Rubrik Integration
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21.06.2022, 18:01 Uhr
Integrationspreis wird in Oldenburg zum 12. Mal verliehen
Drei Preisträgerinnen und Preisträger mit Projekten aus 2021 ausgezeichnet
Vielfältiges Engagement sichtbar machen – das ist seit jeher die Intention des Oldenburger Integrationspreises, der in diesem Jahr bereits zum 12. Mal verliehen wird. Am Donnerstag, 7. Juli, werden drei Preisträgerinnen und Preisträger mit ihren Projekten aus 2021 durch Oberbürgermeister Jürgen Krogmann ausgezeichnet. Da Integrationsarbeit vom ehrenamtlichen Engagement lebt, möchte die Stadt mit der Preisverleihung diejenigen würdigen, die sich im Bereich Integration in Oldenburg stark machen: „Die ausgezeichneten Projekte, aber auch alle anderen Akteurinnen und Akteure der Integrationsarbeit, tragen dazu bei, Oldenburg als weltoffene und tolerante Stadt weiter zu entwickeln“, betont Krogmann.

Bereits im Februar haben neun Jurymitglieder entschieden, wer die Preisträgerinnen und Preisträger des Integrationspreises 2021 werden. Bei den eingegangenen Vorschlägen handelte es sich größtenteils um Fremdnominierungen aus den Themenbereichen Antirassismus- und Antidiskriminierungsarbeit, Soziales, Bildung, Wahlen und Sport. „Auch in diesem Jahr zeugen die eingegangen Bewerbungen von der großen Vielfalt in der Oldenburger Integrationsarbeit und zeigen, mit wieviel Herzblut und Engagement Menschen sich für andere und eine demokratische Gesellschaft einsetzen“, so Sozialdezernentin Dagmar Sachse, die als Vorsitzende der Jury mitgewirkt hat.

Ab 17 Uhr führt die städtische Integrationsbeauftragte Aliz Müller am 7. Juli im Veranstaltungssaal des Kulturzentrums PFL, Peterstraße 3, durch die Veranstaltung. Musikalisch wird diese vom klassischen Gitarristen und Komponisten Arsen Asanov begleitet. Im Anschluss der Verleihung besteht die Möglichkeit für Austausch und Gespräche. „Durch Migration entsteht eine Vielfalt an Perspektiven, an Wissen und Kreativität, die uns sowohl als Individuen als auch die Stadtgesellschaft bereichert“, ist sich Müller sicher.

Zur Teilnahme an der Preisverleihung melden Sie sich bitte per E-Mail an integration@stadt-oldenburg.de, telefonisch unter 0441 235-4444 oder online unter www.oldenburg.de/integrationspreisverleihung an.
17.05.2022, 17:07 Uhr
Hilfe aus einer Hand: Grundsicherung für ukrainische Geflüchtete
Ab Juni Anspruch auf Leistungen des Sozialgesetzbuchs II – Umfassende Hilfen gewährleistet
Zukünftig werden die Sozialleistungen für hilfebedürftige Geflüchtete aus der Ukraine nicht mehr nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, sondern nach dem Sozialgesetzbuch II erfolgen. Eine entsprechende Gesetzesänderung soll zum 1. Juni in Kraft treten. Die Stadt Oldenburg und das Jobcenter Oldenburg begrüßen diese politische Entscheidung sehr: „Durch den Wechsel in das Sozialgesetzbuch werden den ukrainischen Kriegsflüchtlingen künftig umfassende Hilfen zur Sicherung des Lebensunterhalts, für die Gesundheitsversorgung und die Integration in den Arbeitsmarkt gewährleistet“, so Sozialdezernentin Dagmar Sachse. „Somit werden sie noch zielgerichteter und umfassender unterstützt.“ Mit dem Bund-Länder-Beschluss sind sowohl höhere Bezüge als auch weitere Vorteile verbunden.

Bisher ist das Amt für Zuwanderung und Integration für die Versorgung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zuständig. Damit die finanzielle Unterstützung der Geflüchteten nahtlos weiter erfolgen kann, befinden sich die Leistungsträger bereits in enger Abstimmung. Der Großteil der Hilfeempfängerinnen und Hilfeempfänger aus der Ukraine wird zukünftig durch das Jobcenter Oldenburg betreut. „Ob Integrations- und Sprachkurse, Vermittlung von Jobs oder Weiterbildungsangebote – hier bekommen die Geflüchteten künftig Unterstützung aus einer Hand“, beschreibt Michael Fuge, Geschäftsführer des Jobcenters Oldenburg, die Vorteile der Gesetzesänderung von Bund und Ländern. Die Gesetzesänderung war Anfang April von Bund und Ländern vereinbart worden. Seitdem informieren sowohl das Jobcenter Oldenburg als auch das Amt für Zuwanderung und Integration die Betroffenen über den Wechsel des Sozialleistungssystems.

Schon jetzt können Anträge beim Jobcenter Oldenburg gestellt werden. Hierzu werden die Geflüchteten gebeten, innerhalb der Öffnungszeiten des Jobcenters (Montag, Dienstag und Donnerstag von 8 bis 16 Uhr, Mittwoch und Freitag von 8 bis 12 Uhr) dort vorzusprechen oder den schriftlichen Antrag vorab zu übersenden. Weitere Informationen hierzu sind auch auf der Homepage des Jobcenters Oldenburg unter www.jobcenter-oldenburg.de zu finden.


Voraussetzung für den Bezug von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch ist, dass die Geflüchteten erkennungsdienstlich behandelt worden sind und einen Aufenthaltstitel zum vorübergehenden Schutz beantragt haben. Diesbezüglich muss ihnen eine so genannte Fiktionsbescheinigung ausgestellt oder ein Aufenthaltstitel zum vorübergehenden Schutz erteilt worden sein. Zudem müssen sie die sonstigen Voraussetzungen für Grundsicherungsleistungen nach dem SGB II oder SGB XII erfüllen. Bei Personen, denen nach dem 24. Februar 2022 und vor dem 1. Juni 2022 eine Aufenthaltserlaubnis zum vorübergehenden Schutz erteilt oder eine entsprechende Fiktionsbescheinigung ausgestellt worden ist und die bislang nicht erkennungsdienstlich behandelt worden sind, genügt eine Speicherung ihrer Daten im Ausländerzentralregister. In diesen Fällen ist die erkennungsdienstliche Behandlung bis zum 31. August 2022 nachzuholen.

Die Stadt Oldenburg stellt auf ihrer Website unter www.oldenburg.de/ukraine ein Online-Formular zur Verfügung, mit dem Geflüchtete aus der Ukraine ihren Aufenthalt anzeigen und einen Aufenthaltstitel beantragen können. Das Ausländerbüro prüft nach der Online-Aufenthaltsanzeige die Voraussetzungen für ein Aufenthaltsrecht und nimmt Kontakt zu den Geflüchteten auf. Ziel ist es, allen Geflüchteten, die sich bis Ende Mai registriert haben, eine Fiktionsbescheinigung nach dem Aufenthaltsgesetz auszustellen und somit den Zugang zu Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II zu ermöglichen.

Geflüchtete, die ab dem 1. Juni einen Aufenthaltstitel beantragen, erhalten zunächst Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz und können nach entsprechender Bearbeitung durch das Ausländerbüro einen Antrag beim Jobcenter Oldenburg stellen.
10.05.2022, 18:03 Uhr
Freie Plätze bei integrativer Radfahrschule in Kreyenbrück
DSC Oldenburg und Stadtteiltreff Kreyenbrück freuen sich auf Interessierte
Der Stadtteiltreff Kreyenbrück und der Sportverein DSC Oldenburg e.V. laden gemeinsam zu einer integrativen Radfahrschule ein. Das Training hat zwar bereits am 20. April begonnen, aber Interessierte können noch einsteigen und sich anmelden. Rose Wangui-Schulz vom Stadtteiltreff und Rudi Wilhelm und Michael Kramer vom DSC helfen beim praktischen Erlernen des Radfahrens und vermitteln Verkehrsregeln. Treffpunkt der Radfahrschule ist der Utkiek Oldenburg, Eidechsenstraße, immer mittwochs von 11 bis 12.30 Uhr. Die Teilnahmegebühr beträgt einmalig 10 Euro. Interessierte können sich bei der Gemeinwesenarbeit Stadtteiltreff Kreyenbrück anmelden, unter Telefon 0441 235-3292.

Die Organisatoren Andreas Hoffmann vom DSC Oldenburg e.V., Gerardina Topo vom Stadtsportbund Oldenburg e.V. und Gudrun Knies vom Stadtteiltreff Kreyenbrück freuen sich über die neue Kooperation und hoffen auf viele Interessierte, die bei der Radfahrschule noch einsteigen und das Fahrradfahren erlernen möchten. Das Angebot wird im Rahmen des vom Landessportbund Niedersachsen initiierten Projektes „Radfahren vereint“ finanziell unterstützt.
01.04.2022, 13:39 Uhr
Stadt stockt Budget um 1,6 Millionen Euro auf
Leistungen für ukrainische Geflüchtete führen zu erheblichen Mehraufwendungen
Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine kommen viele aus ihrer Heimat geflohene Menschen auch nach Oldenburg. Anfang dieser Woche waren es bereits mehr als 760 Ukrainerinnen und Ukrainer, die sich bei der Stadtverwaltung haben registrieren lassen. Der Großteil von ihnen ist privat untergebracht. Die Geflüchteten haben nach der Registrierung Anspruch auf Unterstützung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Die bisher in Oldenburg aufgenommene Zahl von Geflüchteten aus der Ukraine führt bereits jetzt zu erheblichen Mehraufwendungen, die das Budget des Amtes für Zuwanderung und Integration deutlich überschreiten. Der Rat der Stadt hat daher in seiner Sitzung am 28. März zusätzliche Haushaltsmittel in Höhe von 1,6 Millionen Euro als überplanmäßige Ausgabe bewilligt.

„Derzeit ist die zu erwartende Gesamtzahl von Geflüchteten ebenso unklar, wie Art und Umfang finanzieller Ausgleichszahlungen. Daher geht die Stadt hier in Vorleistung“, betonte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. Er hält eine umfassende Kostenbeteiligung von Bund und Land für unerlässlich. Das macht Krogmann auch in seiner Funktion als Vizepräsident des Niedersächsischen Städtetages deutlich. Es sei davon auszugehen, dass im Laufe des Jahres noch weitere Mittel notwendig werden.
15.03.2022, 18:02 Uhr
Von den Strapazen der Flucht erholen
Erste Geflüchtete aus der Ukraine gut aufgenommen – Großer Organisationsaufwand
Die ersten Geflüchteten aus der Ukraine, die ihre Heimat aufgrund des russischen Angriffskriegs verlassen mussten, haben jetzt auch auf „offiziellem“ Wege die Stadt Oldenburg erreicht und hier eine sichere Zuflucht gefunden. 50 Menschen, darunter 18 Kinder im Alter von eineinhalb bis 16 Jahren, wurden am Freitag in der Ankunftsstelle in der Gaußstraße empfangen. „Es gab keine Vorabinformationen über die Ankommenden. Wer uns konkret erreicht, war erst klar, als sich die Bustür öffnete“, schildert Daniel Stellmann, Leiter des Amtes für Zuwanderung und Integration. Oldenburg war für die Businsassen die erste Ruhepause nach den Strapazen der Flucht. Die Stadt konnte mit Mitarbeitenden der Flüchtlingssozialarbeit eine Erstbetreuung am Wochenende sicherstellen. „Es hat sich deutlich gezeigt, dass ein erstes Ankommen an zentraler Stelle wichtig ist, um persönliche Daten aufzunehmen, Formalitäten zu erledigen und zu schauen, was die ankommenden Menschen benötigen“, betont Sozialdezernentin Dagmar Sachse.

Am Samstagnachmittag wurden auch Teile eines städtischen Gebäudes an der Milchstraße mit Geflüchteten aus der Ukraine belegt. Elf Erwachsene und sieben Kinder sind hier untergekommen, weitere werden folgen. Ebenfalls am Wochenende wurde die alte Jugendherberge an der Alexanderstraße/Von-Finckh-Straße mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr weiter für den Bezug mit Geflüchteten vorbereitet. Die neuen Kapazitäten (65 bis 75 Plätze) werden ab Mitte der Woche zur Verfügung stehen und dann unmittelbar durch Landeszuweisungen wieder belegt sein. Gestartet ist unterdessen der Aufbau einer mobilen Messehalle – ebenfalls an der Gaußstraße. Ende März sollen die Ausstattung der Halle und der Aufbau von Sanitär- und Küchencontainern abgeschlossen sein, so dass dort 108 Menschen untergebracht werden können. 

Sachse: „Viele arbeiten am Limit“
„Wir werden jetzt laufend neue Zuweisungen durch das Land erhalten. Wir erwarten einen Zustrom unbekannten Ausmaßes. Unterbringung, Aufnahme, Erstversorgung und weitere Betreuung müssen aber organsiert werden und leistbar bleiben, damit wir den uns anvertrauten Menschen gerecht werden können“, verdeutlicht Dezernentin Dagmar Sachse. Aus diesem Grund appelliert sie erneut dringend, keine privat organisierten Bustransfers mehr direkt nach Oldenburg zu lotsen, wenn vor Ort keine verbindlichen und längerfristigen Unterbringungszusagen von Helferinnen und Helfern vorhanden sind. Sachse bittet für diesen Appell um Verständnis: „Wir erleben gerade die ersten Tage der massiven Kriegsfolgen, zahlreiche Fachdienste der Stadtverwaltung sind bei der Bewältigung der Krise involviert, viele unserer Beschäftigten arbeiten am Limit. Natürlich wissen wir das private Engagement sehr zu schätzen, aber wir haben zurzeit keine Kapazitäten. Die Betreuung der uns zugewiesenen Menschen und die Vorbereitung auf das, was noch kommen wird, verlangt uns alles ab.“

Privatunterbringung: Rund 330 Geflüchtete gemeldet
Schon jetzt stoßen nachgelagerte Verwaltungsstellen mit Erfassung, Betreuung, medizinischer Versorgung und Leistungsgewährung aufgrund der hohen Zahl privat Untergebrachter an Grenzen. Über das unter www.oldenburg.de/ukraine angebotene städtische Registrierungsformular für Geflüchtete wurden innerhalb weniger Tage bereits etwa 330 Menschen gemeldet.

Die Verwaltung unternimmt aber weiterhin alle Anstrengungen, um kurz-, mittel- und langfristig zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten zu akquirieren und zur Verfügung stellen zu können. Hotels und Wohnungsangebote sind ebenso wie gewerbliche Immobilien in der Prüfung.

Quartiere: Längerfristige Lösungen gesucht
Nach wie vor können zur Unterbringung von geflüchteten Menschen ebenfalls über ein Formular auf der Website www.oldenburg.de/ukraine Quartiere gemeldet werden. Die Stadtverwaltung dankt den Bürgerinnen und Bürgern, die private Unterkünfte anbieten. Allerdings zeigt sich, dass viele ihre Unterbringungsangebote nur für einen sehr kurzen Zeitraum zur Verfügung stellen und somit nur eine kurzfristige Lösung bieten können. Daher bittet die Stadt, dass nur Angebote, die möglichst in Verbindung mit einer langfristigen Unterbringung (mindestens sechs Monate) stehen, gemeldet werden.
01.03.2022, 12:50 Uhr
Integrationspreis 2022: „Jedes Projekt hätte einen Preis verdient“
Drei aus neun Bewerbungen bei Jurysitzung ausgewählt – Verleihung am 7. Juli geplant
And the winner is ... Wer am 7. Juli den mittlerweile 12. Integrationspreis der Stadt Oldenburg verliehen bekommt, ist noch geheim. Aber fest steht: Die Jury unter dem Vorsitz von Sozialdezernentin Dagmar Sachse hatte bei ihrer Online-Jurysitzung am Freitag, 25. Februar, die Qual der Wahl. Neun ganz unterschiedliche Bewerbungen wurden eingereicht, um einen der drei mit jeweils 2.000 Euro dotierten Preise zu erhalten. Seit 2010 wird der Integrationspreis verliehen. Damit würdigt die Stadt Oldenburg Projekte, Maßnahmen, Initiativen oder Personen, die sich für ein gleichberechtigtes und friedliches Miteinander in der Gesellschaft einsetzen.

„Ich freue mich, dass es immer wieder neue Bewerbungen für den Integrationspreis gibt und auch Organisationen mit innovativen Projekten vertreten sind – trotz Corona und den damit verbundenen Einschränkungen. Wir haben uns die Bewerbungen sehr detailliert angeschaut und am Ende die drei ausgewählt, die uns am meisten mit ihren Ideen überzeugt haben – auch wenn eigentlich jedes Projekt einen Preis verdient hätte“, so Sozialdezernentin Dagmar Sachse. Am Schluss gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit größeren Diskussionen, bei denen letztlich per Handzeichen eine Entscheidung gefällt werden musste.

Über die Jury
Die Jurymitglieder selbst sind auch in vielen Projekten ehrenamtlich aktiv und konnten so aus eigener Perspektive auf das Thema und schauen und die Projekte bewerten. Zur Jury gehören neben Sozialdezernentin Dagmar Sachse, Marina Kovalcikova (Sprachmittlerin und Integrationslotsin), Ina Göken (Projektkoordinatorin IBIS e.V. und Preisträger 2020), Cyrille Lobe Ndoumbe (Vorsitzender Integration e.V.), Hamed Omumi (Leiter der Wirtschaftsjunioren bei der IHK Oldenburg), Lizzette Campos (Mitglied Latinburg e.V.), Sophie Martyna (Sprachmittlerin und Integrationslotsin), Marcel Hackler (Akademie der Ev.-luth. Kirche in Oldenburg) sowie Ernst Jünke (Vorstandsvorsitzender pro:connect e.V. und Preisträger 2020).

„Integrationsarbeit ist ein Querschnittsthema, das sich auf allen Ebenen der Gesellschaft und in allen Bereichen des Alltags zeigt. Menschen setzen sich für anderen Menschen ein und leben den Demokratiegedanken. Ein Thema, das gerade in der heutigen Zeit eine nicht zu unterschätzende Relevanz hat“, so Aliz Müller, Integrationsbeauftragte der Stadt Oldenburg. Die eingereichten Bewerbungen machen deutlich, wo der Einsatz für gleichberechtigte Teilhabe konkret und vor Ort wirken kann und muss: In Bildungsbereichen, an den Schulen, in den Medien, in den Stadtteilen und natürlich auch bei jeder einzelnen Oldenburgerin und jedem einzelnen Oldenburger.

Auch Spendenaktionen für Menschen in Kriegsgebieten wurden nominiert. Beworben haben sich dieses Mal neben bekannten Vereinen und Organisationen auch Einzelpersonen.

Auswirkungen von Corona
Die Corona-Pandemie hat die diesjährige Bewerberlage stark beeinflusst. Die Unsicherheit darüber, ob ein Vorhaben aufgrund der jeweils geltenden Corona-Regelungen hätte durchgeführt werden können, führte dazu, dass viele Ideen nicht realisiert wurden oder Angebote nur stark reduziert stattgefunden haben.
17.12.2021, 15:19 Uhr
Wege ins Bleiberecht: Flüchtlingsrat und Stadt Oldenburg kooperieren
Modellprojekt soll praktikable Lösungen finden
Wie können möglichst viele Menschen mit Duldungen ein gesichertes Bleiberecht erhalten? Dieser zentralen Frage gehen zunächst für ein Jahr die beiden Projektpartner des Modellprojekts „Wege ins Bleiberecht“ gemeinsam nach, das im Dezember seine Arbeit aufgenommen hat. Dafür kooperieren der Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V. und die Stadt Oldenburg miteinander, um die Lösungswege zur Senkung der Zahl der Langzeitgeduldeten effizient zu unterstützen. Die Stadt Oldenburg ist die dritte Kommune, mit der ein Modellvorhaben im Rahmen des Bleiberechtsprojekts vereinbart wurde.

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann erhofft sich viel von dem Modellprojekt: „Tausende geduldete Menschen leben seit vielen Jahren in Niedersachsen, in den vergangenen fünf Jahren bis zu 240 Personen in Oldenburg. Und obwohl sie längst Teil der Gesellschaft geworden sind, müssen sie dennoch in steter Ungewissheit und Sorge vor einer Abschiebung leben. Das ist eine enorme seelische Belastung für alle, die von so einer Situation betroffen sind. Das Modellprojekt soll herausarbeiten, wie die Bleiberechtsregelungen konkret in Oldenburg umgesetzt werden – und inwieweit sich die vor Ort gefundenen Lösungen gegebenenfalls auch auf andere Kommunen in Niedersachsen übertragen lassen.“ In den vergangenen drei Jahren haben in der Stadt Oldenburg rund 100 Personen mit Duldungsstatus eine konkrete Bleibeperspektive erhalten.

Kai Weber, Geschäftsführer des Flüchtlingsrat Niedersachsen e.V., erläutert die Vorteile der Kooperation: „Zur Umsetzung der bestehenden und zukünftigen Bleiberechtsregelung ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Ausländerbehörden und NGOs wichtig. Wir freuen uns, dass die Stadt Oldenburg im Rahmen dieser Umsetzung auch die Kooperation mit dem Flüchtlingsrat sucht und sich um eine proaktive Beratung in Zusammenarbeit mit Beratungsstellen bemüht. Gemeinsam und modellhaft wollen wir zeigen, dass Kettenduldungen vermieden werden können, wenn sich alle Beteiligten frühzeitig um eine Aufenthaltsperspektive bemühen.“

In dem Modellprojekt werden Flüchtlingsrat und Ausländerbüro der Stadt Oldenburg die vor Ort etablierten Wege ins Bleiberecht erörtern und Fallkonstellationen beraten. Die Erkenntnisse werden anschließend mit den Verfahren in den anderen Kommunen abgeglichen. Auf dieser Grundlage werden Flüchtlingsrat, Ausländerbehörden, Kommunal- und Landespolitik sowie Beratungsstellen Lösungswege und gute Verfahren diskutieren – damit möglichst viele Menschen von den Bleiberechtsregelungen profitieren können.


Hintergrund
Das vom Niedersächsischen Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung geförderte und auf zunächst drei Jahre angelegte Modellprojekt „WIB. Wege ins Bleiberecht“ des Flüchtlingsrats Niedersachsen hat zum 1. Juli 2019 seine Arbeit aufgenommen. Im Rahmen des Projektes werden gemeinsam mit Kommunen und Beratungsstellen vor Ort Modelle für eine bleiberechtsorientierte Perspektive für Menschen in Duldungen entwickelt.

Seit Mai 2020 läuft bereits eine Kooperation zwischen dem Flüchtlingsrat und der Landeshauptstadt Hannover. Zum Mai 2021 ist die Stadt Göttingen als zweite Kommune hinzugekommen. Gespräche mit weiteren Kommunen laufen. Die Duldung ist kein Aufenthaltstitel, sondern eine in der Regel jeweils nur für einige Monate gültige Aussetzung der Abschiebung aus dringenden humanitären oder persönlichen Gründen. Viele geduldete Menschen arbeiten, andere unterliegen einem Arbeitsverbot. Zwar bestehen für Menschen mit Duldungen verschiedene gesetzliche Bleiberechtsregelungen, einem Bleiberecht stehen aber in der Praxis oftmals zahlreiche Hürden entgegen.

Mit den von der neuen Bundesregierung angekündigten beabsichtigten Liberalisierungen der Bleiberechtsregelungen werden absehbar mehr Menschen die Chance auf ein gesichertes Bleiberecht erhalten. Hier wird auch dem Projekt „WIB – Wege ins Bleiberecht“ eine große Bedeutung zukommen. Denn es wird zu begleiten sein, inwieweit die Neuregelungen in der Praxis tatsächlich wirken und wie sie vor Ort in Niedersachsen umgesetzt werden.
03.12.2021, 15:19 Uhr
Stadt vergibt Oldenburger Integrationspreis 2021
Ehrenamtliches Engagement wertschätzen – Ausschreibung erfolgt zum zwölften Mal
Seit 2009 werden durch den Oldenburger Integrationspreis Projekte gewürdigt, die sich in besonderem Maße für ein gelungenes Zusammenleben in einer vielfältigen Stadtgesellschaft einsetzen. Die Stadt Oldenburg schreibt nunmehr zum zwölften Mal den Integrationspreis aus. Mit diesem Preis wird das ehrenamtliche Engagement in Oldenburg im Bereich der Integrationsarbeit des vergangenen Jahres sichtbar gemacht und ausgezeichnet.

Teilnahmeberechtigt sind Vereine, Organisationen, Betriebe und Institutionen sowie Einzelpersonen, die sich in Oldenburg für Chancengerechtigkeit und Teilhabe von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, interkulturellen Austausch und Zusammenleben einsetzen und im Jahr 2021 Projekte oder Aktivitäten umgesetzt haben.

Kennen Sie Projekte und Aktivitäten von Vereinen, Organisationen, Betrieben und Institutionen sowie Einzelpersonen, die sich Ihrer Ansicht nach besonders für ein tolerantes Miteinander und für ein friedliches Zusammenleben in einer vielfältigen Stadtgesellschaft eingesetzt haben? Sie können diese auch für den Integrationspreis nominieren!

Wie kann man sich bewerben oder andere für den Preis nominieren?
 Für die Bewerbung oder für die Nominierung reichen Sie bitte den ausgefüllten Bewerbungsbogen ein. Die dafür erforderlichen Unterlagen bekommen Sie beim Amt für Zuwanderung und Integration oder online unter www.oldenburg.de/integration.

Formlose Anträge können leider nicht berücksichtigt werden. Die Bewerbung schicken Sie bitte bis Montag, 31. Januar, per E-Mail an integration@stadt-oldenburg.de oder per Post an Stadt Oldenburg, Amt für Zuwanderung und Integration, Fachdienst Integration, Bloherfelder Straße 39, 26129 Oldenburg. Die Bewerbungsfrist endet am 31. Januar 2022.
30.11.2021, 19:50 Uhr
Sprachkurs freut sich über 2700 Euro
LzO übergibt Spendenscheck am den Förderverein Dietrichsfeld
Der Förderverein Dietrichsfeld e.V. freut sich über die großzügige Spende der LZO zur Finanzierung des Frauensprachkurses im Stadtteiltreff. Mit der Scheckübergabe von 2.700,- Euro aus den Mitteln der Lotterie „Sparen und Gewinnen“ durch Svenja Gerdes und Alexander Glurich von der LzO Filiale Bürgerfelde wird ein Integrationsprojekt finanziert, in dem Frauen Deutsch-Sprachunterricht für den Alltagsgebrauch und die erste berufliche Orientierung zweimal wöchentlich über einen Zeitraum von 6-8 Monaten durch eine qualifizierte Deutschlehrerin erhalten. Aufgrund der pandemiebedingten Lage musste die Teilnehmerinnenzahl auf 8 Lernende begrenzt werden. 
07.09.2021, 21:48 Uhr
Erfolgreiche Abschlüsse – Geflüchtete Azubis bestehen ihre Berufsausbildungen
Insgesamt 10 junge geflüchtete Mitbürger*innen (4 Damen und 6 Herren), die vom gemeinnützigen Verein „pro:connect“ e.V. begleitet wurden, konnten in diesem Sommer ihre dualen und schulischen Berufsausbildungen erfolgreich abschließen.

Acht Azubis haben im Sommer 2018 ihre Ausbildungen in regionalen Unternehmen begonnen und wurden während dieser Zeit mittels diverser ausbildungsbegleitender Unterstützungsmöglichkeiten wie z.B. ehrenamtlichen Ausbildungspaten oder auch Trainings/Coachings und den Unterstützungen in den auszubildenden Betrieben nun erfolgreich zum Abschluss geführt. Zwei Klientinnen haben schulische Ausbildungen durchlaufen und wurden ebenfalls umfassend von „pro:connect“ unterstützt. Nachfolgende spannende Ausbildungsberufe wurden erlernt: Friseurin, Fachkraft für Lagerlogistik, Hebamme, Zahnmedizinische Fachangestellte, Informatikkaufmann, Berufskraftfahrer im Personenverkehr, IT-Systemelektroniker, Mikrotechnologe, Sozialassistentin und Tischler. Die Klient*innen wie auch die Ausbildungsbetriebe kommen aus der Stadt Oldenburg, dem Landkreis Ammerland und dem Landkreis Oldenburg.

Bereits im Sommer 2019 konnten die ersten fünf erfolgreichen Klient*innen, davon 2 Frauen, von „pro:connect“ ihre Ausbildungszertifikate in den Händen halten. Im Sommer 2020 konnten dann insgesamt 12 junge Mitbürger*innen mit Fluchthintergrund ihre Berufsausbildung erfolgreich abschließen, 10 wurden von ihren Ausbildungsbetrieben übernommen. „Wir freuen uns sehr darüber, dass wir auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Klient*innen bis zum erfolgreichen Ausbildungsabschluss begleiten konnten und sie nun die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche berufliche Zukunft in Deutschland haben“ bestätigt Jann Sanders, Teamleitung Beratung bei „pro:connect“ e.V.
20.07.2021, 19:41 Uhr
Besondere Bühne für besonderes Engagement
Integrationspreis im Rahmen von GLOBAL LOKAL während des Kultursommers verliehen
Die Verleihung des Oldenburger Integrationspreises hat zum ersten Mal als Teil von GLOBAL LOKAL während des Oldenburger Kultursommers stattgefunden. Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr das Modellprojekt „Ausbildung 1+2 – Starten mit Erfolg“ von der IHK Oldenburg, der BBS Wechloy und pro:connect e.V. Außerdem wurde die IBIS – Interkulturelle Arbeitsstelle e.V. mit ihrem „Argumentationstraining gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus – Für Vielfalt und Zusammenhalt“ gewürdigt. Als drittes Projekt wurde das „Farbenfroh Festival Kreyenbrück“ vom Förderverein für theater- und sozialpädagogische Jugendarbeit Oldenburg-Süd e.V. mit dem Integrationspreis geehrt.

„Alle Beiträge stehen für die Vielfalt des Engagements in Oldenburg. Es gibt sehr viele verschiedene Initiativen, Vereine, Institutionen und einzelne Bürgerinnen und Bürger, die sich jedes Jahr ehrenamtlich für den Bereich Integration stark machen“, freut sich Oberbürgermeister Jürgen Krogmann. „Wir sind eine weltoffene und tolerante Stadt mit Menschen aus 150 Ländern, die einander respektieren und miteinander gut leben wollen“, so der Oberbürgermeister.

Viele der Bewerberinnen und Bewerber haben in diesem Jahr den Umgang mit der Corona-Pandemie thematisiert – Projekte kamen dabei aus den unterschiedlichsten Bereichen, wie Kultur und Medien, Bildung und soziales Engagement. „Es konnte ein Perspektivwechsel auf das Thema Integration wahrgenommen werden,“ sagt Aliz Müller, Integrationsbeauftragte der Stadt Oldenburg. „Das Augenmerk richtete sich weniger auf die direkte Hilfe für Migrantinnen und Migranten, im Mittelpunkt standen vielmehr Projekte, die sich der Reflexion der vorhandenen Strukturen widmeten und das Zusammenleben in einer diversen Gesellschaft zum Thema hatten.“

Neun Jury-Mitglieder aus vielfältigen gesellschaftlichen Bereichen haben unter dem Vorsitz von Sozialdezernentin Dagmar Sachse drei Projekte aus den insgesamt 23 Bewerbungen ausgewählt, die den mit jeweils 2.000 Euro dotierten Oldenburger Integrationspreis 2020 gewonnen haben.

Bürgerschaftliches Engagement hat in Oldenburg einen festen Platz – bereits seit 11 Jahren wird der Integrationspreis der Stadt Oldenburg verliehen.


Die Preisträgerinnen und Preisträger

Projekt: Modellprojekt „Ausbildung 1+2 – Starten mit Erfolg“
Kooperation von IHK Oldenburg, BBS Wechloy und Verein pro:connect


Im Fokus des Modellprojektes stehen die Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen und die Vermeidung von Brüchen in der Berufs- und Lebensplanung junger Geflüchteter. Das Ziel des Projektes ist es, das Erlernen der deutschen Sprache und die Berufssprache von Anfang an der Ausbildung miteinander zu verknüpfen. Die IHK Oldenburg, die BBS Wechloy und der Verein pro:connect arbeiten in enger Abstimmung, getragen von der enormen ehrenamtlichen Unterstützung der beteiligten Lehrkräfte.

Projekt: „Argumentationstrainings gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus“ – Für Vielfalt und Zusammenhalt“
Ibis e.V.

Die Argumentationstrainings fördern das friedliche Zusammenleben, indem die Teilnehmenden befähigt werden, rassistische, antisemitische, sexistische und rechtsextreme Aussagen zu erkennen und geeignete Handlungsstrategien im Umgang mit diesen zu finden.


Projekt: „Farbenfroh Kulturfestival Kreyenbrück“
Förderverein für theater- und sozialpädagogische Jugendarbeit Oldenburg – Süd e.V.

Das 2018 ins Leben gerufene Kulturfestival möchte herkunfts- und generationsübergreifende Bücken bauen, Grenzen aufbrechen und Neugierde füreinander wecken. Der Name FARBENFROH steht symbolisch für die Wertschätzung von kultureller Vielfalt, Diversität und Toleranz in dem Stadtteil Kreyenbrück und soll mit dieser Botschaft über die Stadtteilgrenzen hinaus strahlen. Ziel der Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner aus städtischen und zivilgesellschaftlichen Organisationen ist Chancengerechtigkeit in Hinblick auf die Verteilung von Kulturangeboten zu erhöhen.
09.07.2021, 14:24 Uhr
Eine neue Heimat gefunden
Neuoldenburgerinnen und Neuoldenburger schwärmen von Oldenburg
In den vergangenen Jahren sind zahlreiche Menschen mit Migrationshintergrund neu nach Oldenburg gekommen. Viele von ihnen fühlen sich hier inzwischen heimisch. Das Amt für Zuwanderung und Integration der Stadt Oldenburg hat dies zum Anlass genommen, ein Projekt ins Leben zu rufen, das etwas Einladendes und Verbindendes in die Innenstadt bringt: In einer Plakataktion erzählen Neuoldenburgerinnen und Neuoldenburger über ihre neue Heimat und darüber, was sie an Oldenburg lieben. Die Beiträge zeigen, dass Oldenburg eine sehr lebenswerte Stadt mit einer diversen Stadtgesellschaft ist und dass jede hier lebende Person dazu beiträgt, dass dies auch zukünftig so bleibt.

Unterstützt wird die Aktion von den verschiedenen Geschäften der Haarenstraße, die ihre Schaufenster für die Plakate zur Verfügung stellen. Als Zeichen der Solidarität mit den Geschäftsbetreibenden nach dem langen und schweren Corona-Jahr wurden in Kooperation mit dem Innenstadtmanagement der Stadt Oldenburg Gutscheine von den beteiligten Geschäften erworben und den teilnehmenden Neuoldenburgerinnen und Neuoldenburgern ausgehändigt. Es soll damit ein Zeichen gesetzt werden, dass Oldenburg ein Ort des Zusammenhaltes ist. Eine dynamische, weltoffene und tolerante Stadt, die es schafft, Alteingesessene und neu hinzugezogene Menschen zu verbinden.


Die Plakate hängen vom 9. Juli bis zum 6. August in folgenden Geschäften zur Ansicht im Schaufenster:

Bruns Männermode, Haarenstraße 38
KDW (Kaufhaus der Werkstätten), Julius-Mosen-Platz 4
Holert Lederwaren, Haarenstraße 51
Hankens Haaren Apotheke, Haarenstraße 38
Woyton, Haarenstraße 56
Biwak City, Haarenstraße 55
Sanitätshaus Lübbehusen, Haarenstraße 40
Buch Brader, Haarenstraße 8
Misuki, Haarenstraße 34
Isensee, Haarenstraße 20
Eiscafé Restaurant Venezia, Haarenstraße 50