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Global Music Player AllStars begeistern Flüchtlinge

23.11.2015, 16:05 Uhr

Gemeinsames Konzert von Cadillac, Rotem Kreuz und Global Music Player e. V. in der Flüchtlingsunterkunft am Stubbenweg

von Carsten Lienemann

Mit »Üsküdar'a Gider Iken«, einem populären türkischen Volkslied, hat die Band auf der improvisierten Bühne ihre Zuhörer gerade in Bewegung gebracht. Es folgt ein schwedischer Folklore-Song über die Macht nordischer Gottheiten – und das Publikum, Menschen, die gerade aus Syrien, dem Kosovo oder dem Sudan fliehen mussten, tanzt und feiert ausgelassen weiter.

Mit dreizehn Musikerinnen und Musikern aus sechs Nationen spielten die Global Music Player AllStars am Sonntagabend, 22. November, in der Flüchtlingsunterkunft am Stubbenweg und zeigten erneut, dass Musik unterschiedlichster Herkunft Menschen aus verschiedensten Kulturkreisen über alle Sprachhindernisse hinweg zu begeistern vermag.

Der aus Syrien stammende Haidar Osman hatte mit einem Tanbur-Solo den Abend eröffnet. Es folgten türkische, englische, lateinamerikanische und afrikanische Stücke, gespielt in jeweils unterschiedlichen Besetzungen. Nicht nur die Musik selbst, auch die Akteure kamen gut an. Wer gerade nicht auf der Bühne stand, mischte sich unter das Publikum, animierte alle um sich herum, mitzutanzen oder posierte für eines von ungezählten Erinnerungsfotos.

Die Idee zu einem Konzert in einer Flüchtlingsunterkunft hatten Mitarbeiter des Roten Kreuzes, der Jugendfreizeitstätte Cadillac und der Global Music Player mehr oder weniger gleichzeitig. Dank enger Verbindungen untereinander kam eine gemeinsame Aktion zustande, die ohne lange Vorlaufzeit zu diesem gelungenen Abend führte.

»Vielen Dank, dass wir hier sein durften«, so verabschiedete Sophie Arenhövel nach rund eineinhalb Stunden sich und ihre Kolleginnen und Kollegen, die das genau so empfanden. »Ein sehr emotionales Konzert«, sagte Christian Jakober, und Bi-Z Zamble und Richard Kouadio stimmten zu: »Es ist etwas Besonderes, in einer Flüchtlingsunterkunft spielen und den Menschen ein bisschen Glück und Hoffnung geben zu können.« Auch Haidar Osman, der vor und nach dem Konzert viele Gespräche führte, war sehr berührt: »Es kam sehr gut an, die Menschen bekamen die Möglichkeit, sich zu freuen. Es ist eine schöne Situation, wenn man sofort Kontakt zu ihnen findet.«

»Dieser Abend wird mich noch lange beschäftigen«, sagte Lüder Kahle am Schluss. »Zum einen wegen der besonderen Stimmung, die wir hier für kurze Zeit ausgelöst haben, zum anderen wegen des eigentümlichen Gefühls, mit dem wir wie selbstverständlich in die eigene Wohnung zurückkehren, während die Menschen hier genau das nicht können.«
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