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»Unglaubliche Schicksale, sehr mutige Menschen«

01.04.2014, 07:35 Uhr

Erfolgreicher Verlauf der Lebendigen Bibliothek spricht für Wiederholung

von Carsten Lienemann

»Tolle Idee, weiter so!« - »Ich bin begeistert, mehr davon! «, das sind zwei von vielen Kommentaren, die die Besucherinnen und Besucher der Lebendigen Bibliothek am Samstag, 29. März, auf den Evaluationsbögen hinterließen, und sie bilden in der Tendenz keineswegs die Ausnahme. Die Besucher waren sehr angetan von Idee und Umsetzung, aber auch die Menschen, die sich als Lebendige Bücher zur Verfügung gestellt hatten, waren sehr zufrieden, und so hatten die Organisatoren Uwe Fischer von der Akademie der Ev-Luth. Kirche Oldenburg, Melanie Blinzler, Geschäftsführerin des Präventionsrates Oldenburg und ganz besonders Initiatorin Anna Drosdowska von der VHS Oldenburg, allen Grund zu strahlen.

Es hätte in der Tat kaum besser laufen können. Der Besucherstrom - man darf das durchaus so bezeichnen - begann pünktlich um 11 Uhr, hielt rund zweieinhalb Stunden recht konstant an und ließ dann leicht nach. Die insgesamt 69 Gespräche verteilten sich sehr gleichmäßig auf die Bücher, auch dadurch, dass manche Besucher sich die Wartezeit auf ihr Lieblingsbuch mit einem gerade freien Buch verkürzten. Und auch dabei erfuhren beide Seiten Neues voneinander, wie sich herausstellte.

Die Damen und Herren am Empfang, die Kataloge ausgaben, beim Ausfüllen der Leihkarten halfen und die Leser zu den Büchern brachten, hatten alle Hände voll zu tun, auch die Lebendigen Bücher waren bis auf eine oder zwei Ausnahmen fast ständig im Einsatz, und trotzdem drängte sich dem Beobachter der Eindruck einer durchweg entspannten, harmonischen Atmosphäre auf. Großen Anteil daran hatten auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Café Kurswechsel, die die Bücher und die Organisatoren mit Speisen und Getränken versorgten.

So unterschiedlich die Fragen der Besucherinnen und Besucher an die Bücher naturgemäß auch waren, so war ihnen doch ehrliches Interesse und Offenheit für die Antwort gemeinsam, das zeigte bereits die Abschlussrunde unmittelbar nach der Veranstaltung. »Es war keine Einbahnstraße, sondern ein echter Austausch«, berichteten die Lebendigen Bücher. »Die Leute waren durchweg freundlich und bereit, vorhandene Vorurteile zurückzunehmen.« Manche haben mehrmals das gleiche erzählt, für andere war jedes Gespräch wie ein neues Kapitel, weil die Partner eine eigene Geschichte mitbrachten. Bei mehreren Büchern stellte sich das Gefühl ein, »ein wenig am Bild gekratzt zu haben«.

Mit Erfolg, wie die Auswertung der Evaluationsbögen ergab. »Unglaubliche Schicksale, sehr mutige Menschen« hatten die Besucher kennen gelernt, Einblick in »neue Perspektiven und andere Sichtweisen« erhalten und erkannt, »wie weit Toleranz gehen kann, wie viele selbst kleinste Vorurteile wir haben«.

Interessante Gespräche führten aber auch die Lebendigen Bücher unter sich oder mit den Veranstaltern und Helfern, sie erzählten sich gegenseitig ihre Geschichten und tauschten sich über gerade an den Einzeltischen gemachte Erfahrungen aus.

»Es sollte öfter mal so etwas stattfinden«, darin waren sich alle Beteiligten einig. Neben viel Lob gab es Verbesserungsvorschläge und konstruktive Kritik. Manche der Lebendigen Bücher erklärten sich spontan bereit, wieder dabei zu sein. Die Bibliotheksnutzer gaben an, welche Bücher sie vermisst haben, mache von ihnen boten sich selbst als Lebendiges Buch für das nächste Mal an.

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