und an weiteren Stellen in der Stadt sowie in den Gärten selbst aus.

Alternativ kann sie auch per E-Mail unter info@oldenburg-tourist.de bestellt und oder im Internet unter www.oldenburg-tourismus.de/prospekte durchgeblättert oder als PDF-Dokument heruntergeladen werden.
13.05.2022, 21:25 Uhr
Von der Haustür bis zum Giebel denkmalgerecht instandgesetzt
Wohnhaus am Eversten Holz erhält Denkmalplakette
„Ein bescheidenes 180 Jahre altes Haus ist wieder zukunftsfähig geworden“ – so beschreiben Hans-Michael und Barbara A. Heise den umfangreichen Prozess der denkmalgerechten Sanierung ihres Hauses am Eversten Holz. Den Eltern der heutigen Eigentümerin ist es zu verdanken, dass das seit 1999 unter Denkmalschutz stehende Wohnhaus nicht abgerissen, sondern für künftige Generationen erhalten wurde. 1839 erbaut, in den Folgejahren mehrfach umgebaut und 1888 durch einen Stallanbau ergänzt, befand sich die Wienstraße 41 lange Zeit im Besitz der Familie des Oldenburger Künstlers Max Gökes. Nach seinem Tod hatten die Eltern von Barbara A. Heise das Haus von dessen Tochter erworben.

„Obwohl sich das Haus damals, beim Erwerb 1955, in einem schlechten Zustand befand, war die historische Bedeutung erkennbar. 1999 haben wir uns dann entschieden, es unter Denkmalschutz stellen zu lassen“, sagen die heutigen Eigentümer, Barbara A. und Hans-Michael Heise. Aufgrund der geschichtlichen Bedeutung wurde das Gebäude als Einzeldenkmal ausgewiesen. Das Landesamt für Denkmalpflege sowie die Untere Denkmalschutzbehörde haben den Prozess fachlich begleitet.

Nachdem der Innenbereich bereits im Jahr 2000 gründlich saniert wurde, sind jetzt unter anderem das Dach und die Fassade denkmalgerecht instandgesetzt und wiederhergestellt worden. „Besonders hervorzuheben ist das Dach: Hier wurden die historischen Dachziegel wiederverwendet und mit der damaligen Verlegetechnik in sogenannten Pappdocken eingedeckt“, erklärt Mario Carstens von der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Oldenburg, der das Projekt zusammen mit dem Architekten Friedhelm Reker betreut hat.

Weitere Maßnahmen waren die energetische Ertüchtigung und Reparatur der originalen, historischen Eingangstür sowie die Konservierung und Ergänzung des Fachwerks im Giebel, wo zudem die ursprünglichen Farbschichten freigelegt wurden. Hier hat die Eigentümerin sogar zum Teil selbst mit Hand angelegt. Auch die Bepflanzung im Vorgarten wurde zurückgeschnitten, um die Sicht auf das Baudenkmal wieder zu öffnen.

Bevor das Grundstück 1955 von den Eltern Barbara A. Heises erworben wurde, gehörte es seit 1852 der Familie Gökens, dessen Enkelsohn der Bildhauer Max Gökes ist, der ebenfalls bis zu seinem Tod in der Wienstraße 41 lebte. Gökes‘ Skulpturen finden sich bis heute im Oldenburger Stadtbild und in der Umgebung, so hat er unter anderem den Brunnen am Everster Marktplatz und den Taufsteindeckel der Lamberti-Kirche gestaltet.
06.05.2022, 15:55 Uhr
Projektraum_3 – Leben in Alexandersfeld
Stadtmuseum Oldenburg zeigt partizipatives Ausstellungsformat in der Staustraße 16
Was macht das Leben in Oldenburg aus? Die vielfältigen Antworten auf diese Frage will das Stadtmuseum Oldenburg während seiner Schließzeit in mehreren Stadtteilprojekten herausfinden. Den Anfang macht der Stadtteil Alexandersfeld. Im Projektraum_3, der vom 7. Mai bis 14. Juni im ehemaligen Photo Dose in der Staustraße 16 zu sehen ist, zeigt das Museum eine Ausstellung über den Stadtteil – basierend auf den Geschichten, Fotos und Gegenständen der Alexandersfelderinnen und Alexandersfelder.

Ein Stadtteil mit Geschichte
„Gemeinschaft und Solidarität waren die Werte, die die Entstehung des Stadtteils prägten“, erklärt Erich Hohlen. Er ist in Alexandersfeld aufgewachsen und war viele Jahre der Vorsitzende der Siedlungsgemeinschaft. Seine Erzählungen über den Stadtteil sind Teil der Ausstellung geworden.

Gemeinsam mit vielen anderen Siedlerinnen und Siedlern bauten seine Eltern ab 1949 in nur drei Jahren 204 Häuser in gleichem Baustil. Dies war der Beginn des Stadtteils Alexandersfeld. Eines der Häuser wurde zum neuen Zuhause der Familie. Hohlen lebt noch heute in einem Anbau auf dem Grundstück. „Die Siedlung war nach dem Krieg ein Neuanfang für Vertriebene und Ausgebombte, aber auch für Oldenburgerinnen und Oldenburger mit geringem Einkommen“, erklärt Hohlen. „Die Familiengeschichten vom Ankommen und Leben in Alexandersfeld prägen den Stadtteil noch heute über Generationen hinaus.“

Stadtteilgeschichte(n) erzählen
Heute leben Kinder und Enkelkinder der ersten Siedlungsgeneration in Alexandersfeld, aber auch Neubaugebiete wurden in den letzten Jahren erschlossen und gehören zum Stadtteil. „Als Stadtmuseum interessiert uns die Verbindung aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“, erklärt Sandrine Teuber, Leiterin des Stadtteilprojekts. „An die besondere Geschichte von Alexandersfeld schließen sich viele Fragen an: Ist der solidarische und gemeinschaftliche Geist der Gründerjahre noch immer im Zusammenleben verankert? Wie nehmen die Bewohnerinnen und Bewohner ihren Stadtteil heute wahr? Und wie entwickelt er sich weiter?“

Um dies herauszufinden war das Team des Stadtmuseums sechs Monate vor Ort unterwegs, hat Projekte durchgeführt und mit Bewohnerinnen und Bewohnern gesprochen. 12 Menschen haben ihre Geschichten von Alexandersfeld erzählt und dem Museum Objekte für die Ausstellung zur Verfügung gestellt. So sind zum Beispiel Dokumente aus der Siedlungszeit, Fotografien, Zeitungsartikel und Jubiläumshefte in der Ausstellung zu sehen, die das Leben im Stadtteil im Laufe der Jahrzehnte zeigen. Persönliche Geschichten und Anekdoten erscheinen als Sprechblasen im Ausstellungsraum.

Kinder zeigen ihr Alexandersfeld
Auch die Grundschule Alexandersfeld und der Kindergarten ‚Spurenleger‘ sind an der Ausstellung beteiligt. Eine Schulklasse und eine Kindergartengruppe setzten sich ein Schuljahr lang kreativ mit ihrem Stadtteil auseinander. Entstanden sind Fotografien, Drucke und Zeichnungen, mit denen 29 Kinder ihre Wahrnehmungen und Wünsche zum Ausdruck brachten.

Ein besonderer Ausstellungsort
In jedem Projektraum beleuchtet das Stadtmuseum unter anderem auch die Geschichte des jeweiligen Ausstellungsortes. Die Adresse Staustraße 16 ist bei vielen Oldenburgerinnen und Oldenburgern als ehemaliges Photo Dose-Geschäft bekannt. So nimmt das Stadtmuseum diesen Hintergrund zum Anlass, vereinzelte Schlaglichter auf die Fotografiegeschichte Oldenburgs zu werfen. In einer Fensterschau sind Kameramodelle aus verschiedenen Jahrzehnten zu sehen. Im Innenraum werden Einblicke in die Fotoleidenschaft des Museumsgründers Theodor Francksen vermittelt.

Der Projektraum eröffnet am Samstag, 7. Mai um 10 Uhr. An diesem Tag sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadtmuseums vor Ort und beantworten Fragen rund um das Stadtteilprojekt und die aktuelle Arbeit des Museums.

Öffnungszeiten des Projektraums:
Montag bis Samstag: 10 bis 18 Uhr
Sonntag, 15. Mai (Internationaler Museumstag): 10 bis 18 Uhr
Der Eintritt ist frei.
06.05.2022, 09:41 Uhr
20 Jahre Engagement für Kultur, Bildung und Wissenschaft
Jubiläumsaktion „20x5“ abgeschlossen – 20 Bürgerstiftungen erhalten je 5000 Euro für ihre besonderen Projekte vor Ort
Im Jahr 2002 von der EWE AG im Nachgang zu ihrem 70-jährigen Bestehen ins Leben gerufen, hat die EWE Stiftung seither 3.400 gemeinnützige Projekte in den Regionen Ems-Weser-Elbe, in Teilen Brandenburgs und auf Rügen finanziell unterstützt.

Mit den Erträgen aus dem Stiftungskapital, das in 20 Jahren durch Zustiftungen von 20 auf 50 Mio. Euro erhöht wurde, konnten seither vielfältige kulturelle Aktionen wie bildende und darstellende Künste, Museumspädagogik, Bildungsprojekte zur Sprach- und Leseförderung, Programme zum sozialen Lernen an schulischen und außerschulischen Lernorten, Lehr- und Lernmittel zur Verbesserung der MINT-Bildung sowie universitäre Projekte finanziell gefördert und oft auch erst ermöglicht werden. „Von den seit 2002 bei der EWE Stiftung eingegangenen rd. 7.000 Förderanträgen wurde etwa die Hälfte bewilligt und auch die regionale Verteilung der Mittel ist sehr ausgewogen,“ erzählt Jutta Freese von der Geschäftsstelle, die schon seit der ersten Stunde mit dabei ist. Eine Förderung durch die EWE Stiftung sei dabei auch immer Wertschätzung und Anerkennung des überwiegend ehrenamtlichen Engagements zahlreicher Vereinsmitglieder, so Freese weiter. Ein Projekt absagen zu müssen, weil beispielsweise die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel nicht für alle reichten, fiele vor allem deshalb oft schwer.

In den 20 Jahren ihres Bestehens hat die EWE Stiftung für geförderte und eigene Projekte rd. 20 Mio. Euro ausgegeben: Denn neben Programmen und Projekten Dritter aus Kunst und Kultur, Erziehung und Bildung, Forschung sowie Wissenschaft ist es ihr gelungen, mit dem Klaus-von-Klitzing-Lehrerpreis, dem Helene-Lange-Preis für Wissenschaftlerinnen in der Digitalisierung sowie der Verlosung von LEGO-Kästen und dem Format zur Wissenschaftsvermittlung „EWE Stiftung unterwegs“ eigene Akzente zu setzen und ihr Profil zu schärfen.

„Als Unternehmen freuen wir uns natürlich ebenfalls über 20 Jahre erfolgreiche Stiftungstätigkeit und sind stolz auf dieses kontinuierliche gesellschaftliche Engagement, das die Attraktivität der EWE AG - auch als Arbeitgeber - und die starke Verankerung hier in der Region nochmals unterstreicht“, sagt Marion Rövekamp, die dort Vorständin für Personal und Recht und seit 2018 auch Vorstandsvorsitzende der EWE Stiftung ist. „Die Arbeit in der Stiftung hat mir ganz besonders deutlich gezeigt, wie vielfältig und lebenswert der Nordwesten ist und wie stark das bürgerschaftliche Engagement und der Zusammenhalt hier sind“, so Rövekamp weiter.

Die geschäftsführende Vorständin Dr. Stephanie Abke, seit 2006 für die EWE Stiftung tätig, ergänzt: „Die Arbeit für die EWE Stiftung ist vor allem wegen der vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten und der Vielfalt der Themen ein großer Gewinn. Gleichzeitig tragen wir alle eine große Verantwortung als Treuhänder fremden Vermögens und für die Verwirklichung der Stiftungszwecke.“ Insbesondere auch die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit im Vorstand, im Team und mit dem Stiftungsrat sei dafür verantwortlich, dass die EWE Stiftung so viel positive Kraft entfalte, betont die Stiftungsmanagerin.

Für Reinhard Lanfer, Vorsitzender des Stiftungsrats aus Bösel, endet im Juli die fünfjährige Amtszeit: Er verabschiedet sich von seinen politischen Ämtern in den Ruhestand. „Die ehrenamtliche Tätigkeit im Stiftungsrat hat mir immer großen Spaß gemacht und war eine große Bereicherung“, so Lanfer. „Ich wünsche meinem Nachfolger und allen neuen Stiftungsratsmitgliedern, die im September 2022 zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammentreffen, viel Erfolg“. Die Namen werden entsprechend zu diesem Termin offiziell bekannt gegeben.

Jubiläumsaktion zugunsten von Bürgerstiftungen und -vereinen
Zum Jubiläum haben sich Vorstand und Stiftungsrat schon zum Jahresanfang noch etwas ganz Besonderes ausgedacht: Bürgerstiftungen aus Ems-Weser-Elbe und aus Teilen Brandenburgs und Rügen konnten sich seit Januar auf 20 x 5000 Euro bewerben. Denn sie sind die Expertinnen und Experten vor Ort und wissen, wo der Schuh besonders drückt. Zu den glücklichen Gewinnern gehören: Die Bürgerstiftungen Achim, Barnim Uckermark, Baruth, Borkum, Delmenhorst, Elm, Emden, Emstek, Hanstedt, Harkebrügge, Juist, Königs Wusterhausen, Lilienthal, Neuenkirchen-Vörden, Norden, Oldenburg, Ovelgönne, Schöneiche, Visselhövede und Zeven.

Mit dem Geld werden beispielsweise folgende Projekte realisiert: „Klimaführerschein“ für alle fünften Klassen in Achim, Unterricht und Ausbildungscoaching für 120 Geflüchtete in Hanstedt, das Lernprogramm „Demokratie bewahren und entwickeln“ in Königs Wusterhausen, die Entwicklung und Umsetzung eines Naturlerngartens für Kinder in Neuenkirchen-Vörden und die Digitalisierung des Ortsarchivs in Harkebrügge.

Alle mit der Aktion geförderten Projekte werden online unter www.ewe-stiftung.de sowie auszugsweise im nächsten EWE-Stiftungsbrief, der halbjährlich erscheinenden Informationsbroschüre der EWE Stiftung, vorgestellt.
06.05.2022, 09:22 Uhr
Neuer Leuchtturm der Buchkunst im Nordwesten
Landesbibliothek Oldenburg kauft wertvolle Künstlerbuchsammlung von Dr. Onno Feenders
Ein privater Bücherschatz wird künftig für Öffentlichkeit und Wissenschaft zugänglich sein: die kostbare Sammlung moderner Buchkunst von Dr. Onno und Christa Feenders aus Emden. Mehr als 1.100 bibliophile Werke, Pressendrucke und Künstlerbücher – zusammengetragen in über vier Jahrzehnten intensiver Sammeltätigkeit – konnte die Landesbibliothek Oldenburg jüngst mit Unterstützung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und mehrerer Stiftungen für insgesamt 300.000 Euro erwerben. Die Originalausgaben der wichtigsten deutschen Pressen und bibliophilen Verlage – darunter sehr seltene Spitzenstücke und Unikate - spiegeln die Entwicklung der Buchkunst in Deutschland von den Anfängen der Pressendruckbewegung um 1900 bis zur Gegenwart. Die Sammlung Feenders wurde heute im Rahmen eines Festaktes mit Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler, der Öffentlichkeit vorgestellt.

„Mit der Sammlung Feenders entsteht ein neuer Leuchtturm der Buchkunst im Nordwesten“, unterstreicht Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler die Bedeutung des Ankaufs. „Niedersachsen besitzt reiche Bücherschätze wie die berühmte französische Malerbuchsammlung der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel. Mit der Sammlung Feenders kommt jetzt ein ganz neuer Akzent hinzu. Das eröffnet interessante Perspektiven für Forschungskooperationen und Projekte mit anderen Bibliotheken und Museen.“

„Die Sammlung Feenders ist die schönste und bedeutendste Erwerbung der Landesbibliothek Oldenburg in den letzten drei Jahrzehnten“, freut sich Bibliotheksdirektorin Corinna Roeder. „Sie macht die moderne Buchkunst zu einem neuen Schwerpunkt im Profil der Landesbibliothek. Auf dieses Ziel haben wir gemeinsam mit Dr. Feenders lange hingearbeitet. Die Sammlung Feenders knüpft zugleich an große bibliophile Traditionen des 16. bis 18. Jahrhunderts an, die bereits den Gründungsbestand der Landesbibliothek auszeichnen“, so Roeder.

Gerade in ihrer Dichte und Geschlossenheit und in der konsequenten Auswahl nach strengen Kriterien exzellenter Typographie, Illustration und Einbandkunst besteht die außergewöhnliche Bedeutung der Sammlung Feenders. Berühmte Pressen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wie die Bremer Presse, „Königin der deutschen Pressen“, und die Rupprecht-Presse sind vollständig versammelt, wichtige andere in repräsentativer Auswahl. Nach 1950 liegen Schwerpunkte bei norddeutschen Pressen und Künstlern wie den Hamburgern Otto Rohse und Roswitha Quadflieg. Sehr gut vertreten sind auch Buchkünstler aus dem Gebiet der ehemaligen DDR. In außergewöhnlicher Qualität und Anzahl finden sich in der Sammlung Feenders Bucheinbände berühmter Meister, darunter Frieda Thiersch und Ignaz Wiemeler, und experimentelle Einbände zeitgenössischer Künstler.

„Wir dürfen uns auf Buchkunst-Ausstellungen mit Strahlkraft weit über die Region hinaus freuen“, ist sich Dr. Gesa Schönermark von der Stiftung Niedersachsen sicher, und spricht damit auch für die EWE-Stiftung, die Barthel Stiftung, die Kulturstiftung Öffentliche Oldenburg und die Landessparkasse zu Oldenburg, die sich für den Ankauf engagiert haben. „Schon in diesem Herbst werden wir Künstlerbücher und Buchinstallationen der international bekannten Buchkünstler Anja Harms und Eberhard Müller-Fries in der Landesbibliothek Oldenburg zu sehen bekommen“, verrät Schönermark.

Im Laufe seiner über 40jährigen Sammlertätigkeit hat Dr. Onno Feenders vielfältige persönliche Kontakte zu Buchkünstlern, Buchexperten und Verlegern geknüpft. Für den Emder Kinderarzt war die Bibliophilie immer ein schöner Ausgleich zur herausfordernden Berufstätigkeit und zugleich mehr als ein persönliches Hobby. Viele Jahre lang wirkte Feenders bundesweit im Vorstand der Gesellschaft der Bibliophilen. In seiner ostfriesischen Heimat initiierte Feenders als Vorsitzender der Freunde der Johannes a Lasco Bibliothek nicht nur zahlreiche Ausstellungen zur Buchkunst, sondern vermittelte dort auch den Ankauf zweier bedeutender Werkarchive. Die eigene Sammlung stellte Feenders erstmals 2014 in der Landesbibliothek Oldenburg der Öffentlichkeit vor.

Persönlich bevorzugt Feenders eine reduzierte, zurückhaltende Ästhetik, wie sie beispielsweise die Bremer Presse auszeichnet, die auf opulenten Schmuck vollkommen verzichtet. Auch die Kupferstiche und Holzschnitte des Buchkünstlers Otto Rohse sind Meisterwerke in der Kunst des Weglassens. Onno Feenders ist aber nicht nur ein Betrachter mit unbestechlichem Auge, sondern auch leidenschaftlicher Leser. „Wenn mich der Text nicht interessiert, hat es ein Buch schwer, in meine Sammlung zu kommen“, erzählt Feenders. Ein Meisterwerk der Typographie und gleichzeitig eines der kostbarsten und bedeutendsten Bücher der Sammlung machte Feenders der Landesbibliothek Oldenburg nun zum Geschenk: „Die Verfassung des Deutschen Reiches von 1919“ ist eines von nur 24 auf feinstes Pergament gedruckten Exemplaren, das die Bremer Presse im Jahr 1929 herausbrachte – in der Spätphase der Weimarer Republik ein klares Bekenntnis zur Demokratie.

Die Landesbibliothek Oldenburg will die Künstlerbuchsammlung Feenders nicht nur bewahren, sondern auch aktiv vermitteln: Die Katalogisierung im Online-Verbundkatalog soll zunächst die Voraussetzung schaffen für eine Nutzung der Künstlerbücher als Quellen für wissenschaftliche Zwecke, z.B. Forschungen zur Kunst, zur Literatur- und Mediengeschichte. Die Sammlung Feenders wird außerdem in die künftige Dauerausstellung der Landesbibliothek und in vielfältige Wechselausstellungen einbezogen werden. Die Pressendrucke aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts können dabei z.B. in einen spannenden Vergleich zu Frühdrucken der italienischen Renaissance des 14. und 15. Jahrhundert aus dem Gründungsbestand der Landesbibliothek treten. Auch das medienpädagogische Angebot der Landesbibliothek für Schulklassen wird durch die Sammlung Feenders bereichert. Im Rahmen von Schulungen, Führungen und Seminaren auch für Studierende und Auszubildende können Begegnungen mit herausragenden Beispielen historischer und moderner Buchkultur im Original stattfinden. Sie vermitteln wichtige Kenntnisse und Erfahrungen über das gedruckte Buch als Leitmedium der letzten 500 Jahre, die als kulturelle Basis für eine fruchtbare Auseinandersetzung mit der digitalen Zukunft unverzichtbar sind.
06.05.2022, 09:10 Uhr
Gedenken: Kranzniederlegung für Opfer von Zwangsarbeit
Jahrestag erinnert an Befreiung eingesperrter Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter
Gegen das Vergessen: Der 3. Mai 1945 war der Befreiungstag für die in den Lagern in Oldenburg eingesperrten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter – und jedes Jahr an diesem Datum erinnert eine Kranzniederlegung am Mahnmal der Gedenkstätte Zwangsarbeitergräber an diesen denkwürdigen Tag. Bürgermeisterin Nicole Piechotta und Pastor Christoph Fasse gedachten dafür am Dienstag, 3. Mai, in einer Zeremonie auf dem Friedhof Ohmstede gemeinsam den Opfern.

Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs leisteten insgesamt mehr als zwölf Millionen Menschen für Deutschland Zwangsarbeit. Durch die kampflose Übergabe der Stadt Oldenburg an die Alliierten am 3. Mai 1945 befreiten die kanadischen Truppen noch am selben Tag die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter in unserer Stadt. Auf dem Friedhof in Ohmstede befindet sich in Oldenburg das größte Sammelgrab für die Opfer von Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg. Am westlichen Rand des Friedhofgeländes gibt es einen Bereich, der ihrem Gedenken gewidmet ist. Hier wurde im Jahr 2015 eine Gedenkstätte errichtet.
03.05.2022, 18:37 Uhr
Der Traum vom Frieden lebt – zumindest musikalisch
Europaempfang: Luxemburgs Außenminister geißelt Russlands Ukraine-Krieg als Barbarei
„Die Ukraine braucht ein stolzes, geeintes Europa, um der Barbarei des Kreml Paroli zu bieten. Der Krieg in der Ukraine ist ein Krieg gegen die demokratischen Werte von uns allen.“ Wohl noch nie zuvor wurden in der 101-jährigen Geschichte des Goldenen Buches der Stadt Oldenburg bei einem Eintrag so deutliche Worte gewählt wie am Montagabend, als sich Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn in dem Band verewigte. Der erfahrene Chefdiplomat – mit 18 Amtsjahren ist er der dienstälteste Außenminister innerhalb der Europäischen Union – tat dies im Kulturzentrum PFL als Ehrengast beim Europaempfang, zu dem die Stadt Oldenburg und der Verein Europäische Föderalisten Oldenburg zum mittlerweile vierten Male eingeladen hatten.

Für Oberbürgermeister Jürgen Krogmann und Peter Meiwald, 1. Vorsitzender der Europäischen Föderalisten Oldenburg, war es eine besondere Ehre, vor 90 geladenen Gästen Jean Asselborn zum Europaempfang begrüßen zu dürfen. Krogmann dankte Luxemburgs Außenminister für sein „lebenslanges Engagement“. Wie kaum ein anderer biete Asselborn Nationalismus und Populismus auf europäischer Ebene die Stirn. „Du bist nicht nur ein Europäer durch und durch, Du hast den Mut, unbequeme Wahrheiten auszusprechen“, lobte Krogmann den Gast aus Luxemburg, mit dem er seit einem gemeinsamen Grünkohlessen in Brüssel auf „Du und Du“ ist.

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine stand nicht nur in Asselborns Eintrag ins Goldene Buch, sondern auch in seiner anschließenden 35-minütigen Rede im Fokus. Asselborn bezeichnete den russischen Präsidenten Wladimir Putin als „Kriegstreiber“, der vor nichts zurückschrecke und alle Fesseln abgelegt habe. „Putin hat vor, das Völkerrecht durch das Recht des Stärkeren zu ersetzen“, so Asselborn. Die EU stelle sich der Aggression Russlands entgegen, indem sie ihre Verteidigungsfähigkeiten stärkt, ihre Energieabhängigkeit von Russland reduziert und eine robustere wirtschaftliche Basis aufbaut. Der Angriff auf die Ukraine sei eine Attacke auf die Werte der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit. Diese Werte dürften keinen Millimeter weit aufgegeben werden, forderte Asselborn.

Dies gelte auch mit Blick auf innere Entwicklungen in der EU. Das Aufatmen über die Wiederwahl des französischen Präsidenten Emmanuel Macron dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass es seiner rechtspopulistischen Herausforderin Marine Le Pen gelungen sei, ihre Wählerbasis weiter auszudehnen, und dass ihr brandgefährliches Gedankengut weiter auf dem Vormarsch ist. „Hier müssen wir uns alle fragen, was können wir besser machen? Wie können wir solchen für die Zukunft Europas existenzgefährdenden Tendenzen Einhalt gebieten?“, so Asselborn. 

Für den 73-jährigen Außenminister sind die „bitteren Kriegszeiten“ auf europäischem Boden eine „Herausforderung ganz neuen Ausmaßes“. Das „Fenster der Diplomatie“ werde sich erst öffnen, so Asselborns ernüchternde Analyse, wenn Putins „Barbarei von innen“ gestoppt werde. Momentan sei es illusorisch zu glauben, dass dies passiere, „aber Hoffen muss erlaubt sein“, sagte Asselborn. Und Träumen sowieso: „Can’t stop dreaming“ lautete der Titel des selbst komponierten Gitarrenstücks, mit dem das aus der Ukraine stammende Musiker-Paar Dariya Panasevych und Arsen Asanov als „Duo Sempre“ die Gäste verabschiedete. „Und heute Abend“, sagte Asanov, „haben wir alle nur einen Traum: Frieden in der Ukraine und in Europa.“
03.05.2022, 18:10 Uhr
Hafengeschichte durch die Jahrhunderte
Infotafel am Stadthafen informiert über historische Entwicklung
Wer entlang des Oldenburger Stadthafens spaziert oder radelt, kann sich ab sofort wieder in die frühere Hafengeschichte vertiefen: Eine Informationstafel zeigt mit vielen, auch historischen Fotos und informativen Stichworten, wie sich der Stadthafen über die Jahrhunderte entwickelt hat. So erfährt man, dass schon im 14. Jahrhundert Schiffsliegeplätze und Gebäude am Stau verortet waren. Bereits seit dem 16. Jahrhundert war Oldenburg in den regen nationalen und internationalen Handel mit Salz, Getreide, Holz oder Leinen eingebunden. Aus der jüngeren Zeit stammt etwa eine Aufnahme der Fischbratküche, die bis 1963 ein beliebter Anlaufpunkt war.

Die Informationstafel wurde schon 2017 in der Grünanlage mit dem Spielplatz am Stau (Höhe Hausnummer 105) aufgestellt und zur Überarbeitung vorübergehend abgenommen. Ab sofort ist sie wieder am alten Standort zugänglich.
29.04.2022, 13:01 Uhr
Stadtbibliothek erweitert die Rückgabe von Büchern und Co.
Rückgabe von Medien ab 2. Mai auch außerhalb der Öffnungszeiten
Die Stadtbibliothek Oldenburg erweitert ab Montag, 2. Mai, ihre Rückgabemöglichkeiten: Medien wie Bücher, Zeitschriften oder Tonies für Kinder können dann auch außerhalb der Öffnungszeiten in Rückgabeboxen zurückgegeben werden. Möglich ist dies in der Stadtbibliothek im PFL, in der Kinderbibliothek am PFL und in der Stadteilbibliothek Ofenerdiek. Bereits seit längerem kann in der Stadtteilbibliothek Kreyenbrück eine Medienrückgabebox genutzt werden.

Die Rückgabezeiten für die Boxen unterscheiden sich je nach Bibliotheksstandort, da diese von äußerlichen Gegebenheiten abhängig sind. Gegebenenfalls werden sie im Laufe der Zeit noch angepasst.

· In der Stadtbibliothek im PFL ist die Rückgabebox im Foyer des PFL zu folgenden Zeiten nutzbar: Montags, dienstags, donnerstags und freitags von 6 bis 11 Uhr und von 19 bis 20.30 Uhr, mittwochs von 6 bis 20.30 Uhr und samstags von 7.30 bis 11 Uhr und von 14 bis 18 Uhr.

· Medien der Kinderbibliothek am PFL können in der Medienrückgabebox im dortigen Foyer zu diesen Zeiten eingeworfen werden: Montags, dienstags, donnerstags und freitags von 6 bis 11 Uhr und von 18 bis 20.30 Uhr, mittwochs von 6 bis 20.30 Uhr und samstags von 7.30 bis 11 Uhr und von 14 bis 18 Uhr. Da der barrierefreie Zugang zur Kinderbibliothek nicht zu allen Zeiten gewährleistet ist, kann in diesen Fällen auf die Rückgabebox im PFL ausgewichen werden.

· Die Rückgabebox der Stadtteilbibliothek Ofenerdiek befindet sich außerhalb des Gebäudes, rechts neben dem Eingang, und kann durchgängig von montags, 10 Uhr, bis freitags, 17 Uhr, genutzt werden.

· Die Medienrückgabe der Stadtteilbibliothek Kreyenbrück ist wie bisher montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr im Vorraum zugänglich.

Die jeweils aktuellen Zeiten sind auch auf der Website der Stadtbibliothek unter www.stadtbibliothek-oldenburg.de zu finden. Brett- und Gesellschaftsspiele sowie Buchgeschenke müssen auch weiterhin persönlich während der Öffnungszeiten der jeweiligen Bibliotheken abgegeben werden und können nicht in die Rückgabeboxen geworfen werden.
26.04.2022, 17:10 Uhr
Muse, Mampf & Mammon in den Schlosshöfen
Kultur, Gastronomie und Einzelhandel am 7. Mai gemeinsam auf der Bühne
Schon 2020 hat „Muse, Mampf und Mammon” sich als das ultimativ neue Crossover-Event Oldenburgs erwiesen. Die von cre8 oldenburg, dem Netzwerk Kreativwirtschaft und der Wirtschaftsförderung Oldenburg entwickelte Veranstaltung geht in 2022 zweimal auf die Bühne und mischt die Oldenburger Innenstadt auf. Nun legen die Veranstaltenden nach und zeigen erneut, wie viel kreatives Potenzial in Oldenburgs Wirtschaft steckt – diesmal mit den Schlosshöfen als tatkräftigem Partner an der Seite.

Das Prinzip ist so simpel, wie überraschend: Vier Teams aus Kultur, Gastronomie und Einzelhandel bringen amüsante, kurzweilige Darbietungen auf die Bühne. An den Start gehen die vier Teams „Wanderlust“, „Puppenstube“, „Tanztee“ und “Kostprobe”.

Den Kultur-Part übernehmen Axel Bahro, Puppenspieler der Gruppe Puppets in Minutes, der Schauspieler Jo Schmitt, die Flamenco-Tänzerin Flavie Cardona und der DJ Mr. 5ooo. Aus der Gastronomie sind die Bäckerei Janssen, Immergrün Salate, Wraps & Bowls, Tee Gschwendner und das Café Woyton dabei; der Einzelhandel ist durch das Fotostudio Studioline, Porzellan von Belinda Berger, Outdoorbekleidung Schöffel Lowa und das Gutscheinheft Kostbar vertreten.

Alle sind herzlich dazu eingeladen am Samstag, 7. Mai, von 15 bis 17 Uhr in der Rotunde in den Schlosshöfen vorbeizuschauen. Der Eintritt ist frei.

Im September wird Muse, Mampf & Mammon noch einmal stattfinden, dann auf dem Schlossplatz. Die Stadt Oldenburg hat für Muse, Mampf & Mammon eine Förderung bei der Europäischen Union (REACT-EU-Mittel) / Land Niedersachsen (Perspektive Innenstadt) beantragt. Die Schlosshöfe tragen mit einer Kofinanzierung bei. Das Netzwerk der Kreativwirtschaft cre8 oldenburg setzt das Projekt in Kooperation mit den Schlosshöfen um. 
26.04.2022, 17:08 Uhr
Schreibworkshop im Stadtteiltreff Kreyenbrück
Mit oder ohne Reim, lang oder kurz – Gedichte für den eigenen Stadtteil schreiben
Farbenfroh, die Kulturinitiative in Kreyenbrück, lädt alle Menschen aus Kreyenbrück und Bümmerstede ein, ein Gedicht für ihren Stadtteil zu schreiben. Ob mit oder ohne Reim, lang oder kurz – gerade ein Gedicht bietet viele Möglichkeiten, die Gefühle und Gedanken über das Leben und Lieben im Stadtteil zum Ausdruck zu bringen.

Sie können sofort starten: Wenn Sie Hilfe brauchen und nicht allein in Ihrem Zimmer dichten möchten, können Sie an einem der Schreibworkshops unter professioneller Anleitung teilnehmen. Der Schreibworkshop im Stadtteiltreff Kreyenbrück, Alter Postweg 1, findet statt am Mittwoch, 11. Mai, 15 bis 18 Uhr. Eine Anmeldung ist telefonisch erforderlich unter 0441 235-3292.

Ab Dezember werden die schönsten und zum Stadtteil passenden Gedichte dort ausgestellt, wo man Zeit zum Lesen hat, beispielsweise in Arztpraxen, Kirchen oder öffentlichen Einrichtungen – Vielleicht finden Sie ja auch Ihr Gedicht. Außerdem sind Sie am Freitag, 2. Dezember, herzlich in die Stadtteilbibliothek Kreyenbrück eingeladen, wo Sie die Möglichkeit haben, Ihr Gedicht selbst vorzutragen oder es vorlesen zu lassen.

Sie haben Zeit, Ihre gereimten oder ungereimten Gedanken bis zum 1. Oktober 2022 zu Papier zu bringen und per E-Mail an gwa-kreyenbrueck@stadt-oldenburg.de sowie mit der Post zu schicken oder persönlich im Stadtteiltreff Kreyenbrück, Alter Postweg 1, 26133 Oldenburg, vorbeizubringen.
23.04.2022, 16:55 Uhr
Dekoloniale Perspektiven
Chancen für eine neue Erinnerungskultur in Oldenburg
OL verändern | OL erinnern: Veranstaltungsreihe des Stadtmuseums in der Flänzburch

Am Donnerstag, 28. April, 19 Uhr, lädt das Stadtmuseum wieder zu der Veranstaltungsreihe „OL verändern | OL erinnern“ ein. Zu Gast sind Lena Nzume Aktivistin, Politikerin (Bündnis 90/Grüne) und Mitinitiatorin des zum Jahresanfang gegründeten Arbeitskreises „Koloniale Kontinuitäten in Oldenburg“ sowie der Wissenschaftler und Aktivist Malte Kleinschmidt. Alexander Duschek, wissenschaftlicher Volontär am Stadtmuseum, spricht mit ihnen über die koloniale Vergangenheit Oldenburgs, die Verbindung von Kolonialismus und Rassismus damals wie heute sowie das Fortbestehen kolonialer Strukturen bis in die Gegenwart.

Die Beschäftigung mit dem Thema des neuzeitlichen Kolonialismus geschieht meist in Form von Vergangenheitsbewältigung. Nicht ohne Grund, denn mit den Unabhängigkeitserklärungen vieler ehemals kolonisierter Länder in den 1960er Jahren schien eine Epoche zu Ende zu gehen. Was also hat eine Stadt wie Oldenburg im Jahr 2022 mit Kolonialismus zu tun? Die Folgen kolonialer Herrschaft und Überzeugungen sind noch immer spürbar – und das nicht nur in den jeweiligen fernen Ländern. Vom Kolonialwarenhandel, über eine sogenannte „Völkerschau“, in der Menschen wie Zootiere präsentiert wurden, bis hin zur militärischen Verehrung von Gewaltverbrechern – in Oldenburg gibt es zahleiche Spuren, doch bleiben sie meist unsichtbar. Wie also lässt sich eine Stadt dekolonisieren? Welche Ansätze braucht es, um die Narben offenzulegen und zu erinnern? Und wieso ist jede und jeder Einzelne von uns davon betroffen – wenngleich auf unterschiedliche Art und Weise? 

Im Anschluss an das Gespräch lädt das Stadtmuseum das Publikum zur Diskussion des Themas ein.

Die Veranstaltung findet in der Flänzburch, Friedensplatz 2 statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Es gilt die 3-G-Regelung: Zutritt nur mit einem Nachweis über Impfung oder Genesung oder einem tagesaktuellen negativen Test.

Das Stadtmuseum bittet um Anmeldung zur Veranstaltung unter: museumsvermittlung@stadt-oldenburg.de.
14.04.2022, 15:13 Uhr
Kulturbüro erweitert digitales Angebot
Kulturförderung kann jetzt online beantragt werden
Zuschussanträge an das Kulturbüro der Stadt Oldenburg können bereits jetzt rund um die Uhr bequem am Computer, mit dem Tablet oder Smartphone beantragt werden. Auch im Bereich der Kulturellen Bildung und Teilhabe können Projektpartnerinnen und Projektpartner nun online Förderanträge stellen. Damit wird die Online-Servicepalette der Stadt Oldenburg nun auch im Kulturbereich ausgebaut. Die Vorteile liegen auf der Hand: Zum einen wird die Zugänglichkeit zu den Fördermitteln gesteigert; zum anderen wird die Bearbeitung der Förderanträge beschleunigt.

„Natürlich beraten wir die Kulturschaffenden und ihre Bildungspartnerinnen und Bildungspartner weiterhin auch persönlich. Aber diese können sich nun den Gang zur Post oder zu uns ins Kulturzentrum PFL zur Abgabe eines Förderantrages sparen“, sagt Paula von Sydow, Leiterin des städtischen Kulturbüros. „Das macht es für alle leichter und schneller und entspricht dem Gebot einer zeitgemäßen digitalen Dienstleistung.“

Weitere digitale Services in allen Bereichen der Stadtverwaltung sind in Planung und Umsetzung. Die „digitalen Assistenten“ sind leicht zu bedienen und führen durch die Antragstellung.

Sollten bei der Bedienung Fragen auftreten, steht ergänzend das Servicecenter unter Telefon 0441 235-4444 von 7 bis 18 Uhr zur Verfügung.
12.04.2022, 17:43 Uhr
Ziel: ein verantwortlicherer Umgang mit Plastik
Ausstellung „Planet or Plastic?“ ab 30. April in Oldenburg
Am 30. April eröffnet in Oldenburg unter der Schirmherr­schaft des Niedersächsischen Ministerpräsidenten Stefan Weil die wohl wichtigste Aus­stellung des Jahres. „Planet or Plastic?“ zeigt nicht nur, wie wir Menschen unseren Pla­neten mit Plastikmüll quälen, sondern präsen­tiert auch Lösungen für das Problem. Ein umfangreiches Rahmenprogramm rundet die viermonatige Veranstaltung ab. 

Die von der National Geographic Society zusammen­gestellte Ausstellung „Planet or Plastic?“ feiert in Oldenburg ihre Deutschlandpremiere. Ein rundes halbes Jahr haben die Teams der Oldenburger Agentur Mediavanti und des Landes­museums Natur und Mensch auf diesen Tag hingearbeitet. „Wir freuen uns sehr, dass wir in Kürze die ersten Besucherinnen und Besucher begrüßen dürfen, die sich dafür interes-sieren, wie wir alle verantwortlicher mit Plastik umgehen können“, sagt Museumsdirek­torin Dr. Ursula Warnke. Gemeinsam mit Mediavanti-Geschäftsführer Claus Spitzer-Ewersmann bedankt sie sich für die großzügige Unterstützung der Förderer und Sponso­ren, die dieses Projekt ermöglichen. So wird die Aus­stel­lung aus Mit­teln der OLB-Stiftung gefördert. Hauptsponsor ist die EWE AG. Pre­mium­partner sind die GSG Oldenburg und For­schungs­verbund ZWT, Koopera­tions­partner Die Diekers, Olden­burgs Gute Adressen und Stock­werk2.  

Der erste Ausstellungstag bildet zudem die Feuertaufe für den „Gleispark Olden­burg“, das direkt am Hauptbahnhof gelegene neue Veranstaltungs- und Kulturzentrum. Hier wurde in den letzten Monaten intensiv daran gearbeitet, „Planet or Plastic?“ einen passenden Rahmen zu geben. „Einen besseren Ort als ein Areal, das ebenfalls ein zweites Leben geschenkt bekommt, kann es für eine Veran­stal­tung, die sich weitgehend mit Plastik-Recycling befasst, gar nicht geben“, betont Claus Spitzer-Ewersmann. 

Die Ausstellung ist bis zum 28. August dienstags von 10 bis 19 Uhr und mitt­wochs bis sonntags von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Kassenschluss ist jeweils eine halbe Stunde vor Schließung. Täglich werden öffentliche Führungen angebo­ten, die direkt vor Ort gebucht werden können.  

Am Rahmenprogramm ist eine Reihe von Projektpartnern beteiligt, etwa die Initiative „End Plastic Soup“ der Rotary Clubs, das Kino Cine k in der Kulturetage und der Abfall­wirtschaftsbetrieb der Stadt Oldenburg. Während der gesamten Ausstellungszeit wird eine Vielzahl von Veranstaltungen geboten, die sich in den unterschiedlichsten Formaten mit den Themenkom­plexen Umweltverschmutzung und Nachhaltigkeit befassen. Eine detaillierte Übersicht findet sich im Programmheft, das nach Ostern erscheint, und das auf der Website www.planetorplastic-oldenburg.de auch zum Download bereit steht. 
08.04.2022, 15:40 Uhr
Zusätzliches Medien- und Informationsangebot zum Thema „Ukraine“
Stadtbibliothek Oldenburg bietet neue Medien und ergänzende Webinhalte
Die Stadtbibliothek Oldenburg reagiert auf die Geschehnisse in der Ukraine und hat neben neu angeschafften Medien zum Thema „Krieg“ und „Flucht“ zusätzliche Informationsangebote auf www.stadtbibliothek-oldenburg.de gesammelt.

Mit Kindern über Krieg sprechen
Für Eltern haben alle Einrichtungen der Stadtbibliothek neue Kinderbücher zum Thema „Krieg“ und „Flucht“ im Medienbestand, um bei aufkommenden Fragen mit Kindern darüber sprechen zu können. Diese Medien sind unter www.stadtbibliothek-oldenburg.de mit einem Link zum Bibliothekskatalog gesammelt aufrufbar. Weitere Internetseiten mit vielfältigen Tipps, um die Themen mit Kindern zu behandeln sowie zu Webseiten mit für Kinder verständlich aufbereiteten Nachrichten ergänzen das Angebot. Für geflüchtete Kinder aus der Ukraine stehen zusätzlich Links mit kostenlosen Kinderbüchern und weiteren digitalen Medien auf Ukrainisch zur Verfügung.

Deutsch lernen für Geflüchtete
Erwachsene Geflüchtete können die bereits bestehenden Bestände zu „Deutsch lernen“ der Stadtbibliothek im PFL nutzen. Mit gültiger Aufenthaltsanzeige können sie sich einen Bibliotheksausweis ausstellen lassen und Medien aus der Stadtbibliothek ausleihen. Führungen für Sprachkurse werden nach Absprache wieder angeboten. Die Webseite hält ergänzend Informationen und Links mit kostenlosen Inhalten zum Lernen der deutschen Sprache bereit.

Gesicherte Informationen finden und Fake News erkennen
Verweise zu seriösen deutschen Informationsquellen, Nachrichtenseiten in leichter Sprache sowie zu unabhängigen ukrainischen Medien in englischer Sprache bieten eine weitere Hilfestellung. Ergänzt wird dies mit Schritten zum Erkennen von Fake News sowie Seiten zu Faktenchecks, die über bereits bekannte Falschmeldungen berichten.
01.04.2022, 13:54 Uhr
Abrissarbeiten am Stadtmuseum beginnen
Interessierte können Fortschritt ab jetzt über Baukameras verfolgen
Seit Anfang März wird die Neue Galerie des Stadtmuseums Oldenburg entkernt und für den Abriss vorbereitet. Jetzt beginnt ein großer Bagger damit, das Gebäude Schritt für Schritt abzubrechen. Drei Wochen lang frisst er sich vom Dach bis zum Fundament des Gebäudes. Der entstehende Bauschutt wird zunächst gesammelt und dann abtransportiert. Am Ende entsteht ein Loch, das im Anschluss zur Baugrube wird. „Der Abriss des Gebäudes bedeutet für uns den wichtigen ersten Schritt in Richtung Neueröffnung“, sagt Museumsleiter Dr. Steffen Wiegmann. „Unsere intensive Arbeit am neuen Stadtmuseum wird nun vom täglichen Baufortschritt begleitet.“

Blick hinter den Bauzaun
Um den Oldenburgerinnen und Oldenburgern Einblicke in die fortschreitenden Arbeiten am Gebäude zu ermöglichen, hat das Stadtmuseum zwei Baukameras installiert, die das Baugeschehen einfangen. Über die Website des Museums können seit dem 30. März jederzeit aktuelle Bilder und Zeitrafferfilme eingesehen werden. Zugang zum Material und Informationen sind hier zu finden: https://www.stadtmuseum-oldenburg.de/museumsneubau/blick-hinter-den-bauzaun.

Die Veröffentlichung der Bilder geschieht datenschutzkonform. Personen, die von den Kameras erfasst werden, werden von einer Software automatisch unkenntlich gemacht.

1968 erbaut, war die Neue Galerie des Museums lange Zeit ein Ausstellungsort für regionale Kunst und Kulturgeschichte. Nach dem Abriss soll über drei Jahre hinweg ein neues Stadtmuseum für Oldenburg gebaut werden. Die Eröffnung ist nach momentanem Stand für November 2024 geplant.
25.03.2022, 13:14 Uhr
Pop-Up-Ausstellung „Die Werkstatt“
Stadtmuseum Oldenburg vermittelt Fahrradgeschichte in historischer Werkstatt
Passend zum Schließzeitmotto „Museum findet Stadt“ zeigt das Stadtmuseum Oldenburg vom 26. März bis 29. Mai eine Pop-Up-Ausstellung an einem besonderen Ort: Die Fahrradwerkstatt von Geerd Hilmers in der Lambertistraße 65 in Oldenburg existiert fast seit 90 Jahren und versorgte die Stadt und das Umland mit Fahrrädern und Ersatzteilen. Seit einigen Jahren ist sie geschlossen und verbleibt als Zeitzeugnis einer jahrzehntelangen Leidenschaft für das Fahrrad.

In historischer Atmosphäre beleuchtet das Stadtmuseum verschiedene Aspekte der Oldenburger Fahrradgeschichte. „Die Werkstatt von Geerd Hilmers ist wie eine Wunderkammer“, erklärt Claudius Mertins, Kurator der Ausstellung. „Auf jedem Quadratmeter finden sich zahlreiche Verweise auf die Geschichte des Fahrrads. Deshalb haben wir uns dafür entschieden, diesen Ort für die Ausstellung genauso zu belassen, wie er ist und die Ausstellungsinhalte in diese Atmosphäre zu integrieren.“ Zwischen alten Kettenblättern, Öldosen und Werkzeug erzählt die Ausstellung von den Anfängen der Oldenburger Fahrradbegeisterung, von verschiedenen Radsportereignissen, von Fahrradhandel und -industrie sowie von der Geschichte eines leidenschaftlichen Fahrradschraubers und seiner Werkstatt.

Die Liebe für das Thema Fahrrad ist beinahe so alt, wie seine Existenz. Es steht für Mobilität, Freizeitgestaltung, Sport und Nachhaltigkeit und hat sowohl historisch als auch gegenwärtig eine hohe kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung. Die Ausstellung greift die vielfältigen Stränge der Fahrradbegeisterung mit Blick auf die Stadtgeschichte auf und zeigt, wie Oldenburg zu einer Fahrradstadt wurde. So erfahren Besucherinnen und Besucher zum Beispiel mehr über den Radrennsport in Oldenburg, der bis in die frühen 1930er Jahre unter anderem in den Stadtteilen Bloherfelde und Nadorst betrieben und durch ein lebendiges Vereinswesen begleitet wurde. Auch Radrennsportereignisse wie die ‚Internationale Afri-Cola Rundfahrt‘, eine Vorgängerin der heutigen Deutschland Tour, die 1962 unter anderem durch Oldenburg gefahren wurde, werden thematisiert.

Das Leben und Wirken des Werkstattbesitzers Geerd Hilmers ist ebenfalls Teil der Ausstellung. Zwei Ausstellungsräume widmen sich seinem Leben zwischen Werkbank und Schreibtisch, der Werkstattgeschichte, den Radrennen in seiner Jugend und seiner Familiengeschichte, in der das Fahrrad schon immer eine große Rolle spielte. „Eine Besonderheit der Ausstellung sind Audioaufzeichnungen von Geerd Hilmers, die wir in der Werkstatt gefunden haben“, erläutert Melanie Robinet, zuständig für die Ausstellungsvermittlung. „Durch sie wird ein Teil der Person Geerd Hilmers für die Besucherinnen und Besucher erfahrbar.“

Das Stadtmuseum Oldenburg ist seit Mai 2021 für den Abriss und Neubau geschlossen. Mit „Die Werkstatt“ setzt das Museumsteam im Rahmen der Kampagne „Museum findet Stadt“ zum zweiten Mal ein Pop-Up-Format um. Museumsleiter Dr. Steffen Wiegmann erläutert: „Das Format ist ein wichtiger Bestandteil unserer aktuellen Arbeit, bei der wir die Stadt selbst als Museum nutzen. Wir wollen Dinge ausprobieren und uns Stärken erarbeiten, die auch nach der Wiedereröffnung 2024 Teil unseres Profils sein werden.“

Ausstellungsort:
Ehemalige Fahrradwerkstatt Hilmers
Lambertistraße 65
26121 Oldenburg

Öffnungszeiten:
Freitag: 14 bis 18 Uhr
Samstag und Sonntag: 10 bis 18 Uhr
Eintritt frei

Kurator der Ausstellung: Claudius Mertins
Ausstellungsvermittlung: Melanie Robinet
18.03.2022, 11:23 Uhr
Neubeginn für den Kulturschnack: Kulturbüro startet digitale Plattform
Die ersten Klicks auf den Seiten des neuen Internet-Angebots waren den Mitgliedern des Kulturausschusses vorbehalten. Dort stellten am Dienstagnachmittag Kevin Altenberger und Thorsten Lange vom städtischen Kulturbüro den grundlegend überarbeiteten und völlig neu gestalteten „Kulturschnack“ vor: ein crossmediales Online-Magazin mit Podcast rund um die Oldenburger Kulturszene.

Angebot will neugierig auf Kulturerfahrungen machen
Der Start der Plattform ist Teil der digital-analogen Kulturstrategie, die seit Juni 2021 von Kevin Altenberger entwickelt wird. Sie reagiert auf die fortschreitende Digitalisierung der Gesellschaft, versöhnt diese Entwicklung aber mit dem analogen Erlebnis: „Für mich war klar: Es braucht zunächst einen zentralen Knotenpunkt, der Aktivitäten der Szene bündelt. Er soll aber auch – oder vor allem – Lust auf die nächste Kulturerfahrung machen“, erklärt der Digitalexperte.

Das neue Angebot kommt auch dem vielfachen Wunsch der Kulturakteure entgegen, eine größere mediale Präsenz zu erhalten. Die Oldenburger Szene besticht durch eine enorme Bandbreite bei Programmen und Projekten. „Es ist unmöglich, das alles abzubilden. Wir wollen aber möglichst nah ran an dieses Ziel“, sagt Thorsten Lange, der Aufgaben im redaktionellen Bereich übernimmt und für die Inhalte sorgt. „Von ‚snackable‘ bis ‚deep‘, wie man heute sagt“, schmunzelt er. „Das heißt: die Beiträge bewegen sich zwischen leichtverdaulichen Häppchen und ausführlichen Portraits. Die Mischung macht’s!“

Hintergründe und Ideen aus der Szene
Inhaltlich geht es um die Nähe zur Szene – der „Kulturschnack“ soll nicht als Veranstaltungskalender dienen. Stattdessen will er in die Szene eintauchen, hinter die Kulissen blicken, den Menschen eine Stimme geben. Damit einher geht eine unkomplizierte Form der Kommunikation: „Schreibt uns, sprecht uns an, lasst uns einfach schnacken“, fassen Altenberger und Lange ihre Haltung zusammen.

Noch etwas erhoffen sich die beiden Redakteure: Mittelfristig soll es nicht nur darum gehen, die Szene und ihre Aktivitäten abzubilden, sondern auch darum, Neues anzustoßen. „Der Kulturschnack bietet Informationen. Er soll aber auch ein Ort sein, an dem es Ideen und Impulse gibt oder an dem wir Debatten führen“, erklärt Altenberger.

Kulturschnack soll die ganze Gesellschaft ansprechen
Damit soll der „Schnack“ drei Zielgruppen erreichen: die Szene selbst, das kulturinteressierte Publikum sowie all jene, die bisher noch keinen Zugang gefunden haben. „Das sind natürlich langfristige Ziele“, ordnet Lange diese Vorhaben ein. „Aber wir sind überzeugt, dass wir noch einige Schwellen abbauen können.“

Nach dem Kulturausschuss ist nun die Bevölkerung dran: Der Kulturschnack ist live! Wie die neue Plattform aussieht und wie sie sich anhört, erfährt man im Internet unter www.kulturschnack.de und bei Facebook und Instagram unter „Kulturschnack“. Podcasts und Videos gibt es bei Spotify, Apple Podcasts und Google Podcasts sowie auf YouTube. Es gibt noch viel zu erzählen. 
15.03.2022, 18:07 Uhr
Sinti und Roma in Oldenburg – ein Kampf für Sichtbarkeit, Teilhabe und Erinnerung
Entfallener Termin der Veranstaltungsreihe OL verändern | OL erinnern wird nachgeholt
Am Dienstag, 22. März, 19 Uhr, lädt das Stadtmuseum wieder zu der Veranstaltungsreihe „OL verändern | OL erinnern“ ein. Zu Gast sind Christel Schwarz vom Maro Kher-Freundeskreis für Sinti und Roma in Oldenburg sowie Patrick Schwarz vom Anna Schwarz Haus e.V. Alexander Duschek, wissenschaftlicher Volontär am Stadtmuseum, spricht mit ihnen über die öffentliche Wahrnehmung von Sinti und Roma in Oldenburg und deren Geschichte, die kaum im kollektiven Gedächtnis der Stadt verankert zu sein scheint.

Von der Stigmatisierung und gesellschaftlichen Ächtung bis hin zur systematischen Verfolgung, Deportation und Ermordung im Nationalsozialismus sind Sinti und Roma auch heute noch Rassismus und Diskriminierung ausgesetzt. Dies zeigt nicht zuletzt der Brandanschlag auf das von Christel Schwarz geleitete Maro Kher-Haus im Jahr 2013. Eine Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit und gegenwärtigen Situation im alltäglichen Leben der Oldenburger Stadtgesellschaft ist demnach umso notwendiger.

Als zentrale Ansprechpartner unterstützen Christel und Patrick Schwarz betroffene Sinti und Roma in ihren Anliegen und Problemen. Seit vielen Jahren engagieren sie sich für die Präsenz und Gleichbehandlung im öffentlichen Leben der Stadt. Darüber hinaus pflegen und erhalten sie das Andenken an Anna Schwarz, der Namenspatin des Kulturhauses, und anderer Opfer der NS-Diktatur.

Im Gespräch berichten die beiden Gäste Wissenswertes aus ihrem Arbeitsalltag und von ihren täglichen Herausforderungen. Sie liefern Einblicke in eine Lebensrealität, die sowohl in der Geschichtsschreibung als auch im gegenwärtigen Selbstverständnis der Stadt viel zu lange Zeit vernachlässigt wurde.

Im Anschluss an das Gespräch lädt das Stadtmuseum das Publikum zur Diskussion des Themas ein.

Die Veranstaltung findet im Hauptfoyer des Staatstheaters, Theaterwall 28 statt. Die Teilnahme ist kostenlos. Es gelten die aktuellen Coronabestimmungen des Staatstheaters.

Das Stadtmuseum bittet um vorherige Anmeldung unter: museumsvermittlung@stadt-oldenburg.de oder telefonisch unter: 0441 235-2887.
11.03.2022, 17:32 Uhr
Schauspielerin vom Staatstheater absolviert Praktikum beim AWB
Vorbereitung auf Kurzfilm „A distant figure“ zum Thema Alltagsrassismus
Ein Praktikum der besonderen Art stand kürzlich beim Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) Stadt Oldenburg an: Am 23. Februar gewann Schauspielerin Zainab Alsawah Einblicke in die Arbeit bei der Straßenreinigung. Dieser Praktikumstag diente der 31-Jährigen dazu, sich auf ihre Rolle als junge Straßenreinigerin in dem Kurzfilm „A distant figure“ vorzubereiten. Die Dreharbeiten zu dem Film von Regisseur und Autor Ramón Durman finden in Hamburg statt. Im Herbst geht er auf „Festivaltour“ und wird auf verschiedenen Events abgespielt. In etwa zwei Jahren wird der Film auf YouTube zu sehen sein.

AWB-Betriebsleiter Volker Schneider-Kühn erklärt, wie es dazu kam: „Die Filmproduzentin hatte uns gefragt, ob ein Tagespraktikum bei uns möglich sei. Generell freuen wir uns immer über Praktikantinnen und Praktikanten. Allerdings war es für uns in dieser Form, als Vorbereitung auf eine Filmrolle, auch das erste Mal. Es freut uns, dass wir Zainab Alsawah helfen konnten, sich besser in ihre Filmfigur hineinzuversetzen und mit ihrer Rolle zu identifizieren.“ Alsawah ist gemeinsam mit Stefan Dierkes, langjähriger Mitarbeiter im Team Straßenreinigung, auf der Kehrmaschine unterwegs gewesen und hat die Arbeitsabläufe miterlebt. Seit der Spielzeit 2020/2021 gehört Zainab Alsawah zum festen Ensemble am Oldenburgischen Staatstheater.

Über den Kurzfilm
In „A distant figure“ wird eine junge Straßenreinigerin auf der Arbeit von zwei Betrunkenen rassistisch beleidigt. Ihr sonst sehr verschlossener und introvertierter Arbeitskollege greift ein und die Situation zwischen ihm und den beiden betrunkenen Männern eskaliert. Die junge Straßenreinigerin möchte danach nicht mehr ihrem Kollegen zusammenarbeiten, da sie sein Verhalten als übergriffig empfindet. Sie kann und möchte sich selber wehren. Sie wird oft mit Alltagsrassismus konfrontiert und hat ihre eigenen Mittel und Wege gefunden, damit umzugehen.

Über die Produktion
Der in den Niederlanden geborene Regisseur und Autor Ramón Durman hat in Edinburgh studiert und lebt heute in Prag. Seine Werke sind geprägt von sozialkritischen Themen wie Rassismus und Konflikten in der Rollenverteilung innerhalb der Gesellschaft. Produzentin des Filmes ist Kim Höver. Gefördert wird die Produktion von der Claussen-Simon-Stiftung sowie der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein.
04.03.2022, 13:06 Uhr
Stadtbibliothek im PFL verleiht jetzt auch Saatgut
Aktiver Beitrag zum Erhalt der Sortenvielfalt – Kooperation mit Staudengärtner
Die Stadtbibliothek im PFL, Peterstraße 3, bietet ab sofort in Kooperation mit Staudengärtner Sven Seiler eine Saatgutbibliothek an. Aus dem Regal der Saatgutbibliothek können Hobbygärtnerinnen und -gärtner um die 100 Gemüse- und Staudensamen kostenlos mitnehmen und im heimischen Garten oder auf dem Balkon anbauen. Nach der Gartensaison und dem erfolgreichen Ertrag der Früchte müssen die daraus gewonnenen Samen später im Jahr in die Bibliothek zurückgebracht werden, um das bedrohte Saatgut zu erhalten, zu vermehren und es weiteren Interessierten verfügbar zu machen. Damit wird ein aktiver Beitrag zum Artenschutz geleistet.

Zusätzlich wird eine digitale Einführungsveranstaltung angeboten. Sven Seiler bietet allen Interessierten am Freitag, 11. März, ab 17 Uhr die Möglichkeit, sich per Videokonferenzsoftware „Jitsi“ über die Saatgutbibliothek zu informieren. In einer kurzen Präsentation erklärt er die Funktionsweise, gibt Tipps und Tricks zur Anzucht der Pflanzen- und Gemüsesorten und bietet Raum für direkte Rückfragen.

Anmeldungen zur Onlineveranstaltung werden in der Stadtbibliothek Oldenburg unter 0441 235-3022 angenommen. Weitere Informationen sind unter www.stadtbibliothek-oldenburg.de zu finden.
04.03.2022, 13:02 Uhr
Exkursionen durch Oldenburg starten wieder
Stadtmuseum veröffentlicht Jahresprogramm
Zu Fuß und mit dem Rad durch Oldenburg – von April bis Oktober können Interessierte mit dem Stadtmuseum auf Entdeckungstour gehen. Das umfassende Jahresprogramm bietet zwölf Schwerpunktthemen an, zu denen Interessierte Oldenburg an der Seite kundiger Gästeführerinnen und -führer neu entdecken können.

Die Exkursionen befassen sich entweder mit einzelnen Stadtteilen, wie beispielsweise dem Dobben-, dem Johannis- oder dem Ziegelhofviertel oder mit historischen Themen wie der industriellen Revolution in Oldenburg und der Hafen- und Seefahrtsgeschichte.

Neben beliebten ‚Dauerbrennern‘ sind auch neue Themen hinzugekommen: Teilnehmerinnen und Teilnehmer können zum Beispiel die alten Bauernhöfe Oldenburgs bei einer Radtour durchs Grüne entdecken. Außerdem nimmt das Stadtmuseum gemeinsam mit dem Bürger- und Gartenbauverein Osternburg-Dammtor e.V. das hundertjährige Jubiläum der Eingemeindung Osternburgs zum Anlass, um sich dem Stadtteil noch eingehender zu widmen. Drei Exkursionen zu unterschiedlichen Themen bieten spannende Einblicke in die Geschichte und Gegenwart des Stadtteils.

Die Exkursionsthemen im Überblick:
· Zu Fuß über den Getrudenkirchhof
· Mit dem Rad zu alten Bauernhöfen
· Zu Fuß durch das Ziegelhofviertel
· Tweelbäke im Wandel der Zeit.
· Mit dem Rad auf den Spuren der industriellen Revolution
· Zu Fuß durch das Johannisviertel
· Zu Fuß durch das Dobbenviertel
· Zu Fuß rund um den alten Oldenburger Hafen
· Oldenburg. Stadt am Wasser
· Mit dem Rad durch Osternburg
· Zu Fuß durch das „Arbeiterviertel“ Osternburg
· Zu Fuß durch das Straßendorf Osternburg


Eine Übersicht aller Exkursionen, sowie Termine und Kosten sind auf der Homepage des Stadtmuseums zu finden. 

Tickets sind über www.ticket2go.de oder in der Touristinformation am Lappan erhältlich.

Unter 0441 235-2887 oder per Mail unter museumsvermittlung@stadt-oldenburg.de können weitere Informationen erfragt werden. 
22.02.2022, 14:35 Uhr
Es geht los: Startschuss für Neubau des Stadtmuseums
Abrissarbeiten starten im März – Eröffnung für November 2024 geplant – Sanierung der Villen
Der Startschuss fällt für ein bedeutsames Projekt in unserer Stadt: den Neubau des Stadtmuseums Oldenburg. In den kommenden Wochen wird die „Neue Galerie“ abgerissen und macht Platz für ein neues Museum für die Geschichte, Gegenwart und Zukunft Oldenburgs. Seit gestern steht das unübersehbare Baustellenschild auf dem Horst-Janssen-Platz und zeigt, wohin die Reise geht. Im April sollen die ersten Baufahrzeuge anrücken. Wenn alles nach Plan läuft, wird das neue Stadtmuseum im November 2024 eröffnen.

„Das Museum soll ein lebendiger Ort zum Austausch über aktuelle und historische Themen werden. Hier wird Stadtgeschichte erlebbar gemacht, stärker in das Bewusstsein gerückt und soll uns Antworten geben, wie wir unsere Zukunft gemeinsam gestalten können. Deshalb war es mir von Anfang an wichtig, die Bürgerinnen und Bürger an dem Vorhaben zu beteiligen. Das Stadtmuseum ist das Museum der Oldenburgerinnen und Oldenburger, es soll Identität bewahren und fortentwickeln“, betont Oberbürgermeister und Kulturdezernent Jürgen Krogmann. „Deshalb soll es ein Ort der Begegnung werden und mit innovativen Formaten, Ideen und Konzepten Besucherinnen und Besucher von nah und fern aus allen Altersgruppen anziehen. Ich freue mich, dass jetzt, nach all den intensiven Vorbereitungen, der Startschuss für den Neubeginn fällt.“

Mit dem Start der Bauarbeiten beginnt auch für das Team des Stadtmuseums eine neue Phase. Auf dem Weg zum SMO werden die neuen Dauerausstellungen im Neubau und in den Francksen-Villen sowie das Leitsystem, Wegeführungen, Lichtkonzepte und viele weitere Themen entwickelt. „Wir freuen uns über den Start der Bauarbeiten, da nun unsere intensive Arbeit und unsere Planungen für das neue SMO vom Baufortschritt begleitet werden“, sagt Museumsleiter Dr. Steffen Wiegmann. Kern des aktuellen Stadtmuseums sind die Francksen-Villen, die 1915 zum Stadtmuseum wurden. 1968 wurde das Gebäudeensemble um die „Neue Galerie“ erweitert, 1995 schließlich um den Hüppe-Saal.

Im Juli 2021 wurde der Stadt eine Projektförderung von 8,5 Millionen Euro bewilligt. Die Förderung beinhaltet neben dem Neubauteil die Sanierung der Ballin´schen Villa sowie die Einrichtung der gesamten Dauerausstellung.

Baustellenführungen, Filme, Magazin und Podcast geplant
Die veränderte inhaltliche Ausrichtung macht das Stadtmuseum bereits verstärkt unter dem Motto ‚Museum findet Stadt‘ sichtbar. Nun soll den Oldenburgerinnen und Oldenburgern auch das Baugeschehen umfangreich vermittelt werden. „Hierfür nutzen wir diverse Kanäle, um einen möglichst vielseitigen Eindruck zu vermitteln, was hinter dem Bauzaun passiert“, erläutert Wiegmann. „Wir planen einen Podcast, begleitende Filme und ein Magazin, aber auch – sofern es das Baugeschehen zulässt – Baustellenführungen bei denen sich Interessierte selbst ein Bild vom Baufortschritt machen können.“

Bauablauf
Die Vorbereitungen für den Bau des neuen Stadtmuseums hatten im Dezember 2016 mit einer Fachtagung und umfangreichen Bürgerbeteiligung begonnen. Im Januar 2019 wurde der Siegerentwurf der Gruppe GME aus Achim und des Architekten Dennes Janßen aus Bremen vorgestellt. Der finanzielle Rahmen für das Projekt wurde bislang auf Basis der marktüblichen Preissteigerungen fortgeschrieben. Die Ausschreibungsergebnisse zum Abbruch der „Neuen Galerie“ bewegen sich im Rahmen der Kostenberechnung. Um frühzeitig vor Baubeginn eine größtmögliche Kostensicherheit zu haben, plant die Stadt, 80 Prozent der Gewerke vor Baubeginn auszuschreiben.

Der Neubau wird in ein bestehendes Ensemble integriert und an das Horst-Janssen-Museum und den Hüppe-Saal angeschlossen. Eine besondere Herausforderung sind die extrem engen Verhältnisse. Die Baustelleneinrichtung wird auf dem Vorplatz des Museums so angeordnet, dass die Baumaßnahme optimal durchgeführt werden kann. Gleichzeitig soll die Zugänglichkeit zum Horst-Janssen-Museum erhalten und nur dann unterbrochen werden, wenn es unvermeidbar ist. Innerhalb der mit dem Bauzaun gesicherten Fläche befindet sich das Baufeld für die Abbrucharbeiten, die unmittelbar nachfolgenden Spezialtiefbauarbeiten der Baugrube und den Neubau. Weiter sind hier die Flächen für die Infrastruktur der Baustelle, Verkehrsflächen, Container, Lagerflächen für Baustoffe, Werkzeuge und notwendiges Material angeordnet.

Der in den Farben des Stadtmuseums gestaltete Bauzaun soll im Vorwege der Abbrucharbeiten aufgestellt und vorgehalten werden, so lange es die Baustelle erfordert. Es ist geplant, die Baustelleneinrichtungsfläche mit dem Baufortschritt schrittweise zu verkleinern.

Über die Verkehrsführung
Die Abfuhr und Anlieferung von Baustoffen und Material erfolgt über die Straße „Am Stadtmuseum“. Die rechte Fahrspur und der Rad- und Fußweg in Richtung „Pferdemarkt“ werden hierfür aus Sicherheitsgründen gesperrt. Mit der Verkleinerung der Baustelleneinrichtungsfläche sollen die gesperrten Verkehrsflächen in enger Absprache mit den für die Verkehrslenkung zuständigen Stellen ebenfalls schrittweise wieder freigegeben werden.

Der Rad- und Fußverkehr wird über die Raiffeisenstraße umgeleitet. Die Umleitungsstrecke beträgt nur rund 75 Meter. Dies dient auch der Verkehrssicherheit, da von der Straße „Am Stadtmuseum“ aus Abbruchmaterial abgefahren und Baumaterial angeliefert werden muss. Dafür muss der Rad- und Fußweg häufig mit Fahrzeugen und schwebenden Lasten überquert werden, was mit Gefahren für Radfahrende sowie Fußgängerinnen und Fußgänger verbunden wäre.

Die Meilensteine im Überblick:
Abbruch des alten Stadtmuseums: März bis Juni 2022
Herstellung der Baugrube: Mai bis Oktober 2022
Rohbauarbeiten:  November 2022 bis September 2023
Ausbauarbeiten:  Oktober 2023 bis April 2024
Inbetriebnahme / Mängelbeseitigung: Mai 2024 bis Juni 2024
Ausstellungseinrichtung: Mai 2024 bis Oktober 2024
Mögliche Eröffnung: November 2024
Sanierung Ballin´sche Villa: August 2022 bis Mai 2024
Sanierung Francksen- und Jürgen´sche Villa: November 2022 bis Mai 2024
18.02.2022, 15:39 Uhr
Stadtmuseum stellt leere Francksen Villen für Kreative zur Verfügung
Foto- und Videoshootings in den historischen Räumlichkeiten an zwei Wochenenden
Die historischen Villen des Stadtmuseums Oldenburg stehen aufgrund der anstehenden Restaurierung zum ersten Mal seit der Museumsgründung leer. Dies nimmt das Stadtmuseum zum Anlass, um die geschichtsträchtigen Räumlichkeiten für die Projekte der Oldenburger Kreativszene zur Verfügung zu stellen. Das Angebot richtet sich in erster Linie an Fotografinnen und Fotografen sowie Videokünstlerinnen und -künstler, die ihre Ideen in den Villen umsetzen wollen. An zwei Wochenenden im März und April vergibt das Museum hierfür Zeitslots.

„In den letzten Jahren wurden die Villen immer wieder für Foto- und Videoshootings angefragt. Wegen der musealen Nutzung mussten wir diese Anfragen aber häufig ablehnen“, erklärt Sammlungsleiterin Franziska Boegehold-Gude. „Aufgrund der anstehenden Sanierung und Restaurierung bietet sich nun endlich die Möglichkeit, die Räumlichkeiten bedenkenfrei für solche Vorhaben anzubieten.“ Im Herbst diesen Jahres beginnen die restauratorischen Arbeiten an den drei miteinander verbundenen Stadtvillen aus der Gründerzeit. Sie sollen zeitgleich mit der Neueröffnung des Stadtmuseums in neuem Glanz erstrahlen. Neben der Restauration werden die Villen auch durch eine neu konzipierte Dauerausstellung aufgewertet. „Die Aktion ist auch für uns ein spannender Öffnungsprozess.“, beschreibt Melanie Robinet, Mitarbeiterin der Bildung und Vermittlung. „Wir haben die tolle Möglichkeit, unsere Villen in neuen Kontexten und durch den Blickwinkel anderer Menschen zu sehen, bevor wir sie wieder in Museumsräume verwandeln.“

Möglichkeiten für eine kreative Nutzung der Villen bieten sich an folgenden Wochenenden:

Samstag, 19. März und Sonntag, 20. März
Bewerbungsschluss: 6. März

Samstag, 23. April und Sonntag, 24. April
Bewerbungsschluss: 10. April

Für die Teilnahme an der Aktion ist eine unkomplizierte Online-Bewerbung unter folgendem Link erforderlich: https://www.oldenburg.de/bewerbung-location-historische-villen.
15.02.2022, 16:31 Uhr
Cadillac-Gebäude an der Huntestraße wird denkmalgerecht saniert
Arbeiten an Dach und Fassade in den kommenden Wochen
Das Gebäude Huntestraße 4, in dem unter anderem das Cadillac ansässig ist, wird in den kommenden Wochen denkmalgerecht saniert. Der Altbau an der Huntestraße ist Teil des Schlossensembles und weist inzwischen größere Schäden an der Außenhülle auf, während das hintere Band- und Konzerthaus nicht von der Baumaßnahme betroffen ist. Am Altbau wird unter anderem das Zwerchdach an der Vorderseite des Gebäudes in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt und mit einer Kupfereindeckung versehen. Außerdem wird die gesamte Dacheindeckung und -entwässerung erneuert. Als weitere Maßnahme werden die Holzfenster überarbeitet und neu beschichtet sowie das Mauerwerk und der Außenputz überprüft und an den notwendigen Stellen repariert.

Die ersten Arbeiten an der Fassade haben bereits begonnen und werden ab Montag, 14. Februar, mit der Sanierung des Daches fortgesetzt. Insgesamt ist mit rund zwei Monaten Bauzeit zu rechnen, was sich bei ungünstiger Wetterlage noch verlängern kann. Für die gesamten Sanierungsarbeiten werden rund 180.000 Euro veranschlagt. Genutzt wird das Gebäude neben dem Cadillac vom städtischen Fachdienst Jugendhilfezentrum und dem Bildungs- und Sozialunternehmen CJD Oldenburg.
04.02.2022, 12:52 Uhr
Stadtbibliothek behauptet sich in der Pandemie
Bilanz 2021: Zahl der digitalen Ausleihen weiter gestiegen – Gute Entwicklung in Kreyenbrück
Das Jahr 2021 war für die Stadtbibliothek Oldenburg weiterhin mit Herausforderungen verbunden. Dennoch konnten sich die Einrichtungen trotz Corona-bedingter Einschränkungen auch im zweiten Jahr der Pandemie behaupten. Das geht aus der jetzt vorgelegten Jahresbilanz hervor. Neben nachvollziehbaren Rückgängen bei den Besuchszahlen und den Entleihungen gab es eine Reihe von positiven Entwicklungen: So konnten im vergangenen Jahr mehr neue Kundinnen und Kunden als in 2020 gewonnen werden, Schulungen und Veranstaltungen wieder stattfinden und die Ausleihzahlen der digitalen Ausleihstelle „Onleihe“ nochmals gesteigert werden.

Kontaktlose Ausleihe am Jahresanfang
Aufgrund geltender Corona-Verordnungen waren die Einrichtungen der Stadtbibliothek in den traditionell ausleihstärksten Wochen zu Beginn des Jahres nicht zugänglich. Das Alternativangebot, in diesem Zeitraum Medien nach vorheriger Reservierung kontaktlos auszuleihen, kam bei den Kundinnen und Kunden gut an. Insgesamt 20.555 Bestellungen wurden aufgegeben. „In die Umsetzung von Corona-Schutzmaßnahmen musste erneut viel Arbeitszeit investiert werden. Dadurch konnten wir aber unsere Einrichtungen ab März durchgehend geöffnet halten“, erläutert Heike Janssen, Leiterin der Stadtbibliothek. Mit Wiederöffnung griffen in allen Einrichtungen Einlassbeschränkungen, Aufenthaltsmöglichkeiten mussten deutlich reduziert werden. „Diese Bedingungen wirkten sich zwangsläufig auf die Besuchs- und Ausleihzahlen aus“, bilanziert Janssen.

Gesamtbilanz: 710.874 Medien ausgeliehen
Insgesamt besuchten 143.525 Kundinnen und Kunden die Bibliotheken (2020: 162.271) und liehen 710.874 Medien (2020: 746.884) aus. Pro aktivem Kundenkonto wurde mit 84 Medien mehr ausgeliehen als im Vorjahr (2020: 57). Besonders hohe Ausleihzahlen erzielten Bilderbücher, Tonies und Spiele für Nintendo Switch – Medien, mit denen sich Kinder zu Hause langanhaltend beschäftigen konnten. Trotz der widrigen Umstände konnten im vergangenen Jahr insgesamt 2.260 neue Kundinnen und Kunden gewonnen werden (2020: 2.154). Erfreulich war die Entwicklung der Stadtteilbibliothek Kreyenbrück am neuen Standort Klingenbergplatz: Die Familienbibliothek steigerte im Vergleich zum Vorjahr sowohl ihre Besuchszahlen (von 11.333 auf 13.896) als auch ihre Ausleihzahlen (von 43.966 auf 51.898).

Digitale Angebote profitieren
Die digitale Ausleihstelle „Onleihe“ verzeichnete ein Plus um drei Prozent und registrierte 114.198 Ausleihen (2020: 111.015), während der Bestand an eMedien sich um 15 Prozent auf 11.137 Titel vergrößerte (2020: 9.665). Zusätzlich wurde die Onleihe um ein eLearning-Angebot mit über 319 Onlinekursen zu vielfältigen Themen ergänzt (780 Ausleihen). Auch TigerBooks, die App zur digitalen Leseförderung für Kinder, wurde mit 2.412 Ausleihen deutlich mehr genutzt (2020: 1.212).

Zudem wurde 2021 die Möglichkeit für alle Bürgerinnen und Bürger eröffnet, komfortabel online einen Bibliotheksausweis zur Nutzung aller Bibliotheksservices zu beantragen – unabhängig von etwaigen Schließzeiten – und in der gewünschten Bibliothekseinrichtung abzuholen. Das Interesse hieran ist nach wie vor groß. Auch für Institutionen wie Schulen und Kitas besteht diese Möglichkeit. Darüber hinaus sind die Social Media-Angebote gewachsen: Auf Facebook und Instagram wurden 135 Beiträge veröffentlicht, die insgesamt 17.419 Nutzerinnen und Nutzer erreichten.
 
Veranstaltungen und Schulungen: Angebote nahmen wieder Fahrt auf
In der Veranstaltungsarbeit mussten viele Formate angepasst, umgedacht oder verschoben werden. Dennoch konnten die ersten Schulklassen und Kitagruppen, als die Inzidenzen es zuließen, wieder an Schulungen im Rahmen von „Schu:Bi“ und Gruppenbesuchen teilnehmen. „Das Angebot wurde dankbar angenommen, die Bedarfe sind noch immer groß“, resümiert Jacqueline Acquistapace, Schu:Bi-Koordinatorin. Zusätzlich wurden mit der „Bücherschatzsuche zum Mitnehmen“ und dem „Kamishibai to go“ weitere Ausleihangebote für Veranstaltungsformate in den Kitas geschaffen.

Veranstaltungshighlights waren die musikalische Ritter Rost-Lesung mit Patricia Prawitt, das bereits im Vorjahr etablierte Bilderbuch-Autokino sowie eine Greenscreen-Fotoaktion, welche im Sommer für Kinder angeboten wurden. Erwachsene hatten die Möglichkeit, im Rahmen der neuen Veranstaltungsreihe „Kreative Bibliothek“ Bookogamis zu falten. Zur niedrigschwelligen Medienkompetenzförderung erfreute sich auch die Techniksprechstunde wieder großer Beliebtheit.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Mensch.Alt.Jung.Digital“ wurde zum Ausprobieren aktueller Technik und digitaler Medien eingeladen. Insgesamt fanden 178 Schulungen, Gruppenbesuche und Veranstaltungen mit 1.665 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt.

Bibliothek bleibt in Bewegung: Ausblick auf 2022
2021 konnten weitere Projekte des „Zukunftsprogramms Bibliotheksprofil“ abgeschlossen werden: die umfassende Überarbeitung der bestehenden, vielfältigen Schulungsmodule zur Förderung der Lese-, Recherche- und Medienkompetenz von Schülerinnen und Schülern (Schu:Bi), die Konzeption niederschwelliger Angebote für Zugewanderte und Menschen mit Problemen beim Lesen und Schreiben sowie die Schaffung von Rückgabemöglichkeiten außerhalb der Öffnungszeiten. Die Ergebnisse sollen in 2022 eingeführt und erprobt werden. „Inzwischen haben sich noch weitere Projekte außerhalb des Zukunftsprogramms ergeben“, so Heike Janssen. „Wir arbeiten an einer Aktualisierung unseres Bibliothekkatalogs, die dem heutigen Nutzungsverhalten deutlich mehr entspricht. Unser größter Wunsch ist es jedoch nach wie vor, bald wieder ein Ort der Begegnung mit hoher Aufenthaltsqualität für die Bürgerinnen und Bürger zu werden.“

Weitere Informationen sind unter www.stadtbibliothek-oldenburg.de zu finden.
04.02.2022, 12:42 Uhr
SMO-Bus nimmt Fahrt auf
Orangefarbener Linienbus auf den Straßen Oldenburgs unterwegs
„Jetzt in der Stadt, statt im Museum“ – unter diesem Motto befährt ab heute der frisch gestaltete orangefarbene Linienbus des Stadtmuseums die Straßen Oldenburgs. Ein Jahr lang wird er die Bürgerinnen und Bürger der Stadt nicht nur sicher von A nach B bringen, sondern auch auf das Stadtmuseum und dessen Arbeit aufmerksam machen.

„Wer könnte ein besserer Botschafter für das Stadtmuseum sein, als ein Bus, der auf täglich wechselnden Routen durch das gesamte Stadtgebiet fährt?“, sagt Luisa Jansen, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing des Stadtmuseums Oldenburg. „Das Motto unserer Schließzeitkampagne ‚Jetzt in der Stadt, statt im Museum‘ bekommt dadurch eine ganz neue Dimension.“ Seit der neubaubedingten Schließung im Mai 2021 richtet das Stadtmuseum seine Aufmerksamkeit gezielt mit Projekten, Veranstaltungen und Ausstellungen in Richtung Stadt. „Der Bus ist ein Weg, Menschen in allen Stadtteilen zu erreichen“, erläutert Museumsleiter Dr. Steffen Wiegmann. „Der Kontakt, das Zusammensein und Miteinandersprechen wird in den kommenden Monaten durch eine hoffentlich abnehmende Pandemie mehr und mehr möglich. Wir schauen sehr optimistisch auf dieses Jahr.“

Verstärkte Arbeit in den Stadtteilen
Im Jahr 2022 baut das Stadtmuseum seine Arbeit in den Stadtteilen weiter aus. Im Fokus steht zunächst Alexandersfeld. Im Sommer 2022 wird das Leben im Stadtteil sowie dessen Geschichte und Zukunft im dritten Projektraum des Stadtmuseums interaktiv erlebbar. In diesem Zusammenhang ist das Team auf der Suche nach Anekdoten, Fotos oder Andenken zum Leben in Alexandersfeld. Bürgerinnen und Bürger können unkompliziert per Telefon (0441 235-2887) oder E-Mail (museumsvermittlung@stadt-oldenburg.de) Kontakt aufnehmen. 
28.01.2022, 16:38 Uhr
Büchertauschbörse findet wieder statt
Die kostenlose Büchertauschbörse, ein Angebot des Fachdienstes Bürgerschaftliches Engagement der Stadt Oldenburg, findet ab Dienstag, 1. Februar, wieder im gewohnten vierzehntäglichen Rhythmus in der Zeit von 15 bis 17 Uhr im Keller des Kulturzentrums PFL statt. Die Tauschbörse kann ohne Anmeldung unter Einhaltung der 2G-Regelung besucht werden.

Die Büchertauschbörse ist bereits seit 2003 ein fester Bestandteil des inForum Programms. Besucherinnen und Besucher können aus zirka 4.000 Büchern aus unterschiedlichen Genres wählen. Gut erhaltene, saubere Bücher und auch Hörbücher können hier getauscht werden.

Weitere Termine der Büchertauschbörse im aktuellen inForum-Wintersemester sind am 15. Februar, am 1., 15. und 29. März sowie am 12. und 26. April.
28.01.2022, 16:31 Uhr
Holocaust-Gedenktag: Erinnerung als Ansporn für eine friedliche Zukunft
Gedenkfeier mit Mateh Asher: OB Krogmann nimmt mit Schülerinnen und Schülern digital teil
Der 27. Januar ist Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. 77 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz bleibt es eine immerwährende Verpflichtung, die Erinnerung an das Unrecht wach zu halten und die NS-Verbrechen aufzuarbeiten. Das haben Oberbürgermeister Jürgen Krogmann und der Landrat von Oldenburgs israelischer Partnerkommune Mateh Asher, Moshe Davidovitz, am Donnerstagnachmittag in einer digitalen Gedenkfeier betont.

Krogmann hob die lebendige Erinnerungskultur in Oldenburg hervor, die zuletzt mit der Einweihung von Erinnerungszeichen für NS-Opfer viel Aufmerksamkeit bekommen hatte. Gleichzeitig richtete der Oberbürgermeister den Blick auf die Gegenwart: Er zeigte sich zutiefst dankbar für die Freundschaft zwischen den Bürgerinnen und Bürgern von Oldenburg und Mateh Asher: „Mit gegenseitigem Verständnis können wir gemeinsam eine friedvolle Zukunft gestalten, damit sich die Schrecken der Vergangenheit niemals wiederholen.“

Eine wichtige Rolle nimmt dabei die jüngere Generation ein. Das wurde auch in der von Mateh Asher ausgerichteten Gedenkfeier deutlich. Zur musikalischen Umrahmung leisteten drei Schülerinnen der Musikschule der Stadt Oldenburg einen Beitrag: Caroline Renz (Horn), Lea Schröder (Oboe) und Eilika Hempel (Klavier) trugen gefühlvoll aus Carl Reineckes Werk a-Moll op. 188 vor. Im Mittelpunkt stand ein Zeitzeugenbericht der zweiten Generation. An der anschließenden Diskussion nahmen Schülerinnen und Schüler der Helene-Lange-Schule teil. Sie haben in diesem Jahr die Herausforderung angenommen, das Gedenken an das Schicksal der Oldenburger Juden wachzuhalten und den Erinnerungsgang würdig zu gestalten.
28.01.2022, 16:24 Uhr
Kranz am Mahnmal für Sinti und Roma niedergelegt
Bürgermeisterin Christine Wolff hat am Donnerstag, 27. Januar, gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Freundeskreises für Sinti und Roma in Oldenburg e. V., Christel Schwarz, am Mahnmal für Sinti und Roma (Friedhofsweg/Ecke Jägerstraße) Kränze niedergelegt. Beide machten mit dieser Geste auf den Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus aufmerksam, der am 27. Januar anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 77 Jahren begangen wird.

„Der Kranz, den wir hier am Mahnmal niederlegen, ist ein wertvolles Symbol. Es wird in den nächsten Wochen viele Oldenburgerinnen und Oldenburger an das menschenverachtete Handeln der Täter während des Nationalsozialismus erinnern. Genauso wie an die unzähligen Opfer, die gequält oder ermordet wurden“, betonte Bürgermeisterin Wolff in ihrer Ansprache.

Am 3. März 1943 wurden 74 Mitglieder von Sinti-Familien auf dem Ziegelhofgelände in Oldenburg verhaftet und abtransportiert. Sie kamen alle ums Leben. Derzeit leben wieder circa 300 Sinti in Oldenburg und Umgebung. Die meisten von ihnen haben bereits vor dem Krieg in der Region gelebt und sind nach dem Krieg hierher zurückgekehrt.
22.01.2022, 12:36 Uhr
Landesbibliothek Oldenburg punktet in der Pandemie vor allem digital
2021 erzielte die Landesbibliothek Oldenburg einen neuen Rekord an Ausleihen gedruckter und elektronischer Medien und knackte bei der Digitalisierung die 1 Millionen-Marke.

Mit 409.000 Ausleihvorgängen im Jahr 2021 kann die Landesbibliothek Oldenburg einen neuen Benutzungsrekord verkünden (+ 8,2% im Vergleich zu 2020). Besonders stark stieg die Nutzung des erweiterten Angebots an E-Books aus den Geistes- und Sozialwissenschaften (+ 16 %). Nicht bei den Ausleihen mitgezählt sind die virtuellen Besuche in den Digitalen Sammlungen der Landesbibliothek. Diese haben sich 2021 sogar mehr als verdoppelt! Unter https://digital.lb-oldenburg.de stehen jetzt mehr als 1 Million digitalisierter Seiten aus historischen Zeitungen, Handschriften, Karten und Büchern sowie landeskundlichen Zeitschriften für alle Interessierten kostenfrei zur Verfügung. „Durchschnittlich stöbert jeder virtuelle Besucher 34 Minuten in den Digitalen Sammlungen“, berichtet Bibliotheksleiterin Corinna Roeder. „Dies zeigt, wie groß das Interesse gerade an den regionalen Zeitungen und Karten ist, die wir im letzten Jahr freigeschaltet haben.“

Auch vor Ort war die Landesbibliothek das Jahr 2021 über durchgehend geöffnet. Ab Mitte Februar 2021 standen die Arbeitsplätze im Lern- und Informationszentrum (LIZ) wieder zur Verfügung. Recherche-Schulungen für Schülerinnen und Schüler wurden teilweise online, teilweise als Präsenzveranstaltungen in der Bibliothek durchgeführt und besonders im Herbst stark nachgefragt.

Ab Mai 2021 konnte die Landesbibliothek wieder ein abwechslungsreiches Ausstellungsprogramm anbieten. Neben der jährlichen Wanderausstellung der „Schönsten deutschen Büchern“ zogen vor allem die wissenschaftshistorischen Ausstellungen „Chinin – Wundermittel gegen Malaria“ und „Kolportageliteratur“, die in Kooperation mit der Universität Oldenburg entstanden, ein interessiertes Publikum an. Auch die Schülerausstellung des Gymnasium Eversten (GEO) zu Erinnerungsgang konnte in den Räumen gezeigt werden. Abgerundet wurde das Ausstellungsprogramm durch zwei Ausstellungen der Oldenburger Künstlerinnen Birgit Elke Schumacher und Eugenia Gortchakova.

Aktuell bietet die die Landesbibliothek eine individuelle Beratung zur Literatur- und Informationssuche für die Facharbeit in der Oberstufe an. Diese Facharbeitssprechstunden werden online und telefonisch nach Voranmeldung bis einschließlich 17.3.22 durchgeführt.

2022 widmet sich die erste Ausstellung dem wohl bedeutendsten Orgelbauer des Barock, Arp Schnitger (1648-1719), der aus der Wesermarsch stammt.
21.12.2021, 17:47 Uhr
Digitale Ausleihstelle „Onleihe“ zum Anfassen
Stadtbibliothek Oldenburg mit neuem Angebot
Die Stadtbibliothek Oldenburg unterstreicht die Bedeutung der Onleihe als virtuelle Ausleihstelle und bringt den digitalen Medienbestand zum Anfassen in die Stadtbibliothek im PFL, Peterstraße 3. Mit dem fest installierten Onleihe-eCircle werden über einen komfortablen Touchscreen alle eBooks und eAudios der Onleihe auch vor Ort erlebbar. Das moderne Design und die intuitive Menüführung sorgen für ein ansprechendes und kinderleichtes Stöbern im Bestand. Auf Wunsch können eBooks und eAudios über den eCircle auch direkt auf das eigene Bibliothekskonto ausgeliehen oder vorgemerkt werden.

Die Onleihe ist die virtuelle Ausleihstelle der Stadtbibliothek, mit der rund um die Uhr die kostenlose Ausleihe von digitalen Medien möglich ist. Das Angebot der Onleihe ist vielfältig – neben Romanen und Sachliteratur als eBook oder Hörbuch gibt es auch eMagazines wie „Der Spiegel“, „Stern“ sowie ePaper wie „Die Zeit“ oder „taz“. Zusätzlich ist ein umfangreiches und kostenloses eLearning-Angebot verfügbar. Die Onleihe ist unabhängig des eCircles unter www.onleihe.de/oldenburg zu finden oder per kostenloser App für Android und iOS.

Der eCircle wurde realisiert im Rahmen von „WissensWandel. Digitalprogramm für Bibliotheken und Archive innerhalb von NEUSTART KULTUR“ des Deutschen Bibliotheksverbands e.V. (dbv), gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.
14.12.2021, 16:08 Uhr
Oldenburg hisst Flaggen für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus
Bundesweit 1.700 Flaggen zum Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“
Seit dem Wochenende wehen vor dem Kulturzentrum PFL in der Peterstraße die Flaggen, mit denen sich die Stadt Oldenburg an der Aktion des Vereins „321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.” beteiligt, um ein Zeichen für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus zu setzen.

Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt. Er bezieht sich auf den 11. Dezember, den Tag, an dem im Jahr 321 der römische Kaiser Konstantin ein Edikt erlässt, dass jüdische Menschen städtische Ämter in der Kurie, der Stadtverwaltung Kölns, bekleiden dürfen und sollen. Dieses Edikt ist der eindeutige Beleg dafür, dass jüdische Gemeinden bereits seit der Spätantike wichtiger integrativer Bestandteil der europäischen Kultur sind. Eine frühmittelalterliche Handschrift dieses Dokuments befindet sich heute im Vatikan und ist Zeugnis der mehr als 1700 Jahre alten jüdischen Geschichte in Deutschland und Europa.

Im Mittelpunkt des Festjahres # 2 0 2 1 J L I D stand, gemeinsam mit Projektpartnerinnen und Projektpartnern das jüdische Leben heute und seiner 1700-jährigen Geschichte im heutigen Deutschland sichtbar und erlebbar zu machen. Dazu wurden bundesweit vielfältige Veranstaltungen aus den Bereichen Kunst und Kultur, kulturelle und politische Bildung, Zivilgesellschaft sowie Religion, Tradition und Wissenschaft organisiert und durchgeführt.

Die Stadt Oldenburg hat sich mit der Ausstellung „Le’Chaim! Jüdisches Leben in Oldenburg. #1700JahreJüdischesLebenInDeutschland“ an dem Festjahr beteiligt. Diese Ausstellung war ein gemeinsames Projekt des Kulturbüros der Stadt, dem Oldenburger Stadtmuseum, den Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg, dem Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte sowie den Jüdischen Studien an der Carl von Ossietzky Universität. Zu sehen war sie vom 30. Mai bis zum 1. August 2021 im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg.