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100 Antworten auf 100 erste Fragen

31.07.2016, 21:41 Uhr

Broschüre für Flüchtlinge zur Orientierung in der Stadt

von Carsten Lienemann

Was müssen Geflüchtete wissen, wenn Sie sich hier in Oldenburg zurechtfinden sollen? Welche dringenden Fragen haben sie, wo und von wem bekommen sie die Antworten?

Die Lösung für dieses Problem steht in Form einer Informationsbroschüre unmittelbar vor der Veröffentlichung. Eine Arbeitsgruppe aus Geflüchteten und schon länger in Oldenburg Ansässigen hat sich fast ein dreiviertel Jahr lang intensiv mit Fragen zu Wohnungs- und Arbeitssuche, Betreuungsplätzen, Schule, Einkaufen, Verhalten im Straßenverkehr etc. beschäftigt. Ende August bis Anfang September soll die Broschüre gedruckt sein, zunächst in deutscher Sprache, wenig später auch in arabisch, persisch und englisch. Weitere Sprachfassungen sind nicht ausgeschlossen.

Die Idee zu dieser Aktion hatte Nesrine Shakfa. Die gebürtige Syrerin hat eine Weile in einem Betrieb in Ägypten gearbeitet, bei dem neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mittels einer Broschüre mit den wichtigsten Regeln und Abläufen bei ihrem neuen Arbeitgeber vertraut gemacht wurden. »Ich habe mir gedacht, das könnte man doch auf die Situation neu angekommener Flüchtlinge übertragen. Mit diesem Vorschlag bin ich zum Stadtteiltreff Dietrichsfeld gegangen«, sagt Shakfa.

Dort stieß sie auf offene Ohren. Mit pro:connect stand auch ein Sponsor bereit, der seinerseits gerade eine großzügige Spende vom gerade aus dem CEWE-COLOR-Vorstand in den Ruhestand gewechselten Andreas Heydemann erhalten hatte.

Schnell war eine Arbeitsgruppe aus Geflüchteten und Heimischen zusammengestellt, so dass die eigentliche Arbeit beginnen konnte. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe bearbeiteten jeweils einzelne Teilbereiche und stellten die Ergebnisse bei den wöchentlichen Treffen zur Diskussion.

»Zu Beginn gibt es ein paar allgemeingültige Basisinformationen, ansonsten haben wir uns auf Fragen und Antworten beschränkt, die das Leben in Oldenburg unmittelbar betreffen«, sagt Regina Dirksen, Leiterin des Stadtteiltreffs Dietrichsfeld. Dabei zeigte sich, wie wichtig die Mitwirkung von Nesrin Shakfa und Morad Obeed war. Obeed stellte z. B. fest, es gebe in Deutschland sehr viel Informationsaustausch in Briefform. »In Syrien gibt es keine Post, wir regeln diese Dinge über E-Mail oder persönlich.«

Alle Beteiligten sind sich darüber klar, dass die »100 ersten Fragen« von Flüchtlingen sich mit der Zeit ändern, so dass immer wieder Anpassungen nötig sein werden. Die Broschüre »erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit«, betont Regina Dirksen. Aus diesen Gründen enthält sie auch zahlreiche Internet-Verweise.

Das Heft wird voraussichtlich ab September in Flüchtlingsberatungsstellen, kommunalen Gemeinschaftsunterkünften, Stadtteiltreffs und ähnlichen Einrichtungen zu bekommen sein.
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