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Gelungenes Wahl-Frühstück mit kleinen Fehlern

10.09.2013, 07:30 Uhr
von Carsten Lienemann

Während die Beteiligung der Wahlberechtigten bei Bundes- und Landtagswahlen immer weiter zurückgeht, leben in unserer Gesellschaft viele Menschen, die gerne wählen würden, aber nicht dürfen. Diese Menschen, aber auch alle Wahlberechtigten waren am Sonntag, 8. September, auf Initiative des Forums für Integration und Migration zu einem Frühstück mit den fünf Bundestagskandidaten des Wahlkreises Oldenburg Ammerland in das Yezidische Forum eingeladen. Erwartungsgemäß standen Fragen rund um Migration und Integration im Vordergrund.

In der von Diakonie-Referent Theo Lampe moderierten Vorstellungsrunde sollten die vier Kandidaten und die eine Kandidatin begründen, warum sie in den Bundestag wollen und was Integration für sie bedeutet.

Christiane Ratjen-Damerau (FDP) hat in der zu Ende gehenden Legislaturperiode erfahren können, »dass ich als Abgeordnete einen nicht unerheblichen Einfluss habe, mit dem ich mich weiterhin für die Region einsetzen möchte«. Zum Thema Integration sagte sie, dass »alle Menschen so leben können sollten, wie sie es möchten, so lange es sich im Einklang mit den anderen hier lebenden Menschen befindet.«

Dennis Rohde (SPD) hat sich vorgenommen, »Dinge nicht einfach hinzunehmen, sondern etwas zu verändern.« Er möchte den sozialen Zusammenhalt, das »Wir«, wieder mehr nach vorne stellen. Integration ist für ihn das Gegenteil von Assimilation, beide Seiten müssten sich aufeinander zu bewegen, Hass dürfe nicht geschürt werden.

Peter Meiwald (Grüne) will viele Dinge besser machen und Kritik umsetzen, »besonders bei Themen, die mir am Herzen liegen, wie Energiewende oder Integration.« Letztere besteht auch für ihn aus der Bewegung beider Seiten, zudem möchte er das Bleiberecht vereinfachen und dafür sorgern, dass »alle mitbestimmen können, die Steuern zahlen«.

Martin Michels (Linke) möchte dafür sorgen, »dass jeder Mensch unabhängig von seiner Herkunft von seiner Arbeit leben kann«. Integration sei dann erfolgreich, wenn man sie nicht mehr explizit benennen müsse. »Wir müssen Berührungsängste abbauen, unser Land muss sich als multikulturelles Land weiterentwickeln«.

Stephan Albani (CDU) ist überzeugt, dass »sich der wichtigste Rohstoff unseres Landes zwischen den Ohren der Menschen befindet«. Gute Bildung sei daher ein sehr wichtiges Anliegen, ebenso wie eine gute Weiterentwicklung der Integration. Dazu gehöre auch, »die Menschen so früh wie möglich in die Sprache zu holen«.

»Eine tolle große Koalition«, stellte Theo Lampe fest. Zutreffend, denn Unterschiede waren nicht wirklich festzustellen. Die Kandidaten selbst aber wollen es nicht anders und verzichten selbst dann darauf, verbal auf den politischen Gegner einzudreschen, wenn sie ausdrücklich dazu aufgefordert werden. Man mag das bedauern, aber es kann für die Wähler nur von Vorteil sein, wenn ihre Vertreter im Bundestag sich auch über Parteigrenzen hinweg für sie und die Region einsetzen.

Nach der Vorstellungsrunde begaben sich die vier Herren - Frau Ratjen-Damerau musste leider einen anderen Termin wahrnehmen - an die Tische. In Einzelgesprächen widmeten sie sich den Fragen des Publikums. Unglücklicherweise waren die Tische sehr groß, so dass nur die Personen in unmittelbarer Umgebung den Unterhaltungen folgen konnten, und auch eine zusammenfassende Schlussrunde gab es nicht. Beides sollte für die nächste Auflage anders gehandhabt werden.

Trotzdem war es eine gelungene Veranstaltung, während der Politiker und Wähler direkt miteinander sprechen konnten, ohne Moderator dazwischen. Podiumsdiskussionen gibt es schon genug. Auf jeden Fall werden die Vertreter, die am Ende gewählt werden, einen Koffer mit nach Berlin nehmen, gefüllt mit Ideen und Wünschen der Wählerinnen und Wähler.

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