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Gelungener Auftakt

03.06.2013, 07:00 Uhr

Gemeinsames Inklusionsprojekt von VfL und GWO

von Carsten Lienemann

Die Organisatoren vom VfL Oldenburg und von den Gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg (GWO) hatten sich für diesen 1. Juni viel vorgenommen. Zur Vorstellung des Projektes »Initiative Oldenburg - Inklusion durch Sport« und der Kooperationspartner war von 11:00 bis 16:00 Uhr ein gar nicht so kleines Sportfest in der Sporthalle Wechloy und auf den angrenzenden Rasenplätzen des PSV Oldenburg vorgesehen, mit vielen Beteiligten. Neben der guten Planung lag es an eben diesen Beteiligten, dass es ein voller Erfolg wurde.

Dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GWO und des VfL ihren Teil dazu beitrugen, mag noch zu erwarten gewesen sein, schließlich ist das Teil ihrer normalen Arbeit, wenn auch nicht notwendigerweise am Wochenende. Keineswegs selbstverständlich ist aber, dass auch die Spielerinnen des VfL-Bundesligateams von Anfang bis Ende mit großem Einsatz und offensichtlich großem Spaß bei der Sache waren.

Als erstes absolvierten sie eine gemeinsame Trainingseinheit eher für als mit Nachwuchsspielerinnen von Concordia Ihrhove. Trainer Leszek Krowicki gab ebenso wie seine Spielerinnen immer wieder Tipps, um die Technik der Mädchen zu verbessern.

Anschließend starteten sie als eines von neun Teams im Staffellauf über 4x400 m. Nach dem Startläuten durch die ehemalige Bundesbeauftragte für die Belange behinderter Menschen, Karin Evers-Meyer(»Wir mögen ja keine Waffen, deswegen nehme ich diese Glocke!«) beendete das VfL-Quartett die erste Runde auf dem zweiten Platz, übernahm dann aber die Führung und verteidigte sie knapp bis ins Ziel.

Auch bei der folgenden Vorstellung der Gehörlosen-Handball-Nationalmannschaft, ihrem Gegner während des sportlichen Höhepunktes der Veranstaltung, waren die VfL-Frauen vollzählig anwesend, verfolgten aufmerksam die Aussagen der Nationalspieler und erkundigten sich beispielsweise nach den Aussichten bei den bevorstehenden Deaflympics, der Freistellung von Arbeitgeber und Studium oder auch, wie sie das Problem der unerlässlichen Kommunikation auf dem Spielfeld lösen. »Es muss über Blickkontakt und Zeichensprache gehen« - wie bei Hörenden in lauten Arenen auch.

Während die beiden Mannschaften sich auf das Spiel vorbereiteten, gaben GWO-Vorstand Gerhard Wessels, VfL-Marketingleiter Stefan Eickelmann sowie Saadet Taskin, Geschäftsführerin des Projektförderers Schulbusse Sonnenschein, dem inzwischen recht ansehnlichen Publikum weitere Informationen zur »Initiative Oldenburg«.

Wessels und Eickelmann kündigten an, dass es in den kommenden Monaten immer wieder kleinere gemeinsame Veranstaltungen und dann im nächsten Jahr wieder ein ähnliches Sportfest geben wird. Beide hoffen, weitere Kooperationspartner finden zu können, und auch Saadet Taskin möchte andere begeistern, das Projekt mitzutragen.

Dann kam der Anpfiff zum großen Spiel, beide Teams zeigten viel Einsatz und tolle Szenen, und die Gehörlosen-Nationalmannschaft gewann weitere Sympathiepunkte hinzu, war spielerisch aber den Bundesliga-Frauen nicht ganz gewachsen. So wurden die letzten 20 Minuten mit neu gemischtem Personal ausgetragen, und auch diese gewiss nicht eingespielten Mannschaften zeigten weiterhin sehenswerte Spielzüge.

Die Organisatoren vom VfL Oldenburg und von den Gemeinnützigen Werkstätten haben sich auch für die Zeit nach dem 1. Juni viel vorgenommen. Inklusive Veranstaltungen, nicht nur sportlicher Art, werden häufiger stattfinden und letztlich selbstverständlich sein. Die Erkenntnis, dass »alle etwas beitragen können« (Eickelmann) setzt sich langsam, aber stetig durch.

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